VICTORINOX: Schweizer Kreuz ist auf Messers Schneide

Der Bund will das Schweizer Wappen auf Produkten verbieten – damit verschwände etwa das charakteristische Kreuz auf den Schwyzer Sackmessern. Der Messerfabrikant Victorinox kontert und beruft sich dabei auf die Tradition.

Drucken
Teilen
Eins von insgesamt 350 Sackmesser-Modellen aus der Victorinox-Schmiede in Ibach. (Bild Keystone)

Eins von insgesamt 350 Sackmesser-Modellen aus der Victorinox-Schmiede in Ibach. (Bild Keystone)

Der Bundesrat will die kommerzielle Nutzung des Wappens nicht länger hinnehmen. Eine entsprechende Gesetzesrevision hat die Landesregierung bereits lanciert. Beim Schwyzer Messer-Fabrikanten Victorinox gibt man sich dennoch zuversichtlich: «Die Idee, dass Firmen künftig das Wappen nicht mehr verwenden dürfen, ist nicht durchdacht», betonte gestern Victorinox-Marketingleiter Urs Wyss. Das Emblem, das auf 350 verschiedenen Sackmessern des Ibacher Unternehmens zu finden ist, mache schliesslich in der ganzen Welt Werbung für die Schweiz. Dass der Bundesrat die Sackmesser gar im Ausland verteile, spreche für sich, so der Marketingleiter weiter.

«Seit 75 Jahren verboten»
Beim Eidgenössischen Institut für Geistiges Eigentum weist man auf das geltende Wappenschutzgesetz von 1931 hin: «Es ist seit über 75 Jahren verboten, das Schweizer Wappen für Geschäftszwecke zu verwenden», erklärt Felix Addor, Stellvertretender Direktor des Instituts. Firmen, die das Wappen trotzdem markenmässig verwenden, würden sich seit Jahren strafbar machen. Victorinox hingegen verweist auf eine Ausnahmegenehmigung, die der Messerfabrikant kurz nach Inkrafttreten des Wappenschutzgesetzes vom Bund erhalten habe.

Zudem hofft Victorinox auf den Druck der Öffentlichkeit: «Wir wünschen uns, dass die Bürger am rot-weissen Sackmesser festhalten wollen und sich entsprechend dafür einsetzen», erklärt Marketingleiter Urs Wyss.

nsc/red