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WEGGIS: Eine einzige Sekunde hat alles verändert

Im letzten Frühjahr verunfallte der Landwirt und dreifache Vater Florian Flühler bei der Arbeit schwer. Seither kann er praktisch nicht mehr arbeiten. Eine schwere Belastung für ihn und seine ganze Familie. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft.
Familie Flühler mit Vater Florian (33), Mutter Jasmin (33) und den Kindern Olivia (10, links), Lina (knapp 3) und Larissa (8) in ihrem Bauernhof weit oberhalb von Weggis. (Bild: Boris Bürgisser/LZ)

Familie Flühler mit Vater Florian (33), Mutter Jasmin (33) und den Kindern Olivia (10, links), Lina (knapp 3) und Larissa (8) in ihrem Bauernhof weit oberhalb von Weggis. (Bild: Boris Bürgisser/LZ)

Die achtjährige Larissa schaut gerade ihrem Vater zu, wie er am Steuer des grossen Ladefahrzeugs sitzt. Und sieht, wie das schwere Gefährt im steilen Gelände weit oberhalb von Weggis ins Rutschen gerät. Es kippt, Florian Flühler gerät mit dem Bein unter die Führerkabine. «Ich musste ganz fest weinen», berichtet Larissa heute über das Schockerlebnis. Noch lange Zeit danach konnte sie gar nicht darüber reden. Jetzt geht es ihr wieder besser.

Auch ihre Mutter Jasmin realisiert den Unfall rasch. Florian Flühler selber schafft es, das Handy hervorzuholen, alarmiert die Rega, danach die 144. «Schmerzen fühlte ich in diesem Moment noch keine, ich stand unter Schock und wohl auch unter Adrenalin.» Als Erster trifft ein Polizist am Unfallort ein, danach die Sanität, bald danach die Feuerwehr.

Rund 20 Minuten sind seit dem Unfall vergangen. Die Feuerwehr muss das Fahrzeug zuerst sichern, dann kann es angehoben werden. Florian Flühler wird befreit und fliegt mit dem Rega-Helikopter Richtung Kantonsspital Luzern. Die kleine Larissa ist die ganze Zeit dabei. Ein Feuerwehrmann geht auf sie zu: «Es wird alles gut», versucht er sie zu trösten. Doch einschlafen kann sie in der folgenden Nacht lange nicht.

Zuerst grosses Pech, dann aber auch Glück

Im Nachhinein wird klar: Es war einfach Pech, dass der Unfall passiert ist. Das Fahrzeug kippte nicht einmal an der steilsten Stelle der Liegenschaft. Vielmehr gerieten die Räder in weiches Erdreich und verloren den Halt. Und weil das Gefährt direkt auf eine ebene Stelle abrutschte, konnte es überhaupt kippen.

Im Spital muss Florian Flühler erfahren, wie schwer die Verletzung ist: ein komplizierter und offener Bruch des Unterschenkels, verbunden mit einer Muskelablösung am Schienbein. «Der Arzt meinte: Viel mehr hätte man nicht kaputtmachen können.» Sogar eine Amputation droht. So weit kommt es zum Glück nicht. Doch sind zwölf Operationen notwendig, Florian Flühler muss sechs Wochen im Spital bleiben.

«Gaaanz lang», bringt es Larissas ältere Schwester, die 10-jährige Olivia, auf den Punkt. Für den Verunfallten auch eine psychische Belastung: «Manchmal, etwa wenn eine Muskeltransplantation wieder nicht geklappt hatte, fiel ich -in ein Loch.» Die Familie gibt ihm Halt. So oft wie möglich kommt seine Frau mit den Kindern vorbei. «Däddy zu besuchen, war immer schön», erzählt Larissa.

Und seine Familie bestärkte ihn auch in etwas anderem – in der Überzeugung, den landwirtschaftlichen Betrieb mit dem Milchvieh und den Obstbäumen weiterzuführen. Jasmin Flühler: «Auch die Kinder sagten immer: ‹Gell, wir hören nicht auf, Bauern zu sein.›»

Selbstverständlich ist das nicht. Über ein halbes Jahr nach dem Unfall ist Florian Flühler immer noch zu 100 Prozent arbeitsunfähig. Sich fortbewegen kann er nur in langsamen, humpelnden Schritten. Und dies auf einer Liegenschaft, die punkto Höhe zwar zur Bergzone 1 gezählt wird, punkto Steilheit des Geländes aber Bergzone 2 entspricht. Den Fuss nach oben heben – das geht noch nicht. Selber aufstehen kann er kaum, womit nicht nur das Werken auf dem Gelände unmöglich ist, sondern auch das Melken. Stattdessen muss er täglich ins Dorf zur Therapie und Lymphdrainage. «Däddy muss üben, ohne Krücken zu gehen», weiss Larissa. Sie hat mitgeholfen, ihrem Daddy einen Gehstock zu schnitzen.

