Voralpen-Express: Die Namensänderung wird rückgängig gemacht

Die Südostbahn will den Voralpen-Express nun doch nicht zum Panorama-Express machen. Zu stark sei die Marke bei den Kunden verankert.

Jürg Auf der Maur
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Ein Voralpen-Express – hier noch eine alte Komposition – im Bahnhof von St.Gallen.

Ein Voralpen-Express – hier noch eine alte Komposition – im Bahnhof von St.Gallen.

Archivbild: Urs Bucher

Also doch. Die Südostbahn (SOB) will für ihren Vorzeigezug keinen Namenswechsel. Was mit dem Fahrplanwechsel 2019 vollzogen wurde, wird nun wieder rückgängig gemacht. Das bestätigt Thomas Küchler, CEO der Südostbahn, gegenüber dem «Boten der Urschweiz».

Mit dem kürzlichen Fahrplanwechsel Mitte Dezember wurde in den Fahrplänen aus dem Voralpen-Express neu der Panorama-Express. Entsprechend gestalteten die SBB auch die mündlichen Durchsagen an den Bahnhöfen. Nicht mehr wie seit 27 Jahren zum Voralpen-Express, sondern «nur» noch zum Panorama-Express schallten aus den Bahnhof-Lautsprechern die Informationen.

Millionen für den Aufbau der Marke ausgegeben

Seit 27 Jahren hatte die SOB mit viel Arbeit den Begriff «Voralpen-Express» als Marke positioniert. Fast jedes Kind in der Zentralschweiz dürfte gewusst haben, dass der Zug ab Luzern Richtung Ostschweiz über die Hochmoor-Landschaft bei Rothenthurm führt.

Entsprechend waren auch die Reaktionen aus dem Publikum. «Der Namenswechsel im Fahrplan löste einige Verwirrung bei der Kundschaft aus, die sich bei uns dann auch meldete», erklärt Thomas Küchler. «Wir haben Millionen in den Aufbau dieser Marke investiert. Wir geben diesen Namen sicher nicht mehr auf», so der Chef der Südostbahn weiter.

Der Voralpen-Express bleibt wie bisher beschriftet

Grund für die Umbenennung in den neuen Fahrplänen sei eine schweizweite Vereinheitlichung der Zugkategorien gewesen, stellte SOB-Sprecher Christopher Hug bereits im Dezember gegenüber den Medien klar. Neu sollten Bahnen wie der Glacier-­Express, der Bernina-Express oder eben auch der Voralpen-­Express als Panoramazüge geführt werden. Bis auf die Umbenennung bleibe aber alles beim Alten. Konkret: Im Werbematerial der Südostbahn werde der Name Voralpen-Express beibehalten, und auch die Zugskompositionen bleiben so beschriftet.

Nun geht es aber sogar noch einen Schritt weiter. Künftig wird auf den Begriff Panorama-­Express in den Fahrplänen und Durchsagen verzichtet, wenn es um die als Voralpen-Express bekannten Südostbahn-Verbindungen geht. Wie genau die Züge aufgeführt werden, ist noch nicht in Stein gemeisselt. «Vielleicht werden wir einfach als Regionalzug aufgeführt», so Küchler.

Der Voralpen-Express heisst neu Panorama-Express

Seit dem Fahrplan-Wechsel Mitte Dezember suchen Zugreisende in Luzern auf den Anzeigetafeln vergebens die Abkürzung VAE für den Voralpen-Express. Der Zug wird im Fahrplan neu als Panorama-Express (PE) geführt.

Luzern-St. Gallen: So sieht der neue Voralpen-Express aus

Im Juni 2016 hatte Stadler Rail den Auftrag für sechs achtteilige und fünf vierteilige Flirt-Triebzüge im Wert von 170 Millionen Franken erhalten. Knapp zwei Jahre später steht nun der neue Voralpen-Express erstmals auf der Schiene.
Christoph Zweili