WAHLENKAMPF: Regierung stellt sich vor Hess

Der Schwyzer Regierungsrat distanziert sich von einer wilden Liste, die Landesstatthalter Georg Hess (CVP) frontal angreift. «Es ist nicht angebracht, unpopuläre aber erforderliche Entscheide, die der ganze Regierungsrat mitgetragen hat, einem einzelnen Mitglied des Regierungsrates alleine anzulasten», heisst es in der Stellungnahme.

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Der Schwyzer Finanzdirektor Georg Hess. (Bild Harry Ziegler / Neue SZ)

Der Schwyzer Finanzdirektor Georg Hess. (Bild Harry Ziegler / Neue SZ)

Die Mitteilung wurde von Regierungsrat Lorenz Bösch (CVP) im Auftrag seiner Regierungskollegen versandt.

Im Flugblatt des anonymen Komitees «für wahre Schwyzer Volksvertreter» werden alle Regierungsräte ausser Regierungsrat Georg Hess und Bruno Suter zur Wahl vorgeschlagen und schwere Vorwürfe gegen Georg Hess erhoben.

Auf Distanz zum Komitee «für wahre Schwyzer Volksvertreter» gehen auch die FDP und die SVP. Wie Bruno Beeler, Vizepräsident der kantonalen CVP, gegenüber «Radio Pilatus» erklärte, müssen hinter den Anwürfen FDP- und SVP-Kreise vermutet werden. Ob diese ihre wilde Liste allerdings mit der Parteileitung abgesprochen hätten, das glaube er nicht.

Bürgi rügt Wehrli
Für Unruhe innerhalb der CVP sorgt auch ein Unterstützungskomitee für Bruno Suter. Dem Komitee gehört CVP-Nationalrat Reto Wehrli an. Der frühere CVP-Nationalrat Jakob Bürgi aus Schindellegi schrieb Reto Wehrli einen Brief, der gestern innerhalb CVP-Kreisen zirkulierte.

Bürgi schreibt Wehrli unter anderem: «Dass Du jetzt als gewählter Nationalrat gegen die CVP-Regierungsräte angetreten bist, ist eine Katastrophe. Lieber Reto, die Sympathie von mir und vielen andern CVP-Freunden hast du zu arg strapaziert.» Suter sei zwar ein sympathischer und sehr sozialer Typ, den Bürgi als Mensch sehr achte. «Ich frage mich als einfacher Bauer, was studierte Anwälte dazu treibt, einen unbescholtenen Bürger in ein Amt zu drängen, der schon im Vorfeld sagt, dass man ihm einen Berater zur Seite stellen würde.»

red