Vorwürfe: SRF wehrt sich

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Das Bundesgericht übt in seinem am Freitag publizierten Urteil zum Fall Walker scharfe Kritik an der «Rundschau» (die «Zentralschweiz am Sonntag» berichtete). Die SRF-Sendung habe Schwärzungen selektiv vorgenommen und damit den Sinn des Dokumentes verändert, was einer «eigentlichen Manipulation» gleichkomme.

Nun äussert sich SRF auf Anfrage dazu: Bei der Aussage des Bundesgerichtes gehe es nicht um die Berichterstattung der «Rundschau», sondern um eingeschwärzte Passagen in einem der zahlreichen Dokumente, die das SRF herausgegeben habe. «Den Vorwurf der Manipulation im Zusammenhang mit der teilweisen Schwärzung des besagten SRF-Dokuments weisen wir mit Entschiedenheit zurück.»

Der verurteilte Auftragsschütze Sasa Sindelic habe zu Beginn in einem Schreiben einen zusätzlichen Verdächtigen als Schützen ins Spiel gebracht. Auf intensive Nachfragen sei Sindelic aber von dieser ersten Version wieder abgerückt. SRF habe den Namen eingeschwärzt, damit mit dem Dokument keine falschen Anschuldigungen weiterverbreitet würden, was SRF rechtlich hätte vorgehalten werden können. «Die Wahrung des Redaktionsgeheimnisses ebenso wie die Justizkritik gehören zu den fundamentalen Aufgaben unabhängiger Medien.»

«Schwachstellen und Widersprüche aufgezeigt»

Die «Rundschau» habe denn auch nie ein eigenes Urteil gefällt oder Walker als unschuldig bezeichnet, teilt SRF mit. Vielmehr habe die Sendung im Verfahren um Ignaz Walker «Schwachstellen und Widersprüche aufgezeigt, so wie es der Aufgabe kritischer Medien entspricht», wie es weiter heisst. «Das Obergericht – immerhin die höchste kantonale Instanz – hat ein Urteil gefällt, das diese Widersprüche mitberücksichtigt hat.» (eca)