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VERKEHR: Einsiedeln wird Teststrecke für selbstfahrende Züge

Die SOB übernimmt bei der Automatisierung der Bahn eine zentrale Rolle. Ganz ohne Lokführer wird jedoch kein Zug verkehren – vorerst.
Erhard Gick
Ab 2021 will die SOB selbstfahrende Züge testen. (Bild: PD)

Ab 2021 will die SOB selbstfahrende Züge testen. (Bild: PD)

Erhard Gick

zentralschweiz@luzernerzeitung.ch

Die Zukunftsvision von Bahnunternehmungen ist der führerlose Zug. Doch bis ein solcher tatsächlich fährt, dürfte noch viel Zeit verstreichen, lässt SOB-CEO Thomas Küchler durchblicken. «Im offenen System ist zu erwarten, dass ab 2040 erste Züge ohne Lokführer unterwegs sein könnten.» Trotzdem rüstet sich die Südostbahn für die Bahnzukunft. Küchler betont klar, dass selbstfahrende Züge nicht führerlosen Eisenbahnen gleichzusetzen sind. Bei den selbstfahrenden Zügen könne der begleitende Lokführer, der auf die Überwachung der Systeme konzentriert sei, jederzeit eingreifen und den Zug wieder übernehmen.

Die SOB will selbstfahrende Züge am Zürichsee, genauer zwischen Wädenswil und Einsiedeln, testen. «Geplant ist der Testbetrieb auf 2021. Bis zu diesem Zeitpunkt gilt es, noch den einen oder anderen Stein aus dem Weg zu schaffen. Auch die Industrie, welche die dafür notwendige Technologie liefert, muss bis zu diesem vorgesehenen Testbetriebszeitpunkt bereit sein», so Küchler.

Die SOB verfolgt das Projekt der selbstfahrenden Züge mit Hochdruck. Getestet werde vorerst auf einer abgesperrten Strecke zwischen Degersheim und Ebnat-Kappel beziehungsweise weiter eingegrenzt zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel. «Es geht darum, dass die Industrie Gelegenheit erhält, ihre Produkte und ihre Lösungen auf unseren Fahrzeugen und Strecken mit unserer Unterstützung zu testen und zu entwickeln. Damit sollen die Produkte auf die Praxistauglichkeit getestet werden», so Küchler. Ist dies erfolgt, sollen die Fahrzeuge in den laufenden Betrieb eingebaut werden und ebenfalls eine Testphase durchlaufen. «Dies ist, wie bereits erwähnt, auf der Strecke zwischen Einsiedeln und Wädenswil vorgesehen», sagt Küchler.

Kapazitäten könnten deutlich erhöht werden

Weshalb gerade diese Strecke ausgewählt wurde, hat Gründe. Mit der neuen Technologie entfällt das manuelle Beschleunigen und Bremsen. Dies sei auf der Strecke Wädenswil–Einsiedeln die Herausforderung. Bei einer Steigung von 50 Promille handelt es sich um die steilste Normalspurstrecke der Schweiz, dazu kommen enge Kurven und Bahnhöfe, die nach den steilen Abschnitten liegen. Die Züge müssen diesen Anforderungen gewachsen sein und vom System beherrscht werden.

Automatisches Fahren sei ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und Kapazitätssteigerung, erklärt Thomas Küchler: «Wir können die Fahrzeitreserven, die heute bei 80 Prozent liegen, stark reduzieren. Wenn diese Reserven gesamtschweizerisch auf 4 Prozent reduziert werden können, erhalten wir bis zu 30 Prozent mehr Kapazitäten auf dem besteh­enden Netz. Es könnten rund 350 Millionen Franken Kosten eingespart werden.»

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