Wegen Lehrermangel: Studie will herausfinden, was Lehrer in der Schule hält

Eine Studie soll klären, welche Faktoren die berufliche Mobilität von Lehrpersonen beeinflussen. Ausgangslage der Studie ist der stetig zunehmende Lehrermangel.

Raissa Bulinsky
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Laut dem Schweizerischen Bildungsbericht (2018) ist der Lehrermangel weiterhin ein steigendes Problem. So könne nur die Hälfte des jährlichen Mehrbedarfs durch neu diplomierte Lehrpersonen gedeckt werden - was negative Auswirkungen nach sich zieht.

Vor allem Zentralschweizer Schulen nehmen teil

Das vom Schweizerischen Nationalfonds geförderte Forschungsprojekt «WahLiS» untersucht die Umstände, die dazu führen, dass Lehrpersonen eine Schule oder den Lehrerberuf verlassen. Es handelt sich dabei um ein Kooperationsprojekt der Pädagogischen Hochschule Schwyz und der Universität Bern. Dabei soll nicht nur geklärt werden, was Lehrpersonen in der Schule hält, sondern auch, ob Unterschiede zwischen verschiedenen Schulen erkennbar sind. Überdies soll nachgewiesen werden, ob die berufliche Belastung sowie soziale und persönliche Ressourcen mit der Eingebundenheit der Lehrpersonen und deren Kündigungsabsicht zusammenhängen.

Über 60 Schulen aus den deutschsprachigen Kantonen haben an der Studie teilgenommen. Die Mehrheit dieser Schulen sind in der Zentralschweiz zu verorten.

20 Prozent der Lehrpersonen erschöpft und ausgelaugt

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass diverse Belastungen zu einer Kündigung der Lehrperson führen. Dazu gehören: Rollenunklarheiten, Überlastung und Rollenkonflikte. Dies falle je nach Schule unterschiedlich aus. Obschon 80 Prozent der Studienteilnehmer grosse Zufriedenheit im Lehrerberuf erleben würden, fühlen sich dennoch 20 Prozent der Lehrpersonen erschöpft und ausgelaugt, so eine Medienmitteilung.

Wichtig für das berufliche Wohlbefinden und die Eingebundenheit der Lehrperson in die Schule sei die Unterstützung durch die Schulleitung und das Kollegium sowie persönliche Ressourcen, beispielsweise Alter und Erfahrung der Lehrperson.

Pädagogische Hochschule Schwyz

Der Analyse der Studie ist zu entnehmen, dass sich die Kündigungsabsichten der befragten Lehrpersonen nicht zwischen den Schulen unterscheiden. «Das zeigt, dass solche Entscheidungen nicht nur von Belastungen, Ressourcen und Arbeitszufriedenheit abhängen, sondern auch von weiteren Faktoren ausserhalb der Schule», heisst es in der Studie.

Die Studie geht weiter

Um Lehrpersonen in der Schule und allgemein im Beruf zu halten, müssen also Ziele und Verantwortlichkeit der beruflichen Rolle geklärt werden. Zudem müssen Lehrpersonen in einzelnen Aufgaben entlastet und von der Schulleitung sowie dem Kollegium unterstützt werden. Das Forschungsteam wird sich in den kommenden Monaten mit weiteren Einflussfaktoren befassen und die Studie fortsetzen.