Medizinisch gesehen ist offen, ob Muskulatur und Nerven sich genug regenerieren können, dass eine einigermassen vollständige Heilung möglich ist. «Es braucht jetzt viel Geduld», sagt Florian Flühler. Auch wenn er hofft, im nächsten Frühling wieder arbeiten zu können: Erst nach ungefähr zwei Jahren werde er wissen, was nun Sache ist. Anders gesagt: So wie Bein und Fuss nach zwei Jahren sind, so wird es dann vermutlich bleiben.

Auch das Leben der Partnerin wurde auf den Kopf gestellt

Wegen des Unfalls ihres Mannes hat sich auch das Leben von Jasmin Flühler schlagartig geändert. Im Gegensatz zu ihm ist sie nicht bereits in einer landwirtschaftlichen Familie aufgewachsen. Die Liebe hat sie in diese Lebensform geführt. Und nun wurde sie praktisch ins kalte Wasser geworfen, musste selber viel mehr auf dem Betrieb arbeiten und dafür Nebenbeschäftigungen wie die Betreuung von Pflegekindern unterbrechen. Womit auch Verdienste ausfallen, genauso wie bei ihrem Mann, der auf Zusatzerwerbe verzichten muss. Weniger Einnahmen, dafür zusätzliche Kosten etwa für Betriebshelfer: Auch die Finanzen sind aus dem Lot geraten. Hier hilft die LZ-Weihnachtsaktion mit. Damit diese Familie auf ihrem Hof weiterexistieren kann.

Denn eines ist für Florian und Jasmin Flühler klar, auch bestärkt durch die Zuversicht ihrer Kinder: Sie wollen hier weitermachen. Nicht nur, weil sie den Hof erst vor rund eineinhalb Jahren langfristig gepachtet und viel darin investiert haben. «Die Lust, so zu leben und zu arbeiten, ist immer noch da», betont Florian Flühler. «Das Schöne an einem Bauernhof ist, dass man langfristig etwas aufbauen und erreichen kann.» Und Jasmin Flühler ergänzt: «Wir bauen hier vieles selber an und können den Kindern auch vermitteln, woher etwa das Essen kommt und dass es nicht selbstverständlich ist. Das finden wir sehr wertvoll.» Olivia ergänzt: «Ich helfe sehr gerne mit auf dem Hof.» Und ergänzt lachend: «Aber nur, wenn ich nicht muss.»

Eine einzige Sekunde hat das Leben der Familie auf den Kopf gestellt. Aber ihr Zusammenhalt und ihre Zuversicht haben sie über Wasser gehalten. Das ist natürlich auch für Florian Flühler extrem wichtig. «Ich habe im letzten halben Jahr auch viel gelernt. Vor allem, dass man Geschehenes nicht ändern kann, sondern das Beste daraus machen und nach vorne schauen muss.»

Arno Renggli

Heute liegt der Einzahlungsschein bei

Konto Heute liegt der Flyer mit dem Einzahlungsschein zur diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion unserer Zeitung bei. Zum 21. Mal sammelt sie gemeinsam mit ihren Regionalausgaben in Zug, Uri, Ob- und Nidwalden für Menschen in der Zentralschweiz, die in Not geraten sind.

Spenden können Sie auch auf das Postkonto 60-33377-5 oder mit Kreditkarte auf www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Auch SMS-Spenden sind möglich: Wählen Sie Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl).

Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. 2015 wurde mit über 4,2 Millionen Franken ein Spendenrekord realisiert. Die Zahl der Spenderinnen und Spender wuchs auf 15318, was ebenfalls Rekord ist. Seit der Gründung im Jahr 1996 wurden total über 39 Millionen Franken gesammelt.

Jedes einzelne Gesuch wird sorgfältig geprüft

Gesuche zu Gunsten von Menschen in Not können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht, nicht aber von Hilfeempfängern und anderen Privatpersonen. Jedes Gesuch wird vom Beirat sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz, Präsident ist der frühere Luzerner Stadtpräsident Urs W. Studer.
Wir danken unseren Spenderinnen und Spendern ganz herzlich. (red)

Hinweis: Geschäftsleitung LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Tel. 041 429 54 04. lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch.

Melden Sie uns Ihre Aktion

Wir freuen uns über Vereine, Schulklassen, Musikgruppen oder Pfarreien, die für die LZ-Weihnachtsaktion sammeln. Gerne bieten wir Ihnen Gelegenheit, diese in der Zeitung und online anzukündigen. Dies via:

www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion
Oder: Telefon 041 429 54 04
Oder: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch
Zwei Beispiele von Aktionen: Die Valiant Bank spendete 15 000 Franken aus dem Verkauf von Pins und CDs an der «Valiant Charity Night» am Blues-Festival und mit einem Zusatzbetrag.

Am Sonntag, 4. Dezember, singen Schülerinnen und Schüler der Musikschule Kriens zweimal beim Schulhaus Gabeldingen Weihnachtslieder unter der Leitung von Daniela Portmann: 17 Uhr Dattenbergrain 27, 18.30 Uhr Piazza Obere Weinhalde (jeweils Kollekte).

Eröffnet wurde die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion mit dem Startanlass am letzten Dienstag. In der Berichterstattung vom Mittwoch hat sich ein falscher Vorname eingeschlichen. Unter den Gästen war auch der Luzerner FDP-Nationalrat Peter Schilliger. (red)

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