Weniger Schüler, aber mehr Sonderschulen

Seit 2004 ist die Zahl der Schüler im Kanton Schwyz um 5,4 Prozent zurückgegangen. Auf der andern Seite nehmen die Sonderschulungen zu: sowohl absolut in Zahlen von 333 auf 445 Fälle, aber auch hinsichtlich des Anteils an der Schülerzahl, von 1,9 auf 2,68 Prozent.

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Die in einem Postulat im Kantonsrat aufgeworfene Frage einer eigenen kantonalen Institution für Verhaltensauffällige beantwortet die Regierung abschlägig (Symbolbild Keystone).

Die in einem Postulat im Kantonsrat aufgeworfene Frage einer eigenen kantonalen Institution für Verhaltensauffällige beantwortet die Regierung abschlägig (Symbolbild Keystone).

Anfang 2008 gingen die Verantwortung für die Sonderpädagogik und deren Kosten vom Bund an die Kantone über. Die Schwyzer Regierung hat nun nach fünf Jahren eine Standortbestimmung vorgenommen, wie einer Medienmitteilung vom Donnerstag zu entnehmen ist.

Mit 56,8 Prozent machen die Kinder mit geistiger und schwerer Mehrfachbehinderung die grösste Gruppe Sonderschüler aus. Die Anteile der Kinder mit Verhaltens- sowie Sprachbehinderungen liegen bei 21,4 respektive 17,9 Prozent. Die grösste Zunahme verzeichnen die Verhaltensbehinderungen.

In der Staatsrechnung 2011 beliefen sich die Kosten für die Sonderschulung auf 34,9 Mio. Franken; die Gemeinden beteiligten sich daran mit 8,4 Mio. Franken. Im Rahmen der Sparmassnahmen werden die Gemeinden ab 2013 stärker zur Kasse gebeten. Sie müssen neu 50 Prozent der Kosten der Sonderschulung übernehmen.

Zusammenarbeit unter Gemeinden

Die Regierung erwartet, dass der neue Kostenteiler steuernd wirkt und dazu führt, betroffene Kinder frühzeitig mit niederschwelligen Angeboten zu versorgen. Eine Zusammenarbeit verschiedener Gemeinden könnte sich als nützlich und attraktiv erweisen, schreibt die Regierung.

Die in einem Postulat im Kantonsrat aufgeworfene Frage einer eigenen kantonalen Institution für Verhaltensauffällige beantwortet die Regierung abschlägig. Ein solches Angebot werde erst in letzter Priorität nach dem Ausbau der niederschwelligen integrativen Angebote sowie der Schaffung von speziellen Kleinklasse geprüft.

Auch eine Anpassung der Systematik der Integrierten Sonderschulung betrachtet die Regierung als nicht angezeigt.

sda