VERBRECHEN: 14 Opfer von Frauenhandel aktenkundig

Zwischen 2005 und 2007 wurden im Kanton Schwyz 14 Frauen als Opfer von Menschenhandel klassiert. Die Dunkelziffer ist jedoch hoch.

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Im Vorfeld der Fussball-EM sind Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen den Frauenhandel zu demonstrieren. (Bild Keystone)

Im Vorfeld der Fussball-EM sind Menschen auf die Strasse gegangen, um gegen den Frauenhandel zu demonstrieren. (Bild Keystone)

Im Februar 2007 machte ein Fall von Frauenhandel im Kanton Schwyz landesweit Schlagzeilen. Die Polizei nahm in der Kontaktbar Bolenberg in Tuggen acht Personen mit Verdacht auf Menschenhandel fest. Sieben Prostituierte, mutmassliche Opfer des internationalen Frauenhandels, wurden in Polizeigewahrsam genommen.

Rund ein Jahr später reichten die drei SP-Kantonsratsmitglieder Karin Schwiter (Lachen), Sibylle Dahinden (Küssnacht) und Bruno Germann (Freienbach) eine Interpellation ein, in der sie sich danach erkundigten, was im Kanton Schwyz mit Opfern von Frauenhandel geschieht.

Umfangreiche Ermittlungen
In ihrer gestern veröffentlichten Antwort schreibt die Regierung, dass in den letzten drei Jahren zwar 14 Opfer von Frauenhandel identifiziert werden konnten. Diese Opferidentifikation sei aber schwierig und setze umfangreiche, langjährige Ermittlungen voraus. Sie werde zusätzlich dadurch erschwert, dass die Opfer wegen befürchteter Repression oder Gewalt keine Bereitschaft zur Anzeige oder Zeugenaussage an den Tag legten.

In den vergangenen drei Jahren sind laut regierungsrätlicher Antwort keine Frauen in Ausschaffungshaft gesetzt worden. Anderseits hat auch kein Opfer eine Aufenthaltsbewilligung erhalten. Die Voraussetzungen dafür seien nicht erfüllt gewesen, schreibt der Regierungsrat. Alle Opfer haben die Schweiz selbstständig verlassen.

jä/Neue SZ