VERKEHR: Osterverkehr – ab heute staut es

Stau vor dem Gotthard, an der Grenze und an Verladestationen sind zu Ostern Programm. Die SBB reagieren darauf mit 24 000 zusätzlichen Sitzplätzen.

Roger Rüegger
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Stau auf der Autobahn A2. (Symbolbild Neue LZ)

Stau auf der Autobahn A2. (Symbolbild Neue LZ)

Roger Rüegger

Ein langes Wochenende, Schnee in den Bergregionen und milde Temperaturen im Süden sind Garanten für Staus auf Schweizer Strassen. Auf der Suche nach Sonne und Schnee bewegen sich die Leute in alle Himmelsrichtungen. So werden die Nerven der Kurzurlauber auch heuer im Osterverkehr strapaziert.

Entlastung für Nord-Süd-Achse

Das Bundesamt für Strassen (Astra) rechnet damit, dass sich das Verkehrsaufkommen zwar etwas weniger auf die Nord-Süd-Achse A 2 fokussiert als in anderen Jahren. «Weil die Ostern in diesem Jahr sehr früh sind, in den Bergen reichlich Schnee liegt und weitere Niederschläge zu erwarten sind, dürfte sich der Verkehr aber auch auf die Ost-West-Route verlagern», sagt Astra-Mediensprecher Thomas Rohrbach. Vor acht Jahren, als Ostern ebenfalls auf Mitte März fiel, habe sich der Verkehr ähnlich verlagert.

Es sei damit zu rechnen, dass auch diverse Hauptstrassen im Berner Oberland, in Graubünden und in den Walliser Seitentälern überlastet sein werden. Betroffen sind etwa die Strecken von Spiez nach Kandersteg, von Gampel nach Goppenstein (auf der Rückreise) sowie von Raron nach Brig. Zudem dürften die Axenstrasse von Brunnen nach Flüelen sowie die Strecke von Bellinzona nach Locarno überlastet sein.

Karfreitag als Reisetag meiden

Bereits ab heute ist mit erhöhtem Staurisiko zu rechnen. Die stauintensivsten Tage sind laut Astra auf allen Hauptachsen der Gründonnerstag und Karfreitag (siehe Karte). Diese sollten als Reisetage vermieden werden. «Wer die Reise nicht vor Gründonnerstag antreten kann, sollte bereits frühmorgens oder weit nach Mitternacht am Gotthard-Nordportal sein. Zu dieser Zeit ist die Staugefahr am geringsten», so Rohrbach.

Wer dies nicht einrichten will oder kann, aber dennoch dem Stau ausweichen will, dürfte mit einer Reise am Karsamstag gut bedient sein, wie Oliver Schürch, Chef der Bereitschafts- und Verkehrspolizei des Kantons Uri, sagt. «Die Staus am Samstag sind erfahrungsgemäss nicht sehr spektakulär. Im letzten Jahr stauten sich die Fahrzeuge vor dem Gotthard an diesem Tag maximal zwei Kilometer, das ist praktisch nichts.» Vor dem Gotthard sei am Karfreitag mit dem grössten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Man müsse mit einer bis eineinhalb Stunden Wartezeit rechnen.

Was heuer auf ein geringeres Stau­risiko am Gotthard hindeuten könnte, ist die Tatsache, dass im Kanton Baselland und in den bevölkerungsreichen Bundesländern Bayern und Nordrhein-Westfalen die Ferien bereits eine Woche vor Ostern begonnen haben. Daher kam es am Gotthard-Nordportal schon am Wochenende vor Ostern zu Wartezeiten.

Rückreisestaus ab Montag

«Trotz des unterschiedlichen Ferienbeginns in mehreren Kantonen und Bundesländern dürfte der Rückreiseverkehr vor allem montags intensiv ausfallen», teilt das Astra mit. An den Grenzübergängen Au, Koblenz, St. Margrethen und Thayngen seien daher Wartezeiten möglich.

Ausserdem sei im Verlauf der Osterwoche auch täglich mit kürzeren Staus vor dem Gotthard-Südportal zu rechnen. Wer das Anstehen am Südportal umgehen möchte, sollte die Heimreise bereits am Vormittag antreten. Dies, weil an den Alpenpässen der Nord-Süd-Verbindung noch Wintersperre besteht.

Geduld beim Autoverlad

Bei den Autoverladestationen ist sowohl bei der Hinreise wie auch bei der Rückreise Geduld angesagt. Bei der Hinreise kann es gemäss dem Astra jeweils zwischen 10 und 15 Uhr an der Furka in Realp, am Lötschberg in Kandersteg und am Vereina in Klosters-Selfranga zu Wartezeiten kommen.

Bei der Rückreise seien jeweils Wartezeiten im Zeitraum von 11 bis 16 Uhr und am Sonntag nach Ostern von 15 bis 18 Uhr zu erwarten. Betroffen davon sind die Verladestationen Furka in Oberwald, Lötschberg in Goppenstein und Vereina in Lavin-Sagliains.

SBB fahren mit sechs Extrazügen

Wer das Risiko eines Staus auf den Autobahnen und Hauptstrassen vermeiden will, hat die Möglichkeit, ein erweitertes Angebot auf der Schiene zu nutzen. Die SBB bieten zwischen Gründonnerstag und Ostermontag 24 000 zusätzliche Sitzplätze an. Gemäss Medienmitteilung fahren «insgesamt sechs Zusatzzüge ins Tessin und ins Wallis beziehungsweise wieder retour. Ausserdem werden diverse Regelzüge mit zusätzlichen Wagen oder Einheiten verstärkt.»

Die SBB empfehlen den Reisenden, vorzugsweise auch die im Fahrplan www.sbb.ch/fahrplan gekennzeichneten Zusatzzüge zu benutzen. Die besten Verbindungen können auf www.sbb.ch/ostern abgerufen werden.