Wilderer schiessen auf Bartgeier

Schon mehrmals wurden junge Bartgeier aus dem Goldauer Tierpark in die freie Wildbahn entlassen. Sie kann allerdings gefährlich sein.

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Im Frühjahr 2011 wurden drei junge Bartgeier aus den Tierpark Goldau ins Calfeisental entlassen. (Bild: Franziska Lüscher)

Im Frühjahr 2011 wurden drei junge Bartgeier aus den Tierpark Goldau ins Calfeisental entlassen. (Bild: Franziska Lüscher)

Es war ein trauriger Fund: Die Bartgeierdame Nicola lag verendet da. Sie war schon 1991 zur Wiedereinbürgerung dieser grossen Vögel im Nationalpark Hohe Tauern in den österreichischen Alpen ausgewildert worden. Was am Fund besonders traurig war, sagt der Schweizer Wildbiologe Daniel Hegglin: «Auf den Vogel war zweimal geschossen worden. Es wurden am Tierkörper zwei verschiedene Sorten von Schrot gefunden.» Also wird vermutet, Wilderer hätten auf Nicola geschossen. Schüsse von Wilderern Eingegangen war die Bartgeierdame nicht an den Schüssen, sondern an einer Bleivergiftung, genauso wie vor zwei Jahren Ikarus. Er war im Bisistal krank eingefangen worden und konnte im Tierpark Goldau nicht mehr gesundgepflegt werden.

Darum kann es vorkommen, dass sie sich von Fleisch von verendeten Tieren ernähren, gegen die Jäger zuvor mit Bleischrot geschossen haben. «Für Greifvögel ist Blei ein starkes Gift», sagt Hegglin. Es macht den Bartgeiern also ohnehin schon zu schaffen. Aber unabhängig davon: «Die Wilderei ist leider ein Thema», sagt Hegglin. Er weiss auch von einem Bartgeier, der vor Jahren im Wallis abgeschossen wurde.

In der Schweiz sei das Wildern kaum ein Thema, sagt Hegglin. Darum würden genetisch besonders wertvolle Vögel in der Schweiz in die freie Wildbahn entlassen, vorab im Sarganserland. Zur Wiederansiedlung des Bartgeiers wurden so im gesamten Alpengebiet schon weit über hundert Vögel ausgewildert. Und zwar an vier möglichst weit auseinanderliegenden Orten. «Dabei stellten wir bisher fest, dass die Bartgeier in der Schweiz eine höhere Überlebensrate haben als etwa in den Südalpen oder auch sonst in Österreich», sagt Hegglin.

Bert Schnüriger

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