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Via Luzern nach Olympia

Am Engadin Skimarathon 2018 lief Rahel Imoberdorf hinter Nadine Fähndrich (SC Horw) zum zweiten Mal in Folge auf den Ehrenplatz. Nun stellt sich die im Frühling vom Spitzensport zurückgetretene Langläuferin einer neuen Herausforderung.
Roland Eggspühler
Rahel Imoberdorf schaut zufrieden auf ihren Halbmarathon zurück. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 28. Oktober 2018)

Rahel Imoberdorf schaut zufrieden auf ihren Halbmarathon zurück. (Bild: Corinne Glanzmann, Luzern, 28. Oktober 2018)

Vor sechs Jahren wurde Rahel Imoberdorf erstmals auf den ­Luzerner Laufsport-Grossanlass aufmerksam. Als es in der Stadt Luzern am Abend vor dem Lucerne Marathon 2012 wie verrückt schneite, postete ein befreundeter Langläufer in den sozialen Medien ein Bild seiner Laufschuhsohle mit einer Tube Klisterwachs – eine Walliserin amüsierte sich köstlich über diesen «Wachstipp aus dem Zielgelände» und kommentierte ihn mit den Worten: «Bei so nassem Neuschnee würde ich eher zu ­Mikroschuppen-Schuhen tendieren!»

Rahel Imoberdorf (32) ist immer für ein Spässchen zu haben  – auch am Sonntag witzelte sie im Verkehrshaus mit Sportkameraden, bevor sie sich zum Einlaufen und dann an den Start begab. Sie, die im beschaulichen Goms an der Loipe aufgewachsen ist, genoss den Rummel auf der Halden- und Lidostrasse. «Das mag ich!», lächelt sie zwei Minuten vor dem Start verschmitzt: «Das erinnert mich an die Ambiance der grossen Volksläufe im Winter!»

Ihr Onkel gewann den legendären Wasa-Lauf

Wie ihr Onkel Konrad Hallenbarter, der 1983 als bis heute einziger Schweizer den legendären ­Wasalauf in Schweden gewinnen konnte, brillierte sie vor allem an Volksläufen. Daneben gewann sie während ihrer langen Karriere unzählige Schweizer-Meisterschafts-medaillen und kam jedes Jahr zu Weltcupeinsätzen.

Ende Oktober an einem Halbmarathon teilzunehmen, war für Rahel Imoberdorf bislang nie ein Thema. «In dieser Jahreszeit lag der Fokus stets auf dem nahenden Langlaufwinter», blickt sie zurück: «Im Oktober trainierte ich immer auf dem Gletscher oder im Skitunnel, und Anfang November waren wir in Davos auf dem übersommerten Schnee unterwegs, um Anfang Dezember für die ersten Wettkämpfe bereit zu sein.»

Die neuen Freiheiten

Doch das ist Schnee von gestern  – im Frühling hat Imoberdorf ihren Rücktritt vom Spitzensport gegeben und eine Vollzeitstelle als Hochschulpraktikantin im Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) angetreten. Sie schätzt das vielfältige Aufgabenspektrum und die Arbeit im Hintergrund. Im Rampenlicht stehen andere – zum Beispiel Seco-Chefin Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch oder Bundesrat Johann Schneider-Ammann.

In Bern, wo sie schon während ihrer Studienzeit gewohnt hatte, ging sie diesen Sommer als Ausgleich zur Arbeit regelmässig joggen und genoss die neuen Freiheiten. «Ich trainiere seit dem Rücktritt nicht mehr nach Plan, sondern vielmehr nach Lust und Laune», skizziert Imoberdorf ihre aktuelle Situation: «Klar habe ich jetzt viel weniger Zeit für Sport als früher, aber ich kann von einer soliden Basis aus den letzten Jahren profitieren. Das ist eine prima Ausgangslage, um auch nach der Spitzensportzeit aktiv zu sein.»

Luzern ist Standortbestimmung

Mit ihrem Halbmarathon vom Sonntag in 1:29:20 ist die Ex-Langläuferin sehr zufrieden. Auf die Frage, ob das Gefühl während des gesamten Laufs gut gewesen sei, antwortet sie vorerst mit einem Lächeln. Trocken angezogen und in eine warme Winterjacke eingehüllt, wird sie dann gesprächiger: «Die Stimmung war grossartig, es hat mir sehr gut gefallen. Ich habe noch nicht sehr viele solche Läufe gemacht, aber sehr schnell ein gutes Tempo gefunden, das ich tipptopp durchziehen konnte.»

Der Start in Luzern war für Rahel Imoberdorf eine kleine Standortbestimmung im Hinblick auf ihr eigentliches Ziel in diesem Herbst: «Ich laufe am 11. November die traditionelle Olympia-Marathonstrecke von Marathon nach Athen», freut sie sich: «Meine Premiere über diese Distanz habe ich im April in Stockholm erlebt. Darum weiss ich in etwa, was mich erwartet, auch wenn ich mich relativ spontan für den Start in Athen entschieden habe.»

Dass es die dreifache Universiade-Teilnehmerin nie in eine Schweizer WM- oder gar Olympiadelegation geschafft hat, ist aber nicht der Antrieb für diesen Trip nach Griechenland. Die Gründe dafür liegen vielmehr im familiären Bereich: Ihr Bruder lebt im Rahmen eines universitären Austauschjahres in Athen. Und Rahel Imoberdorf wird nach dem Marathon noch eine Ferienwoche bei ihm verbringen.

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