Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

WEIHNACHTSAKTION: «Oft frage ich mich: Wie schaffen das diese Menschen?»

Die Hilfsgesuche, welche bei der LZ-Weihnachtsaktion eingehen, werden sorgfältig geprüft. Dies garantiert der Beirat, der aus Sozialexperten aus der Zentralschweiz besteht. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, früherer Stadtpräsident von Luzern. Er berichtet, welche Schicksale ihn besonders berühren.
Diese weihnächtliche Lichtstimmung symbolisiert treffend die Hilfe, die viele Menschen dank unseren Spenderinnen und Spendern empfangen dürfen. (Bild: Leserbild Priska Ziswiler)

Diese weihnächtliche Lichtstimmung symbolisiert treffend die Hilfe, die viele Menschen dank unseren Spenderinnen und Spendern empfangen dürfen. (Bild: Leserbild Priska Ziswiler)

Urs W. Studer, Sie haben gerade wieder eine Reihe von Hilfsgesuchen geprüft. Gibt es dieses Jahr Fälle, die Sie besonders berührt haben?
Urs W. Studer:
Die gibt es immer wieder, wobei ich nicht über Konkretes sprechen möchte, weil wir alle Gesuche absolut vertraulich behandeln. Besonders berühren mich aber Schicksale, die ähnlich sind wie solche von Menschen, die ich persönlich kenne. Da wird man auch daran erinnert, dass wir alle verletzlich sind und es jeden irgendwann treffen könnte.

Sind diese Hilfsgesuche und die Schicksale dahintert auch ein Spiegelbild unserer Gesellschaft?
Studer:
Not hat zwar viele Gesichter, aber sie ist auch gesellschaftlich geprägt, etwa was die Wahrnehmung betrifft. Aus Sicht eines Jugendlichen zum Beispiel kann Not oder Ungerechtigkeit schon bedeuten, dass seine Kollegen Dinge besitzen, die sich seine Familie einfach nicht leisten kann. Anderseits ist so etwas für einen Jugendlichen auf einem Bergbauernhof kaum ein Thema.

Und doch gibt es auch Schicksale, die unabhängig vom jeweiligen sozialen Hintergrund einfach hart sind.
Studer:
Ja, mit Situationen, die eigentlich nicht zu bewältigen sind. Und da frage ich mich oft: Wie schaffen diese Leute das überhaupt? Hier gibt es ein stilles Heldentum von Menschen, die unermüdlich kämpfen. Die LZ-Weihnachtsaktion kann ihnen Hoffnung und Kraft geben.

Gibt es in den eingegangenen Gesuchen bestimmte Themen oder Probleme, die immer wieder auftauchen?
Studer:
Es gibt vor allem zwei Ursachen, die besonders häufig akute Not und Armut auslösen: zum einen eine schwere Krankheit oder ein Unfall, was das Leben des Betroffenen, aber auch seiner Familie, völlig verändert. Zum anderen sind es Trennungen von Paaren mit Kindern, die meist für beide Seiten nicht nur emotional, sondern auch finanziell sehr belastend sind. Besonders schlimm ist es dann, wenn ein Elternteil den anderen mit den Kindern hängen lässt. Wenn sich zum Beispiel jemand ins Ausland absetzt, ist es völlig aussichtslos, ihn noch irgendwie belangen zu wollen. Und zurück bleibt eine alleinerziehende Person mit Kindern. Die

LZ-Weihnachtsaktion zahlt ja auch Beiträge für eine Unterstützung, die die Sozialbehörde der Gemeinde nicht leisten kann. Warum gibt es in einem Sozialstaat überhaupt solche Lücken?
Studer:
Auch in einem gut ausgebauten Sozialwesen wie dem unseren braucht es klare Spielregeln, was der Staat übernehmen kann und was nicht. Er soll die Lebensgrundlage sichern auf der Basis eines definierten Existenzminimums. Das muss so sein, weil das Sozialwesen sonst ausufern würde. Diese Praxis aber führt immer wieder zu Härtefällen. Da kann die LZ-Weihnachtsaktion viel bewirken.

Können Sie ein Beispiel nennen?
Studer:
Eine Familie kann sich wegen einer Notlage den Musikunterricht oder den Sportklubbeitrag für ihre Kinder nicht mehr leisten. So etwas darf eine Gemeindebehörde normalerweise nicht übernehmen. Wir können einen Beitrag leisten und mit wenig Geld jungen Menschen etwas Wertvolles ermöglichen. Oder wenn ein betagter Mensch, der finanziell extrem knapp gestellt ist, dank Spenden eine neue Brille bekommen kann, bedeutet das für seine Lebensqualität enorm viel.

