Von Moos: «Wir Schweizer sind einfach gut»

Mit viel Optimismus blicken hohe Wirtschafts-Exponenten unserer Region ins neue Jahr. Pessimisten waren am traditionellen Neujahrsapéro der Zentralschweizerischen Handelskammer im Luzerner Hotel Schweizerhof keine anzutreffen.

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Prosit Neujahr (von links): Nidwaldens Regierungsrat Gerhard Odermatt, Kanonalbank-CEO Bernard Kobler, Pilatusbahn-Chef André Zimmermann, Rechtsanwältin Doris Russi Schurter und Unternehmer André von Moos.

Prosit Neujahr (von links): Nidwaldens Regierungsrat Gerhard Odermatt, Kanonalbank-CEO Bernard Kobler, Pilatusbahn-Chef André Zimmermann, Rechtsanwältin Doris Russi Schurter und Unternehmer André von Moos.

«Ich bin deshalb sehr zuversichtlich, weil wir Schweizer einfach gut sind und unsere Hausaufgaben eben immer machen», erklärte Unternehmer André von Moos, Präsident der AVM Holding AG am Neujahrsapéro der Zentralschweizerischen Handelskammer am Montagabend vor rund 400 Gästen. «Im Export, der sicher unter dem starken Franken zu leiden hat, muss man indes bedenken, dass wir immer noch stark wachsende Weltmärkte haben, etwa in Zentralasien, Indien und Lateinamerika. Also gibt es keinen Grund, die Köpfe hängen zu lassen.»

Vor allem für die Region Zentralschweiz blickt auch Bernard Kobler optimistisch in die Zukunft. «Weil wir hier eine gute Ausgangslage haben und unsere KMUs bewiesen haben, dass sie sehr flexibel auf Veränderungen in der Wirtschaftslage reagieren können», begründete der CEO der Luzerner Kantonalbank. International indes ist Kobler «eher zurückhaltend» in der Lagebeurteilung: «Im EU-Raum wird man sich wegen der starken Überschuldung mächtig anstrengen müssen, damit man vernünftig in die Zukunft kommt. Das wird in diesem Umfeld nicht einfach.»

Handelskammer-Direktor Felix Howald (links) mit Handelskammer-Präsident Hans Wicki. (Bild: André Häfliger)
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Prosit Neujahr (von links): Nidwaldens Regierungsrat Gerhard Odermatt, Kanonalbank-CEO Bernard Kobler, Pilatusbahn-Chef André Zimmermann, Rechtsanwältin Doris Russi Schurter und Unternehmer André von Moos. (Bild: André Häfliger)
Die Immobilien-Managerinnen Miriam von Frisching (links) und Anja Meyer. (Bild: André Häfliger)
Die 'Schweizerhof'-Besitzer und Neujahrsapéro-Gastgeber Patrick (links) und Mike Hauser. (Bild: André Häfliger)
Gutgelaunt: Die SVP-Nationalräte Peter Föhn (links) und Josef Kunz. (Bild: André Häfliger)
Bernard Kobler (links), CEO der Luzerner Kantonalbank, im Gespräch mit LZ Medien-VR-Präsident Erwin Bachmann. (Bild: André Häfliger)

Handelskammer-Direktor Felix Howald (links) mit Handelskammer-Präsident Hans Wicki. (Bild: André Häfliger)

Kreativität bleibt gefragt

Im Sektor Bauwirtschaft und Immobilien sieht Anja Meyer, Geschäftsleiterin der in Basel, Zürich und Luzern tätigen Immobilienfirma «smeyers», Probleme «einzig in überteuerten Regionen wie etwa am Zürich- oder Genfersee, ganz und gar nicht» aber etwa in Luzern. «Auch in unserer Branche geht es darum, immer kreativ zu sein. So öffnen sich ständig Türen. Braucht ein Unternehmen zum Beispiel nicht mehr 2000, sondern nur noch 500 Quadratmeter, dann muss die verbleibende Fläche eben weiter genutzt werden, sei es nur drum, sie als Lagerfläche zu vermieten.» Der Urner SVP-Nationalrat Peter Föhn ist «verhalten» optimistisch. «Wir sind zwar gut aufgestellt, besonders in der Zentralschweiz. Aber der starke Franken wird uns noch zu schaffen machen. Nicht nur bei den Exportfirmen, auch bei den KMUs.»

Zufriedene Luzerner Hoteliers

Wie steht es in der Hotellerie- und Tourismusbranche? «Ich bin ziemlich optimistisch», erklärte Gastgeber Patrick Hauser vom Hotel Schweizerhof. «Erstmals in der Geschichte war unser Fünfsternhaus über die Festtage mit Individualgästen ausgebucht, ohne eine einzige Gruppe. Das ist schon mal ein gutes Zeichen. Kommt dazu, dass der Buchungsstand für dieses Jahr bereits sehr erfreulich vorliegt.» Der tiefe Euro und der serbelnde Dollar würden mehr den Berg- als den Flachland-Tourismus treffen. «Mitte Jahr wird der Dollar wieder anziehen», ist Hauser überzeugt. «Beim Euro dürfte das nicht vor 2012 erfolgen.» Hausers Bruder Mike, «Schweizerhof»-Mitbesitzer und FCL-Sicherheitschef, wagt eine andere Prognose: «Der FC Luzern wird es schwierig haben, aber er wird den Meistertitel schaffen.»

«Mehr Selbstbewusstsein»

Genau solches Selbstvertrauen forderte Hans Wicki in seiner Ansprache. «Wir müssen mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen», forderte der Präsident der Zentralschweizertischen Handelskammer. «Stehen wir auf und beginnen wir, unseren Schweizer Franken als Leitwährung aufzubauen. Das wäre doch eine Aufgabe für unsere Banker», so Wicki weiter. «Wenn die Banker dies in der gleichen Intention machen würden wie beim Anbieten von strukturierten Produkten, könnten unsere Unternehmen schon bald ihre Produkte auf dem Markt offensiv in Franken anbieten.» Wicki forderte auch mehr Anstrengungen und Engagement in Bildung und Forschung.

André Häfliger