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Wikon: SP und SVP fordern Rücktritt des Gemeindepräsidenten

SVP und SP fordern René Wiederkehr in einem offenen Brief zum Rücktritt auf. Der Gemeindepräsident will davon aber nichts wissen.
Ernesto Piazza
In Wikon richten sich die Blicke zunehmend auf den Gemeindepräsidenten.(Symbolbild: Alexandra Wey/Keystone)

In Wikon richten sich die Blicke zunehmend auf den Gemeindepräsidenten.
(Symbolbild: Alexandra Wey/Keystone)

Wikon kommt politisch nicht zur Ruhe: In einem an seine Person gerichteten offenen Brief gehen SVP und SP mit Gemeindepräsident René Wiederkehr (parteilos) hart ins Gericht. Sie verlangen von ihm, «Verantwortung für die begangenen Fehler zu übernehmen und zurückzutreten». Eine Kopie haben auch alle Exekutivmitglieder erhalten.

Der Stein des Anstosses für dieses Vorgehen ist ein Interview im «Zofinger Tagblatt» vom 27. Dezember. So steht es jedenfalls in der gemeinsamen Mitteilung der beiden Parteivorstände.

SVP und SP prangern autoritären Führungsstil an

Direkt und zwischen den Zeilen sei darin zu lesen gewesen, dass die andern das Problem wären. Auch moniert Wiederkehr im «Fall von SVP-Mann Wolfgang Kunzelmann» das Verhalten der Medien. «Ich bin heute noch zutiefst erschüttert, wie man diesen dort schlussendlich dargestellt hat.» Doch während Ratsvizepräsidentin Michaela Tschuor (CVP) an der letzten Gemeindeversammlung sich auch im Namen der damals anwesenden Mitglieder bei Finanzvorsteher Kunzelmann für das schlechte Krisenmanagement entschuldigte, sieht das Wiederkehr etwas anders. Er war damals krankheitshalber abwesend.

Der Gemeindepräsident findet es in Ordnung, wenn man Entschuldigungen ausspricht. «Nur fielen diese bislang einseitig aus.» Er habe das Gespräch zu seinem Ratskollegen gesucht. «Wolfgang Kunzelmann hat es mir aber verweigert.» Daher sieht der Gemeindepräsident die Zusammenarbeit zum Teil als «sehr erschwert». Weiter prangern SVP und SP den autoritären Führungsstil von Wiederkehr an. Damit habe man in einer Kollegialbehörde nichts verloren. Für den Präsidenten ist jedoch klar:

«Wer mich kennt, weiss, ich bin ein konstruktiver und lösungsorientierter Mensch. Mit mir kann man durchaus zusammenarbeiten.»

Gerne hätte Wiederkehr die Chance bekommen, für die FDP als Kantonsrat zu kandidieren. Zur Nichtberücksichtigung erklärt Hildegard Meier, Präsidentin des FDP-Wahlkreises Willisau: «Mein Ratskollege Erich Leuenberger und ich haben mit ihm ein gutes und offenes Gespräch geführt. Wir wollten ihn aus der Schusslinie nehmen.» Auf seiner Homepage sagt er dazu: «Nach einem kurzen Ausflug in eine politische Partei bin ich heute umso mehr überzeugter Parteiloser – und somit kein Parteisoldat.»

Zudem betont Wiederkehr: Die Rückmeldungen an seine Person seien durchwegs positiv. Viele wünschten sich, dass man die alten Probleme anpacke, Lösungen aufzeige und diese dann umsetze. Er sieht «nur noch vereinzelte Protagonisten, die den Schritt ins neue Millennium mutmasslich verpasst haben, die alles schlechtreden, obschon die heutige Situation ausschliesslich von ihnen selbst verursacht wurde». Die politischen Gegner suchten krampfhaft nach Möglichkeiten jede Einzelheit so auszulegen, wie es ihnen recht sei. Mit dem Ziel meine Arbeit und Führungsstil schlecht zu reden.» Solche Äusserungen kommen bei SVP und SP allerdings schlecht an. Zudem können sie Formulierungen wie, die Stimmung im Dorf habe sich verbessert, nicht nachvollziehen. Für Wiederkehr ist aber Fakt:

«Wikon steht heute finanziell besser da als noch vor zwei Jahren erwartet.»

Michaela Tschuor zeigte sich auf Nachfrage überrascht vom Interview des Gemeindepräsidenten. Dies umso mehr, da sie im Gremium den Wunsch geäussert hatte, bis Ende Jahr für die Medien nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Und weiter sagt sie: «Wir wollen uns auf unsere Arbeit konzentrieren. Wir haben ja genügend Pendenzen und das Wirken im Gemeinderat ist weiterhin schwierig.» Sie bestätigt ausserdem, dass die Bürger am traditionellen Neujahrsapéro nicht verstanden hätten, dass der Gemeindepräsident nicht dabei war.

Dieser findet es «schlecht, dass wieder auf eine Person gespielt wird». Für ihn ist aber klar: «Zu einer Demission lasse ich mich nicht drängen. Ich bin nach wie vor gewillt, in Zusammenarbeit mit allen meinen Gemeinderatsmitgliedern die anstehenden Aufgaben anzupacken und zu lösen.»

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