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Von Hörnern und I-KUH

Einblicke
Romano Cuonz

«Das geht doch wirklich auf keine Kuhhaut mehr», schimpft Stammtischkollege Wisi und zeigt das Bild eines jurassischen Bauern mit weissem, zerzaustem Bart und Wollkäppi in der Zeitung. Der wolle die Hörner seiner Kühe doch tatsächlich in der Bundesverfassung verankern und überdies noch würdevoll subventionieren lassen! «Ob so viel Unverfrorenheit schauen selbst clevere Parlamentarier fast noch dümmer drein als die Kühe!», ereifert sich Wisi.

Jetzt ist es an mir, meinem Kollegen die Hörner zu zeigen. Zur mittlerweile nachgerade staatspolitischen Frage, ob horntragende Nutztiere nützlicher und natürlicher sind als «Enthornte», enthalte ich mich der Stimme. Die infame Behauptung aber, dass Kühe dumm in die Welt glotzen, kann ich nicht stehen lassen.

Da bin ich nämlich ein gebranntes Kind. Wie ich vor Jahren – als Moderator im Schweizer Radio – genau dies behauptet hatte, brach im Studio das Telefonnetz zusammen. Besitzer der «Bruune, Gääle, Gfläckäte, Tschäggäte» aus dem ganzen Land protestierten lautstark. Kühe würden sanft, allenfalls treuherzig, oder vielleicht etwas traurig, dreinschauen. Aber nie und nimmer dumm glotzen.

Schon in der nächsten Sendung entschuldigte ich mich bei allen Schweizer Kühen. Im Lexikon steht nämlich: Gemäss Tierforschung sind Kühe sehr intelligente Tiere. Besitzen sie nicht einen IQ, so doch mindestens einen I-KUH! Via Ohrenspiel teilen sie Genossinnen mit, wie es ihnen geht. Sind Kühe durstig, betätigen sie den Hebel einer Tränke und zeigen dann ihre Freude. Muhen sie laut, gilt dies dem Bauern und heisst: «Bitte melken!» Mich selber erstaunt, wie jeweils Nachbars Kühe an den Gartenzaun kommen, wenn die Grosskinder aus der Stadt bei uns sind. Und wie klug sie gucken! Als wollten sie sagen: «Schaut her, uns gibt es nicht nur im Bilderbuch!»

Wiewohl Wisi bereits ziemlich dumm glotzt, spiele ich meinen stärksten Trumpf aus: «Vergessen wir nicht die fitteste und klügste aller Schweizer Kühe», sage ich. «Die schwarzweiss gefleckte, imposant gehörnte ‹Lovely›! Wenn die mit dem Fussball jongliert und Tore schiesst, erblassen selbst Shaqiri, Rodrigues und Seferovic vor Neid.» Dieses Argument sticht. Stammtischkollege Wisi ruft der Serviertochter: «Ein Glas Mil...», will er sagen. Doch dann: «Äh nein, vielleicht doch lieber ein «Herrgöttli»!

Romano Cuonz, Journalist und Publizist aus Sarnen

Romano Cuonz, Journalist und Publizist aus Sarnen

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