WAPPENSCHUTZ: Victorinox-Chef: «Grossen Fehler gemacht»

Im Fall der am Zoll blockierten Ware der Firma Victorinox werden nun die Justizbehörden aktiv. Und CEO Carl Elsener hat sich scheinbar bei Thomas Minder, der die Sache ins Rollen gebracht hat, entschuldigt.

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Carl Elsener, hier mit einem überdimensionierten Sackmesser – dieses steht nicht in der Kritik. (Bild Ana Birchler-Cruz/Neue LZ)

Carl Elsener, hier mit einem überdimensionierten Sackmesser – dieses steht nicht in der Kritik. (Bild Ana Birchler-Cruz/Neue LZ)

Es bestehe der Verdacht, dass geltendes Wappen- und Markenschutzgesetz verletzt worden sei, wie «Sonntag» meldet. Das eingeleitete Verfahren richte sich momentan noch gegen Unbekannt. Die blockierte Ware wurde freigegeben, je ein Muster jedes Artikels – es handelt sich um Reisegepäck – jedoch zurückbehalten. Victorinox-CEO Carl Elsener habe inzwischen ein E-Mail an Thomas Minder geschrieben: «Ich sehe ein, dass ich einen grossen Fehler gemacht habe und bitte Sie um Entschuldigung.»

«Endlich zur Einsicht gekommen»
Elsener habe Minder am vergangenen Donnerstag um einen Fristerstreckungsantrag beim Zoll gebeten, wie der Trybol-CEO auf Anfrage von Zisch bestätigte. «Gerne möchte ich so schnell wie möglich mit Ihnen eine friedliche Lösung finden», zitiert er eine weitere Passage aus Elseners E-Mail. Kommentar: «Nun ist er endlich zur Einsicht gekommen, dass das Verhalten ein kasser Missbrauch an der Marke Schweiz ist – und zwar mit Vorsatz.» Denn Victorinox kenne die Gesetze und die Swissness-Thematik bestens. Seiner Meinung nach hätte der Untersuchungsrichter jedoch die gesamte Ware am Zoll zurückbehalten sollen. Weitere ähnliche Aktionen seien geplant.

Dritte «Bschiss-Liste»?
Vor dem Hintergrund der laufenden Revision des Marken- und Wappenschutzgesetzes doppelt nun womöglich die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) nach, die mit zwei veröffentlichten «Bschiss-Listen» mit Produkten, die laut SKS fälschlicherweise mit Swissness werben, für Schlagzeilen sorgte. «Es ist nicht ausgeschlossen, dass wir eine dritte Liste publizieren», sagt SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder gegenüber der Zeitung «Sonntag». Sie habe seither rund 60 Meldungen zu konkreten Produkten aus der Bevölkerung erhalten, die nun abgeklärt würden.

scd