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WANDERN: Der Sommer ist da: So kommen Sie sicher durch die Wandersaison

Rund ein Drittel aller tödlichen Sportunfälle ereignen sich beim Bergwandern. Weil die Wanderer ihre Fähigkeiten zu hoch und die Risiken zu tief einschätzen. Wir geben Tipps und Tricks.
Ein Wanderer unterwegs in der Region Alpgschwänd in Hergiswil. (Bild Roger Grütter)

Ein Wanderer unterwegs in der Region Alpgschwänd in Hergiswil. (Bild Roger Grütter)

Das Bergwandern ist eine der beliebtesten Freizeitaktivitäten in der Schweiz. Unterwegs sein in der Natur ist zweifelsfrei eine sinnvolle Beschäftigung und ausserdem gesund. Doch wer dieses Hobby pflegt, geht auch Risiken ein. Denn die Gefahren des Wanderns in den Bergen werden oft nicht wahrgenommen.

Gemäss Angaben der Beratungsstelle für Unfallverhütung (Bfu) verletzten sich jährlich fast 20'000 Personen beim Wandern. 40 Personen verloren im letzten Jahr beim Wandern in den Bergen ihr Leben. 2700 Bergsportler mussten aus einer misslichen Lage befreit werden.

Der Schweizer Alpen-Club führt die erhöhte Anzahl an Not- und Unfällen auf eine Verkettung verschiedener Faktoren zurück: Im Winter sei die Lawinengefahr häufiger erhöht gewesen und im Hochsommer die Tourentätigkeit wegen des schönen Wetters intensiver gewesen. Zudem hätten der schöne Herbst und der aussergewöhnlich milde Vorwinter viele Wanderer in die Berge gelockt.

Sicher über Stock und Stein

Sorgfältige Planung

Planen Sie Route, Zeitbedarf und -reserven sowie Ausweichmöglichkeiten. Berücksichtigen Sie Anforderungen, Wegverhältnisse und Wetter. Informieren Sie Dritte über Ihre Tour, insbesondere wenn Sie allein aufbrechen.

Realistische Selbsteinschätzung

Schätzen Sie Ihre aktuellen Fähigkeiten realistisch ein und stimmen Sie Ihre Planung darauf ab. Überfordern Sie sich nicht. Reicht Ihre Trittsicherheit für einen steilen und schmalen Bergwanderweg?

Gut ausgerüstet

Tragen Sie feste Wanderschuhe mit Profilsohle. Nehmen Sie Sonnen- und Regenschutz sowie warme Kleidung mit. Für die Orientierung ist eine aktuelle Karte hilfreich. Denken Sie an Taschenapotheke, Rettungsdecke und Mobiltelefon für Notfälle.

Gut unterwegs

Müdigkeit kann die Trittsicherheit stark beeinträchtigen. Trinken, essen und rasten Sie regelmässig, um leistungsfähig und konzentriert zu bleiben. Beachten Sie zudem Ihre Zeitplanung und die Wetterentwicklung. Verlassen Sie die markierten Wege nicht. Kehren Sie wenn nötig rechtzeitig um.

So rutschen Sie garantiert nicht aus

Die meisten Unfälle beim Wandern passieren, weil Wanderer ausrutschen, stolpern und stürzen. Bei exponierten Stellen, zum Beispiel an einem steil abfallenden Hang oder bei der Querung einer steilen Rinne, ist besondere Vorsicht geboten. Bei exponierten Stellen gilt:

  • sich konzentrieren und auf den Weg schauen
  • die Füsse sicher und bewusst setzen
  • nicht zu schnell gehen
  • nicht zu grosse Schritte machen
  • sich nicht ablenken lassen durch Gespräche
  • nicht während des Gehens fotografieren, filmen oder die Aussicht bewundern, sondern dafür stehen bleiben
  • sich festhalten, wenn ein Geländer, Seil, Kette o. Ä. vorhanden ist
  • vor der exponierten Stelle noch eine Pause machen, wenn man sich müde fühlt
  • umkehren oder eine allfällige im Vorfeld geplante Alternativroute wählen, wenn man sich bei einer exponierten Stelle unsicher fühlt

Verhalten und Umgang mit Tieren

Tipps und Hinweise zum Umgang mit Rindvieh und Herdenschutzhunden:

Halten Sie Distanz zu Rindvieh
Kälber auf keinen Fall berühren
Hunde an der Leine führen und im Notfall loslassen.

Sie nähern sich einer Herde. Ein Schutzhund bellt, rennt in Ihre Richtung und versperrt Ihnen den Weg.

  • Bleiben Sie ruhig und geben dem Hund Zeit, zu kontrollieren, dass Sie keine Gefahr für seine Herde darstellen.
  • Vermeiden Sie, die Herde zu stören. Halten Sie Distanz zu den Tieren und umgehen Sie nach Möglichkeit die Herde.
  • Folgt Ihnen der Hund beim Weitergehen, so ignorieren Sie ihn – er wird bald zu seiner Herde zurückkehren.

Sowohl Schutzhunde wie Schafe können durch schnelle, überraschende Bewegungen erschreckt werden.

  • Sind Sie mit dem Bike unterwegs, steigen Sie ab und schieben Sie das Rad.
  • Als Fussgänger verlangsamen Sie Ihr Tempo und vermeiden
  • Provokationen mit Stöcken und schnellen Bewegungen.
  • Füttern oder streicheln Sie die Hunde nicht, denn sie sollen bei ihrer Herde bleiben.

Auf fremde Hunde reagieren Schutzhunde besonders aufmerksam.

  • Nehmen Sie den eigenen Hund an die Leine.
  • Lassen Sie ihn jedoch los, wenn es zu einer Konfrontation zwischen den Hunden kommt – sie regeln ihre Rangordnung selbst.
  • Versuchen Sie nicht, mit Ihrem Hund eine geschützte Herde zu durchqueren, sondern umgehen Sie diese. Im Zweifelsfalle kehren Sie um.

Hinweis: Weitere Infos auf www.sicher-bergwandern.ch

Die Unterschiede zwischen den Wanderwegen. (Bild: Bfu)

Die Unterschiede zwischen den Wanderwegen. (Bild: Bfu)

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