Wellenberg: Ob- und Nidwalden wehren sich

Die Regierungsräte der beiden Halbkantone Ob- und Nidwalden wollen kein Atommüll-Lager am Wellenberg. Deshalb beantragen sie den Bundesrat in einer Stellungsnahme, den Wellenberg aus der Liste der möglichen Standorte zu streichen.

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Der Wellenberg, fotografiert von Wolfenschiessen. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Der Wellenberg, fotografiert von Wolfenschiessen. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann/Neue NZ)

Der Nidwaldner und der Obwaldner Regierungsrat stützen sich vor allem auf geologische und sicherheitstechnische Gründe. Laut einem vom Nidwaldner Regierungsrat in Auftrag gegebenen Gutachten liege der Wellenberg im tektonisch stark beanspruchten frontalen Bereich der Alpen. In diesem Bereich sei es besonders schwierig, die Beschaffenheit der tektonischen Strukturen im Untergrund zu bestimmen und die Auswirkungen der fortschreitenden Gebirgsbildung vorherzusagen. Das mache den Standort Wellenberg zu unsicher für ein Atommüll-Tiefenlager.

Negative Auswirkung auf Tourismus
Der Obwaldner Regierungsrat argumentiert weiter mit negativen Auswirkungen auf den Tourismus in Engelberg. Investoren würden bereits heute mit Zurückhaltung reagieren, wenn sie auf das Atommüll-Lager im Wellenberg angesprochen werden, wie es in einer Medienmitteilung des Obwaldner Regierungsrats heisst. Der Regierungsrat von Nidwalden weist zudem darauf hin, dass das Nidwaldner Stimmvolk in bereits drei Volksabstimmungen das Atommüll-Tiefenlager am Wellenberg abgelehnt hat. Auch die nun vorgelegte Stellungsnahme des Nidwaldner Regierungsrates muss vom Stimmvolk noch abgesegnet werden. Die Abstimmung findet am 13. Februar 2011 statt.

Auch der Kanton Aargau will nicht
Hintergrund dieser Forderung der Regierungsräte ist, dass die Bundesbehörden Ende August entschieden haben, dass weiterhin alle sechs zur Diskussion stehenden Standorte für die Lagerung von Atommüll in Frage kommen. Das sind die Regionen Bözberg (Aargau), Jura-Südfuss (Solothurn, Aargau), Nördlich Lägeren (Aargau, Zürich), Südranden (Schaffhausen), Weinland (Zürich und Thurgau) und Wellenberg (Nidwalden, Obwalden). Mit ihrer Forderung sind die Ob- und Nidwaldner aber nicht allein: Auch der Aargauer Regierungsrat hat sich gerade erst gegen ein Atommüll-Lager im Kanton Aargau ausgesprochen.

pd/das