VIERWALDSTÄTTERSEE: Seit 125 Jahren ist die Fischerei geregelt

Das Fischereikonkordat Vierwaldstättersee hat Geburtstag. Zeit für einen Blick zurück. Und einen nach vorne.

Matthias Stadler
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Die Zentralschweizer Kantone feiern 125 Jahre Fischereikonkordat Vierwaldstättersee. Im Bild zu sehen sind vorne auf der Tribüne der Schwyzer Landammann Andreas Barraud (links) und Projektleiter Otto Holzgang. (Bild Dominik Wunderli)

Die Zentralschweizer Kantone feiern 125 Jahre Fischereikonkordat Vierwaldstättersee. Im Bild zu sehen sind vorne auf der Tribüne der Schwyzer Landammann Andreas Barraud (links) und Projektleiter Otto Holzgang. (Bild Dominik Wunderli)

Matthias Stadler

Seit 125 Jahren schwimmen die Fische im Vierwaldstättersee unter der Obhut des Fischereikonkordats Vierwaldstättersee. Das Konkordat ist für die Bewirtschaftung und die Fischerei auf dem See zuständig. Was die Tiere persönlich wohl ziemlich kalt lässt, ist für die Organisation ein Grund zum Feiern. Dies tut das Fischereikonkordat Vierwaldstättersee mittels eines Festanlasses und dazugehöriger Ausstellung auf einem Nauen, der ausgewählte Orte rund um den Vierwaldstättersee ansteuert. Das Jubiläumsfest steht unter dem Motto «Fische kennen keine Grenzen». Vor 125 Jahren trafen sich Vertreter der Regierungen von Uri, Schwyz, Nid- und Obwalden sowie Luzern, um die Fischerei gemeinsam zu regeln.

Politprominenz feiert mit

125 Jahre später, also gestern, trafen sich erneut Vertreter der Zentralschweizer Regierungen, um über die Fischerei auf dem See zu sprechen. Aber sie kamen auch, um auf die erfolgreiche interkantonale Zusammenarbeit anzustossen. Von jedem Anreinerkanton des Vierwaldstättersees war ein Regierungsrat sowie ein Kantonsratspräsident oder -vizepräsident zugegen. Der Schwyzer Landammann Andreas Barraud liess es sich als Präsident des Fischereikonkordats nicht nehmen, den anwesenden Besuchern die Geschichte des Konkordats näher zu bringen. Es sei vor 125 Jahren ein mutiger Ansatz für eine gemeinsame Lösung gefunden worden – und mutig sei es auch heute noch, liess Barraud verlauten.

Der Vorsteher des Luzerner Bau-, Umwelt- und Wirtschaftsdepartements Robert Küng richtete sich ebenfalls an die rund 50 anwesenden Besucher: «Es kann uns nicht egal sein, wie es dem See geht», sagte er. Der Schutz der Gewässer habe nach wie vor grosse Bedeutung. Die Luzerner Stadträtin Ursula Stämmer ging kurz auf das Problem der Nahrung für Fische im Vierwaldstättersee ein: «Wir müssen den See so sauber oder so dreckig halten, dass die Fische genug zum Fressen haben», sagte sie.

Neues Buch über Fischerei

Pünktlich zum Jubiläum erscheint mit der Publikation «Fische kennen keine Grenzen» ein Buch über die Geschichte der Fischerei im Vierwaldstättersee. Autor Josef Muggli kennt das Thema bestens, wuchs er doch in einer Berufsfischerfamilie auf und arbeitete 36 Jahre lang in der Luzerner Fischerei- und Jagdverwaltung.

Das Fischereikonkordat Vierwaldstättersee steht vor diversen Herausforderungen, wie Otto Holzgang, Projektleiter des Jubiläumsanlasses erklärt: So seien Lebensraumaufwertungen für Fische notwendig. Zum Beispiel brauche es mehr Flachufer, wo die Fische laichen können. Die Ufer seien heute dazu zu stark verbaut. Generell brauche es mehr Plätze für Fische und ihre verschiedenen Lebensstadien. Auch für die Berufsfischerei sei die momentane Situation am Vierwaldstättersee herausfordernd.

HINWEIS

Heute findet das Fest in Alpnachstad bei der Schifflände statt. Weitere Stationen: Buochs (morgen Sonntag, Schiffstation), Brunnen (29. August, Anlegesteg Waldstätterhof) und Flüelen (30. August, Hafen). Zeit: Jeweils von 10 bis 21 Uhr. Das Buch «Fische kennen keine Grenzen» ist unter www.lawa.lu.ch erhältlich.