Waffen – Kantone unter Druck

Nach der Bluttat von Daillon sollen die kantonalen Waffenregister miteinander vernetzt werden. Nur: Es fehlt an einheitlich geführten Datenbanken und Ressourcen – auch in der Zentralschweiz.

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Josef Rust, Leiter des Fachbereichs Waffen und Sprengstoff bei der Luzerner Polizei, mit einer Auswahl von Waffen im Waffenbüro in Luzern. (Archivbild Neue LZ)

Josef Rust, Leiter des Fachbereichs Waffen und Sprengstoff bei der Luzerner Polizei, mit einer Auswahl von Waffen im Waffenbüro in Luzern. (Archivbild Neue LZ)

Seit der Bluttat von Daillon, bei der drei Frauen erschossen worden sind, ist in der Schweiz eine politische Diskussion um das Waffenrecht im Gang. Die Sicherheitspolitische Kommission des Nationalrats etwa fordert, dass die Waffenregister der Kantone und des Bundes jetzt schnell miteinander vernetzt werden. Das Gleiche verlangt Bundesrätin Simonetta Sommaruga: «Die Kantone stehen der Bevölkerung gegenüber in der Pflicht».

Die Vernetzung der kantonalen Waffenregister dürfte allerdings schwierig werden. Denn im Moment fehlt es in den Kantonen an einheitlich geführten Waffenregistern und den notwendigen Ressourcen, wie eine Umfrage unserer Zeitung in der Zentralschweiz zeigt.

Luzern hat nicht alles im Computer

Im Kanton Luzern zum Beispiel sind noch gar nicht alle Daten im Computer erfasst. «Uns fehlt dafür schlichtweg die Zeit», sagt Josef Rust, Leiter des Fachbereichs Waffen und Sprengstoff bei der Luzerner Polizei. Er leitet das kantonale Waffenbüro, wo alle melde- und bewilligungspflichtige Waffen registriert und Waffenerwerbsscheine ausgestellt werden.

Beat Villiger, Vizepräsident der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren (KKJPD) und Vorsteher der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug ortet noch ein anderes Problem bei der Vernetzung der kantonalen Waffenregister: die fehlende gesetzliche Grundlage (siehe Kasten).

red

Neues Gesetz nötig?

In der «Samstagsrundschau» von Radio SRF hat sich Beat Villiger, Vizepräsident der Kantonalen Justiz- und Polizeidirektoren und Vorsteher der Sicherheitsdirektion des Kantons Zug, gegen den Vorwurf gewehrt, die Kantone hätten die Verlinkung der Waffenregister verschlafen. Das Waffengesetz weise diesbezüglich eine Lücke auf, die es zu schliessen gelte. Villiger geht davon aus, dass die Online-Datenabfrage Ende 2014 möglich sein wird. Er plädiert zudem dafür, einen Schritt weiter zu gehen und sämtliche Waffen zu registrieren. Damit könnten zwar nicht alle Straftaten verhindert werden. «Aber wir müssen sämtliche Möglichkeiten zur Prävention wahrnehmen.» sda

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