Wahlumfrage: SVP gewinnt, Mitte verliert

Die SVP könnte im Herbst 2011 zur grossen Siegerin der Nationalratswahlen in der Zentralschweiz werden. Dies zeigt eine Umfrage unserer Zeitung. Auch die Linke würde gestärkt; die Mitte hingegen gerät unter Druck.

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Der Nationalratssaal im Bundeshaus. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Der Nationalratssaal im Bundeshaus. (Bild: Remo Nägeli/Neue LZ)

Selbst SVP-Parteichef Toni Brunner kann es kaum glauben: Dass seine Partei in der Zentralschweiz massiv Wähleranteile gewinnen würde, überrascht ihn. Er spricht gar von einem «Weihnachtsgeschenk». Und gibt zu Protokoll: «Normalerweise schneidet die SVP bei Umfragen eher schlechter ab, als die Wahlen dann für uns verlaufen.»

Fast jeder Dritte für die SVP
Nicht so aber bei der repräsentativen Umfrage, die unsere Zeitung zwischen dem 17. und 20. Dezember bei 1005 Zentralschweizer Stimmberechtigten durchgeführt hat. Die Hauptfrage an die Wähler war: Wenn die nächsten Nationalratswahlen schon am Sonntag wären, welche Partei würden Sie hauptsächlich wählen? 31,3 Prozent der Befragten entschieden sich für die SVP, danach folgen CVP (25,6), FDP (17,4) und SP (12,6).

Ebenfalls abgefragt wurde, wie die Stimmberechtigten bei den letzten Wahlen 2007 gewählt haben. Die Differenz zwischen 2007 und jetzt zeigt: Die SVP macht am meisten Boden gut. Um 3,7 Prozent würde ihr Anteil in der Zentralschweiz wachsen. Nur noch eine andere grosse Partei kann ebenfalls einen Zuwachs verbuchen: die SP (+1,1 Prozent, siehe Grafik nebenan). CVP und FDP hingegen verlieren massiv an Wählerstimmen.

Rutschbewegung
Der Zürcher Politologe Michael Hermann sieht sich ob solcher Umfragewerte bestätigt. Er gehe schon seit längerem davon aus, dass die SVP bei den Wahlen 2011 national über 30 Prozent Wähleranteil für sich gewinnen könnte. Auch die SVP-Dominanz in der Zentralschweiz findet Hermann nicht allzu erstaunlich: «Hier ist offensichtlich etwas ins Rutschen gekommen, das sich mit der Abwahl von Christoph Blocher aus dem Bundesrat verstärkt hat», so Hermann.
Und was sagen die Vertreter der Mitteparteien, die am meisten Federn lassen müssten? CVP-Präsident Christophe Darbellay betont, dass eine Umfrage nur eine «Momentaufnahme» sei; seine Partei sei gut für den Wahlkampf gerüstet. Und FDP-Fraktionschefin Gabi Huber will sich auf Sachpolitik statt auf Umfragewerte konzentrieren.

sg.

Die ausführliche Berichterstattung über die repräsentative Umfrage lesen Sie in der «Zentralschweiz am Sonntag» vom 26. Dezember 2010.