WETTER: Der Winter scheint noch nicht ausgestanden

Nach dem frühlingshaften Wochenbeginn hat eine Kaltfront am Donnerstag einen markanten Wetterumsturz gebracht. Das blieb auch für den Verkehr am Gotthard nicht ohne Folgen.

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Starker Regen: Die Situation auf der A2 bei Göschenen, eingefangen von einer Webcam am Donnerstag kurz vor 19 Uhr. (Bild a2-gottardo.ch)

Starker Regen: Die Situation auf der A2 bei Göschenen, eingefangen von einer Webcam am Donnerstag kurz vor 19 Uhr. (Bild a2-gottardo.ch)

Die Kaltfront war von stürmischen Böen und vereinzelt auch von Gewittern begleitet, wie Emanuele Zala von MeteoSchweiz auf Anfrage sagte. In Schaffhausen wurden Windgeschwindigkeiten von 105 Kilometern pro Stunde (km/h) gemessen. Mit Tempo 95 fegte der Sturm über Saint-Prex am Genfersee hinweg. Auch in Bern und Grenchen wurden über 90 km/h gemessen. Gleichzeitig rasselte das Thermometer in den Keller. In Bern fiel die Temperatur zum Beispiel innerhalb von 70 Minuten von 15 auf sechs Grad. Ähnlich stark und rasch kühlte es in weiten Teilen der Alpennordseite ab.

Massive Schneefälle erwartet
Während es im Norden vorerst bei einigen Millimetern Niederschlag blieb, wurde die Alpensüdseite von Dauerregen heimgesucht. Innerhalb von 24 Stunden fielen 30 bis 50 Liter Regen pro Quadratmeter. Die Meteorologen rechneten mit anhaltenden Niederschlägen in der Nacht zum Freitag. Für die Berge erliessen sie eine Unwetterwarnung wegen Starkschnees. Oberhalb von 2000 Metern müsse insgesamt mit 40 bis 70 Zentimeter Neuschnee gerechnet werden, sagte Zala. Die Schneefallgrenze sank am Donnerstagnachmittag verbreitet auf 1500 Meter; für die Nacht wurde in den Alpentälern Schnee bis gegen 1000 Meter erwartet.

Längerer Stau als am Ostermontag
Entsprechend schwierig gestaltete sich die Rückkehr mit dem Auto aus den verlängerten Osterferien im Süden. Vor dem Südportal des Gotthardstrassentunnels stauten sich die Fahrzeuge am späten Nachmittag auf einer Länge von acht Kilometern. Der Stau war damit länger als am Ostermontag. Die Verkehrsinformation Viasuisse riet zur Benutzung der San-Bernardino-Route. Dort trafen die Autofahrer allerdings im oberen Teil der Zufahrt zum Tunnel auf schneebedeckte Fahrbahnen.

Die Rückkehr des Winters liess auch die Lawinengefahr gebietsweise nochmals auf die Stufe erheblich ansteigen. Dies gilt am Freitag gemäss dem Davoser Institut für Schnee- und Lawinenforschung für die Region Champex, den westlichen Alpenhauptkamm, das südliche Goms und den zentralen Alpensüdhang. Spontane Lawinen könnten vor allem in der Nacht und am Freitagmorgen abgleiten, warnten die Experten.

ap