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WAHLEN: Bezirk Küssnacht: Eine Kampfwahl und ein Rechtsrutsch sind gewiss

Bei den Wahlen am 22. April im Schwyzer Bezirk Küssnacht gibt es wichtige Ämter neu zu vergeben. Unter anderem jenes des Bezirkammanns, des Säckelmeisters und zweier Bezirksräte. Die SVP könnte dabei erstmals in die Exekutive gewählt werden.
Niels Jost
Küssnacht am Rigi «by night», mit ganz viel «light». (Bild: Margrith Imhof-Röthlin)

Küssnacht am Rigi «by night», mit ganz viel «light». (Bild: Margrith Imhof-Röthlin)

Es kommt zu einem grossen Wechsel in der politischen Führung des 12'900 Einwohner zählenden Bezirks Küssnacht. Nicht weniger als fünf Ämter müssen am 22. April neu besetzt werden: jenes des Bezirksammanns, des Säckelmeisters, des Statthalters sowie zweier Bezirksräte.

Gestern war Eingabeschluss für alle Kandidaten, die Wahllisten stehen. Schon jetzt ist klar: Es wird einen Rechtsrutsch geben. Denn bekanntlich tritt Bezirksammann Michael Fuchs von der SP und den Unabhängigen zurück. Seine Partei konnte keinen Nachfolger aufbauen. «Wir haben viele potenzielle Kandidaten angefragt. Das Amt ist aber zeitaufwendig und nicht immer einfach mit Familie und Beruf zu vereinen», begründet Parteipräsident Alex Keller. Er selber will mit seinen 67 Jahren und seinen Tätigkeiten als Kantonsrat und Teilzeit-Gymlehrer und vielen weiteren Engagements nicht Bezirksrat werden. Offen lässt er, ob die SP bei den nächsten Wahlen mit jemandem antreten wird.

SVP-Kandidat mit breiter Unterstützung

Dafür könnte nun die SVP zum Handkuss kommen: Sie will mit René Hunziker (41, Immensee) das Ressort Infrastruktur belegen – und damit zum ersten Mal in den Bezirksrat einziehen. Die Chancen dafür sind durchaus intakt. Schliesslich steht Hunziker auch auf der Liste der CVP und FDP. Parteipräsidentin Bernadette Wasescha steigt deshalb zuversichtlich in den Wahlkampf. Gleichzeitig gibt sie sich zurückhaltend: Erst gelte es, die Wahl abzuwarten. Dass sich die Politik in Küssnacht durch den Einzug der SVP in den Bezirksrat stark verändern würde, glaubt Wasescha nicht. Denn die SVP wolle mit René Hunziker «lösungsorientiert sachliche Realpolitik» betreiben.

Eine spannende Ausgangslage gibt es zudem beim gewichtigen Amt des Säckelmeisters. Hier tritt Hansheini Fischli (FDP) zurück. Seine Partei möchte den Posten verteidigen und hat Peter Küng (57, Immensee) nominiert. Das passt der CVP nicht. «Es ist ein ungeschriebenes Gesetz, dass das Amt des Säckelmeisters unter den Parteien abgewechselt wird, wie dies auch beim Statthalter und Bezirksammann der Fall ist», sagt Parteipräsident Mathias Bachmann. «Die FDP hat nun seit zehn Jahren das Amt besetzt. Mit dem Rücktritt ihres aktuellen Säckelmeisters ist es an der Zeit, dass die FDP das Amt weitergibt», fordert er. Speziell: Bachmann kandidiert selber als Säckelmeister. Der 37-jährige Gewerbeschullehrer aus Merlischachen, der im Kantonsrat sitzt und Stiftungsratspräsident des Gymnasiums Immensee ist, rechnet sich eine 50-Prozent-Chance aus. «Dank dieser Tätigkeiten bin ich bei den Wählern gut verankert. Nun hat die Bevölkerung eine Wahl.»

FDP: «Einen Turnus bei den Ämtern gibt es nicht»

Das Argument des «ungeschriebenen Gesetzes» zählt für FDP-Parteipräsident Severin Isenschmid nicht. «Es gibt in Küssnacht keinen fixen Turnus bei den Ämtern», sagt er und fügt an: «Was zählt, ist einzig die Qualifikation des Kandidaten. Und diese ist mehr als gegeben.» Als diplomierter Experte in Rechnungslegung und Controlling, selbstständiger Unternehmensberater sowie als Mitglied der Rechnungsprüfungskommission, bringe Peter Küng reichlich Erfahrung mit. Trotz der besseren Listenverbindungen der CVP ist Isenschmid guten Mutes, dass Küng künftig das Ressort Finanzen und Personal führen werde. Isenschmid sagt weiter: «Wir haben immer offen kommuniziert, dass wir das Amt des Säckelmeisters verteidigen wollen. Dass die CVP nun selber mit einem Überraschungskandidaten antritt, hätten sie im Vorfeld mit uns absprechen können.» Dagegen hält die CVP fest, dass sie gegenüber der FDP bereits im Dezember kommuniziert habe, dass auch sie am Amt des Säckelmeisters interessiert sei. «Das Argument eines Überraschungskandidaten ist folglich nicht statthaft», so Ma­thias Bachmann.

Die FDP und CVP sind es auch, welche die weiteren Sitze unter sich ausmachen dürften. So haben die Liberalen den derzeitigen Bezirksrat Oliver Ebert als neuen Statthalter nominiert. Bei einer Wahl würde Ebert zurücktreten und das Ressort Planung, Umwelt und Verkehr abgeben. Dieses müsste dann in einer separaten Wahl am 23. September neu vergeben werden. Die CVP wiederum dürfte mit Armin Tresch das Amt des Bezirksammanns erobern. Zudem stellt sich Emil Gnos zur Wiederwahl als Bezirksrat. Er würde das Ressort Bildung behalten wollen.

Die FDP und CVP sind auch weiterhin am stärksten vertreten im Bezirksrat. Die grosse Frage bleibt nur: Wer wird Säckelmeister? Falls dies in gut einem Monat nicht geklärt wird, steht am 10. Juni der zweite Wahlgang an.

Niels Jost

niels.jost@luzernerzeitung.ch

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