Sie haben Kinder erwähnt. Wie oft sind sie von der Not betroffen?
Studer:
Die Probleme der Eltern übertragen sich fast automatisch auch auf die Kinder. Sie sind dann meistens die Schwächsten und können sich am wenigsten wehren.

Wenn man so viele Gesuche liest, bleiben Sie da eher distanziert?
Studer:
Die allermeisten Gesuche, die ja von Gemeindebehörden oder sozialen Institutionen gestellt werden, sind zwar recht nüchtern formuliert. Trotzdem scheint immer wieder auf, welche menschlichen Schicksale dahinterstecken. Das sind zum Teil furchtbare Ereignisse und auch sehr komplexe Probleme. Ich und auch die anderen Beirätinnen und Beiräte haben die Erfahrung gemacht, dass man bei der Prüfung der Gesuche immer wieder mal eine Pause machen muss, weil diese Tätigkeit anspruchsvoll ist. Fachlich, aber auch emotional.

Die Beiträge, die Sie an die betroffenen Einzelpersonen und Familien ausrichten, können sicher helfen, aber oft ja nicht die ganzen Schwierigkeiten dieser Menschen lösen.
Studer:
Das ist richtig. Aber auch ein kleinerer Beitrag kann eine enorme Wirkung haben. Zum einen gibt es akute Notsituationen, die überbrückt werden können. Oder wenn etwa eine Familie in Not Geld bekommt, um für die Kinder Kleider zu kaufen, löst das natürlich nicht alle ihre Probleme. Aber es hilft im Moment sehr stark und hat zudem auch eine psychologische Wirkung: Die Menschen spüren, dass sie nicht allein sind. Sie fassen neuen Mut, glauben wieder an die Zukunft und entwickeln daraus auch Tatkraft, diese positiv zu gestalten.

Arno Renggli

Wir sammeln weiter

Die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion läuft erfolgreich. Bereits sind rund 2,8 Millionen Franken eingegangen. Und wir sammeln weiter, damit wir auch in den Tagen nach Weihnachten möglichst vielen Menschen helfen können.

Spenden kann man via Postkonto 60-33377-5 oder www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Neu sind auch SMS-Spenden möglich: Wählen Sie die Nummer 488, und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl), der dann Ihrer Telefonrechnung belastet wird.

HINWEIS
Geschäftsstelle der LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Kontakt: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, 041 429 54 04.

Urs W. Studer, Beiratspräsident. (Bild: PD)

Urs W. Studer, Beiratspräsident. (Bild: PD)

Marianne Moser, Beirätin, Region Seetal. (Bild: PD)

Marianne Moser, Beirätin, Region Seetal. (Bild: PD)

Hans Bucher, Beirat, Region Sursee. (Bild: PD)

Hans Bucher, Beirat, Region Sursee. (Bild: PD)

Esther Ettlin, Beirätin, Kanton Obwalden. (Bild: PD)

Esther Ettlin, Beirätin, Kanton Obwalden. (Bild: PD)

Markus Tresch, Beirat, Kanton Uri. (Bild: PD)

Markus Tresch, Beirat, Kanton Uri. (Bild: PD)

Ruth Garcia, Beirätin, Kanton Nidwalden. (Bild: PD)

Ruth Garcia, Beirätin, Kanton Nidwalden. (Bild: PD)

Anna Christen, Beirätin, Region Willisau. (Bild: PD)

Anna Christen, Beirätin, Region Willisau. (Bild: PD)

Hans Lustenberger, Beirat, Region Luzern. (Bild: PD)

Hans Lustenberger, Beirat, Region Luzern. (Bild: PD)

Margrit Thalmann, Beirätin, Region Entlebuch. (Bild: PD)

Margrit Thalmann, Beirätin, Region Entlebuch. (Bild: PD)

Werner Riedweg, Beirat, Stadt Luzern. (Bild: PD)

Werner Riedweg, Beirat, Stadt Luzern. (Bild: PD)

Renate Falk, Beirätin, Kanton Zug. (Bild: PD)

Renate Falk, Beirätin, Kanton Zug. (Bild: PD)

Ueli Kaltenrieder, Beirat, Vertreter LZ Medien. (Bild: PD)

Ueli Kaltenrieder, Beirat, Vertreter LZ Medien. (Bild: PD)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.