WETTER: Sturm bläst Anhänger um – Tanne stürzt auf Autos

Das Sturmtief «Susanna» fegte am Dienstag und in der Nacht auf Mittwoch über die Schweiz. Auf den Bergen wurden Windspitzen bis zu 150 Stundenkilometer gemessen.

Drucken
Teilen
Auf der Seedorferbrücke kippte ein Anhänger um. (Bild: Leserbild Alois Furrer-Truttmann)

Auf der Seedorferbrücke kippte ein Anhänger um. (Bild: Leserbild Alois Furrer-Truttmann)

Hinter der Kaltfront des Sturmtiefs «Susanna» hat sich der Wind beruhigt und die stärksten Sturmböen sind überstanden, meldet Meteonews. Dennoch bleibt es auf der Alpennordseite auch in der Nacht und am MIttwoch windig. Meteorologen rechnen mit mässigem bis starkem Südwest- und Westwind. Auf die kräfitigen Niederschläge am Dienstagnachmittag folgen in der Nacht und am Mittwoch weitere Schauer. Die Schneefallgrenze sinkt bis in tiefe Lagen.

Ein paar umgestürzte Bäume und beschädigte Telefonmasten führten im Urnerlandzu kurzen Strassensperrungen respektive zu vereinzelten «Kommunikationsunterbrüchen». Gemäss Pressesprecher Gusti Planzer gingen bei der Kantonspolizei Uri nur wenige Meldungen ein. So musste die Tellsgasse in Altdorf gestern Mittag wegen eines Ziegelwurfs für rund eineinhalb Stunden gesperrt werden. Der Verkehr wurde umgeleitet. Bei der A 2-Ausfahrt in Flüelen machte sich ein wegen einer Föhnböe ausgekuppelter Anhänger eines PW selbstständig, ohne allerdings grösseren Schaden anzurichten. Eine orkanartige Böe bekam auch der Lenker eines Fahrzeugs mit Urner Kontrollschildern in Seedorf zu spüren, als er auf der Seedorferbrücke die darunterliegende Autobahn A 2 überqueren wollte. Weil der Anhänger eine zu grosse Angriffsfläche bot, wurde er von der Wucht des Föhns auf die Seite gedrückt und kippte gegen das Geländer am nördlichen Ende des Trottoirs.

Bei der Einsatzzentrale der Kantonspolizei Schwyzgingen in der Nacht auf Mittwoch ein Dutzend Meldungen ein, die mehrheitlich umgestürzte Bäume sowie Baustellenabschrankungen und -signale betrafen. Die Stützpunktfeuerwehr Küssnacht musste an die Bahnhofstrasse in Küssnacht ausrücken, weil eine Tanne auf vier parkierte Autos stürzte. Die Feuerwehr Galgenen räumte einen umgestürzten Baum zur Seite, der die Wägitalstrasse blockierte. Verletzt wurde niemand.

«Kritische Lawinensituation»

Das Lawinnenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) vermeldet am späten Dienstagnachmittag eine «mit Neuschnee und Wind verbreitet kritische Lawinensituaiton». Die Gefahrenstufen bewegen sich je nach Gebiet von mässig bis erheblich.

Die heftigsten Sturmböen in der Zentralschweiz am Dienstag

  • Gütsch, UR (2287 m ü.M.): 139 km/h
  • Schattdorf; UR (466 m ü.M.): 110 km/h
  • Titlis, OW (3040 m ü.M.): 108 km/h
  • Altdorf, UR (449 m.ü.M): 103 km/h
  • Egolzwil, LU (522 m ü.M.: 97 km/h
  • Altendorf, SZ (700 m ü.M): 93 km/h
  • Pilatus, LU (2106 m ü.M): 92 km/h
  • Luzern; LU (456 m ü.M.): 91 km/h
  • Flühli, LU (884 m ü.M.): 91 km/h
  • Steinhuserberg (Wolhusen), LU (806 m ü.M.): 82 km/h
  • Schüpfheim, LU (760 m ü.M.): 79 km/h
  • Schwyz, SZ 448 m ü.M.): 75 km/h

Quelle: Meteonews

pd/spe/bar/rem

Die Stützpunktfeuerwehr Küssnacht musste an die Bahnhofstrasse in Küssnacht ausrücken, weil eine Tanne auf vier parkierte Autos stürzte. (Bild: Kapo Schwyz)

Die Stützpunktfeuerwehr Küssnacht musste an die Bahnhofstrasse in Küssnacht ausrücken, weil eine Tanne auf vier parkierte Autos stürzte. (Bild: Kapo Schwyz)