WAHLEN: SP will in Schwyz die rein bürgerliche Regierung knacken

Bei den Schwyzer Regierungsratswahlen vom 20. März müssen zwei der sieben Exekutivsitze neu besetzt werden. FDP und SVP wollen gemeinsam einen dritten CVP-Sitz verhindern, während Links-Grün den vor vier Jahren verlorenen SP-Regierungssitz zurückerobern will.

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Regierungsratswahlen im Kanton Schwyz, obere Reihe von links: André Rüegsegger (SVP, bisher), Andreas Barraud (SVP, bisher), Othmar Reichmuth (CVP, bisher), Kaspar Michel (FDP, bisher). Mittlere Reihe von links: Michael Stähli (CVP, neu), René Bünter (SVP, neu), Paul Furrer (SP, neu) und Roland Urech (SP, neu). Untere Reihe von links: Petra Steimen-Rickenbacher, (FDP, neu), Brigitta Michel Thenen (Grüne, neu) und Andreas Meyerhans (CVP, neu). (Bilder PD)

Regierungsratswahlen im Kanton Schwyz, obere Reihe von links: André Rüegsegger (SVP, bisher), Andreas Barraud (SVP, bisher), Othmar Reichmuth (CVP, bisher), Kaspar Michel (FDP, bisher). Mittlere Reihe von links: Michael Stähli (CVP, neu), René Bünter (SVP, neu), Paul Furrer (SP, neu) und Roland Urech (SP, neu). Untere Reihe von links: Petra Steimen-Rickenbacher, (FDP, neu), Brigitta Michel Thenen (Grüne, neu) und Andreas Meyerhans (CVP, neu). (Bilder PD)

Insgesamt bewerben sich elf Kandidatinnen und Kandidaten für einen der sieben Sitze in der Schwyzer Regierung. Zwei Sitze werden frei: Walter Stählin von der SVP tritt nach 12 Jahren, Kurt Zibung von der CVP nach 20 Jahren nicht mehr an.

Die Schwyzer Regierung ist seit 2012 rein bürgerlich. Damals hatte die SP ihren Sitz an die SVP verloren. Diesen will sie nun zurückerobern. Und zwar mit einer Doppelkandidatur zusammen mit den Grünen.

Richten sollen es der 53-jährige Sozialdemokrat Paul Furrer aus Schwyz und die 53-jährige Grüne Birgitta Michel Thenen aus Rickenbach. Beide politisieren zurzeit im Kantonsparlament, Furrer seit 2007, Michel seit 2012.

Gleichzeitig will die CVP einen Nachfolger für den abtretenden Kurt Zibung stellen und peilt darüber hinaus einen dritten Sitz an. Sie stellt dazu neben dem Vorsteher des Baudepartements, Othmar Reichmuth, auch Andreas Meyerhans und Michael Stählin auf.

Der 47-jährige Meyerhans aus Wollerau ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Zuger Gesundheitsdirektion, Präsident der CVP des Kantons Schwyz und seit 2004 Kantonsrat. Der 49-jährige Stählin aus Lachen ist Architekt und seit 2000 Mitglied des Kantonsparlaments.

SVP und FDP haben beschlossen, gemeinsame Sache zu machen. Sie wollen den Angriff der CVP auf einen Regierungssitz der FDP nicht akzeptieren und sehen ihre Zusammenarbeit als Bekenntnis zur Konkordanz. Demnach stünden der SVP wie bisher drei Sitze in der Kantonsregierung zu, die FDP und CVP hätten Anrecht auf je zwei Mandate.

FDP schickt die Bisherigen ins Rennen

Die FDP steigt mit ihren beiden bisherigen Magistraten in die Wahlen: Dem Finanzdirektor Kaspar Michel, der seit Oktober 2010 in der Regierung ist, und der Vorsteherin des Innendepartements, Petra Steimen, die seit Juli 2012 als Regierungsrätin amtet.

Mit einer problemlosen Wiederwahl können wohl die beiden SVP-Regierungsräte Andreas Barraud, Vorsteher des Umweltdepartements, und Sicherheitsdirektor André Rüegsegger rechnen. Den dritten Sitz will sich die SVP mit dem 46-jährigen landwirtschaftlichen Beratungsleiter und Kantonsrat René Bünter aus Lachen sichern.

Im Vorfeld der Wahlen sorgten einmal mehr wilde Listen für Aufregung in Schwyz. Die Kandidaten darauf waren im Vorfeld vom anonymen Komitee nicht angefragt worden. Sie stehen laut eigenen Aussagen auch nicht zur Verfügung. Wilde Listen sind in Schwyz keine Seltenheit.

Neues Wahlsystem für Parlamentssitze

Neu gewählt wird am 20. März auch das Schwyzer Parlament. Insgesamt bewerben sich 376 Kandidatinnen und Kandidaten um die 100 Sitze - so viele wie noch nie. Grund dürfte das neue Wahlsystem sein.

Die Kantonsratswahlen werden erstmals nach neuem Wahlrecht durchgeführt. Das Bundesgericht hatte das bisherige, rund 100-jährige Mischwahlsystem aus Mehrheits- und Verhältniswahlen wegen fehlender Stimmrechtsgleichheit als verfassungswidrig eingestuft.

Mit der Methode Doppelter Pukelsheim entscheidet neu der Wähleranteil jeder Partei im ganzen Kanton, wie viele Mandate eine Partei im Kantonsrat erhält.

Eine Partei muss im ganzen Kanton mindestens eine Wählerstärke von einem Prozent erreichen, damit sie Mandate erhält. Die von den Parteien im ganzen Kanton gewonnenen Mandate werden nachher den Gemeinden zugeteilt, so dass jede Gemeinde die Zahl der Mandate erhält, die ihrem Bevölkerungsanteil entspricht. Jeder Gemeinde ist mindestens ein Mandat garantiert.

Allgemein wird angenommen, dass vom neuen System eher die kleinen Parteien profitieren können. Wie sich das neue Wahlrecht aber auf die Fraktionsgrössen auswirkt, ist offen.

Die SVP ist zurzeit mit 35 Sitzen zwar die stärkste Fraktion. Sie war aber 2012 die Verliererin. Zweitstärkste Fraktion ist die CVP (30 Sitze, davon 1 GLP) gefolgt von der FDP (24, davon 1 Parteilos) und der SP (11, davon 1 Grüne).

sda