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Kolumne

Wenn Einheimische nicht trauen, dann fragen Fremde: «Are you Mister Daniel Müller?»

In seiner achten Kolumne «Gschobe»schreibt der Jass-Experte Dani Müller darüber, wie es ist, wenn ihn Leute auf der Strasse erkennen - und wie sich so interessante Gespräche ergeben.
Dani Müller
Dani Mueller. (Michel Canonica / Tagblatt)

Dani Mueller. (Michel Canonica / Tagblatt)

Es kommt immer wieder mal vor, dass ich als ehemaliger SRF-Jass-Schiedsrichter vom Samschtig- und Donnschtigjass erkannt und manchmal auch angesprochen werde. Häufiger in der jassverrückten Innerschweiz, seltener in der heimischen Ostschweiz, manchmal sogar im Ausland. Häufig werde ich einfach gefragt: «Häsch d’Jass-Charte däbii?» - was ich natürlich bejahe, auch wenn’s nicht so ist. Kürzlich an einem Fest merkte ich, dass ein älterer Herr seinen Blick nicht mehr von mir wendete und mir zunickte.

Sollten wir uns kennen? Ich kann mir Gesichter leider schlecht merken. Nein, doch nicht, scheinbar wieder jemand, der mich erkannt hat aus dem Fernsehen. Kurz darauf gestikulierte er mit einem fremdländisch aussehenden Mann mit Turban und zeigte in meine Richtung. Schnurstracks näherte sich der orientalisch gekleidete Mann und fragte mich ohne Umschweife: «Are you Mister Daniel Müller?» Verdutzt antwortete ich mit einem knappen «Yes! Why?» Der ältere Herr war scheinbar zu schüchtern, mich direkt selber anzusprechen. Ich bedankte mich beim Fremden, ging auf den zurückhaltenden und noch immer abseits wartenden Mann zu und reichte ihm mit einem Lächeln im Gesicht die Hand zum Gruss. Und schon waren wir mitten in einem interessanten Gespräch. Ich erfuhr viel über ihn und dass seine Tochter sogar im selben Ort, ja sogar an derselben Strasse wohnt wie ich. Er zeigte mir ein Foto von seiner Tochter und es stellte sich heraus, dass es meine Nachbarin ist, mit der ich schon öfters im Bus zur Arbeit gefahren bin. Der nette Herr verabschiedete sich von mir den Worten: «Gäll, so chlii isch d’Welt, i legg dir denn ämol öppis in Milchchaschte.» Und ich freute mich schon am nächsten Tag über die frischen Beeren aus seinem Garten.

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