Von Bödälä, über Juz bis zur Fasnacht

Die Schweiz erstellt eine Liste ihrer lebendigen Traditionen. Das Interesse daran ist riesig: Nicht weniger als 387 Vorschläge haben kantonale Experten eingereicht, viele auch aus der Zentralschweiz.

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Ein Juz am Zentralschweizer Jodlerfest. (Archivbild Pius Amrein/Neue LZ)

Ein Juz am Zentralschweizer Jodlerfest. (Archivbild Pius Amrein/Neue LZ)

Die Bandbreite ist enorm: Sie reicht von bekannten Traditionen wie der Fasnacht oder der Viehschau über Chilbi oder die Dreikönige bis zu lokalen Anlässen wie dem Chlefelen (in Schwyz) oder dem Flössen (auf dem Ägerisee). Aber auch «Touristische Landschaftserschliessung» oder «Instrumentale Ländlermusik» dürfen für die Zentralschweiz nicht fehlen.

Liste steht zur Diskussion

Es handle sich bei der Liste, wie sie aktuell vorliege, um eine «Diskussiongrundlage», sagte Marc-Antoine Camp von der Hochschule Luzern, der das Projekt im Auftrag des BAK koordiniert. Camp betonte am Dienstag gegenüber der Nachrichtenagentur SDA, dass sich für den Alltag relevante Tätigkeiten - etwa Putzen beim Thema Sauberkeit - zu Recht auf der provisorischen Liste finde. Es gelte jetzt, eine Auswahl zu treffen. Derzeit prüft eine Steuerungsgruppe die Vorschläge aus «gesamtschweizerischer Sicht», wie es hiess.

Auswahl deutlich länger als geplant

Bis im Herbst entscheiden dann die Kantone über eine Auswahl mit 160 Einträgen. Dies sind ein Drittel mehr als geplant, wie das BAK schreibt. Wegen des «grossen Interesses an der Vielfalt lebendiger Traditionen», die sich in der ersten Runde gezeigt habe, sei entschieden worden, die Auswahl zu verlängern.

Das Inventar, in dem jede lebendige Tradition mit einer umfassenden Dokumentation dargestellt wird, geht gemäss BAK im Frühling 2012 online. Mit der Publikation sei das Projekt nicht abgeschlossen, hiess es. Die Liste werde laufend aktualisiert und erweitert.

Verpflichtung aus UNESCO-Konvention

Die Schweiz erfüllt mit dem Erstellen des Inventars eine Verpflichtung, die sie 2008 mit dem Beitritt zum UNESCO-Konvention zur Bewahrung des immateriellen Kulturerbes einging. Ziel ist es, das immateriellen Kulturerbe aufzuwerten und zu bewahren.

sda/rem