WAHLEN: Der erste grüne Gemeinderat für Muri

Das Klosterdorf hat gewählt, die Nachfolge von SP-Gemeinderätin Christine Brun übernimmt Biobauer Beat Küng. Er liess die SVP-Kandidatin weit hinter sich.

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Entschied mit 1277 Stimmen das Rennen für sich: Beat Küng. (Bild: PD)

Entschied mit 1277 Stimmen das Rennen für sich: Beat Küng. (Bild: PD)

Es ist ein Novum im Bezirkshauptort: Mit Beat Küng zieht erstmals ein grüner Politiker in den Gemeinderat von Muri ein. Der Biobauer mit Jahrgang 1974 gewann die gestrige Ersatzwahl mit 1277 Stimmen vor der SVP-Kandidatin Manuela Meier, die 749 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Er folgt auf die SP-Bauvorsteherin Christine Brun, die aus beruflichen Gründen ihre Demission einreichte.

Bereits im ersten Wahlgang vom 12. Februar hatte Küng die Nase vorn. Er erreichte damals 849 Stimmen, während Manuela Meier 516 Stimmen erhielt. Durch das wiederum sehr deutliche Resultat von gestern fühlt sich Beat Küng bestätigt. «Das Spiel der SVP, das teilweise auch mit unschönen Mitteln geführt wurde, ist nicht aufgegangen. Das funktioniert hier einfach nicht. Ich bin stolz auf Muri», sagt er. Er danke den Einwohnerinnen und Einwohnern für diesen «überwältigenden Vertrauensbeweis». Küng feierte seinen Wahlsieg gestern Nachmittag in der Pflegi Muri. Bereits in wenigen Wochen wird er die Arbeit als Gemeinderat aufnehmen. Schon heute steht nach Angaben Küngs die Verteilung der Ressorts im Gemeinderat an. Er gehe davon aus, dass er die Bauabteilung von Christine Brun übernehmen werde: «Doch natürlich haben die anderen Gemeinderäte den Vorrang», sagt Küng.

Parteigeplänkel liegt ihm nicht

Er freue sich sehr auf die Arbeit im Gemeinderat und darauf, «mit unterschiedlichen Personen konstruktive Lösungen zu finden», erklärt Küng. Er ist überzeugt: «Hier bin ich am richtigen Ort.» Auf die Frage, ob er nun auch plane, in Muri eine offizielle grüne Ortspartei aufzubauen, sagt das frisch gewählte Exekutivmitglied: «Ich konzentriere mich nun auf die Arbeit im Gemeinderat. Ich habe mich im Wahlkampf oft eher als Parteiloser gefühlt. Parteiengeplänkel ist etwas, das mir nicht liegt.»

Die SVP-Kandidatin Manuela Meier war am Sonntag für eine Stellungnahme zu ihrem Wahlergebnis nicht erreichbar.

Auch in Geltwil wurde die Bevölkerung am Sonntag an die Urne gebeten, um ein Mitglied des Gemeinderats zu wählen. Dies, weil Josef Ithen im Februar zurückgetreten war. Einen Kandidaten gab es jedoch nicht. So haben mehrere Geltwilerinnen und Geltwiler Stimmen erhalten – keiner aber erreichte das absolute Mehr. Somit findet am 24. September ein zweiter Wahlgang statt.

Rahel Hug

rahel.hug@zugerzeitung.ch