WINTER: Auf die Schneeflocken soll die Eisglätte folgen

Der Winter legt weiter zu: Heftige Schneefälle von bis zu 15 Zentimetern im Flachland führten am Dienstag in der Region zu prekären Verhältnissen im Strassen- und Bahnverkehr.

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Eine Sisyphusarbeit: Räumungsdienste bei der Arbeit. (Bild EQ)

Eine Sisyphusarbeit: Räumungsdienste bei der Arbeit. (Bild EQ)

Das Tief «Ture» brachte dem Mittelland am Dienstag zehn bis 15 Zentimeter Neuschnee. In den Voralpen und am Alpennordhang fielen zwischen 30 und 60 Zentimeter, wie MeteoSchweiz mitteilte. Vor allem im Morgenverkehr kam es auf den mit Schnee- und Schneematsch bedeckten Strassen zu vielen Rutschpartien gegen Signaltafeln, Kandelaber und Stromkästen. Landesweit gingen bis am Abend Meldungen zu gegen 200 Verkehrsunfällen ein. Dabei wurden mindestens fünf Menschen schwer verletzt

Autobahn vorübergehend gesperrt
Vielerorts blieben Lastwagen im Schnee stecken und versperrten die Strassen, bis die Schneeketten montiert waren. Die Gotthard-Autobahn A2 wurde während des Tages mehrmals vorübergehend gesperrt, damit die Schneepflüge freie Fahrt hatten. Ab Mittag wurde auf der A2 die Phase Rot für den Schwerverkehr verfügt: Alle Lastwagen, die danach in die Schweiz einfuhren, konnten nur noch bis Thusis (GR) oder Stans fahren.

In Baar im Kanton Zug blockierte ein umgekippter Lastwagenanhänger das Autobahnende in Walterswil-Sihlbrugg, die Ladung – Wein und Nahrungsmittel – lag auf der Fahrbahn. Die Autobahn war während Stunden nur einspurig befahrbar. Zum Artikel »  

Im Kanton Schwyz blieben mehrere Lastwagen auf der Autobahn A4 stecken.  Zum Artikel »  

In Nidwalden wurde die Zufahrt von Dallenwil nach Wiesenberg wegen Lawinengefahr für jeden Verkehr gesperrt. Zum Artikel »

Mehrere Streckenunterbrüche
Die heftigen Schneefälle machten auch dem Bahnverkehr zu schaffen: Die Matterhorn Gotthard Bahn musste wegen starker Schneefälle und Lawinengefahr den Betrieb über den Oberalppass zwischen Andermatt und Dieni ab 17.30 Uhr bis auf weiteres einstellen. Auch die Strecke Oberwald - Andermatt war für jeglichen Zugverkehr gesperrt. Bis auf weiteres eingestellt blieb auch der Autoverlad an der Furka.

Die Brünig-Hasliberglinie der Zentralbahn wurde zwischen Giswil und Meiringen wegen Lawinengefahr unterbrochen. Es verkehrten Ersatzbusse. Zum Artikel »

Und selbst auf der Zahnradbahnlinie Arth-Goldau - Rigi Kulm war am Nachmittag wegen der grossen Schneemengen kein Durchkommen mehr. Zudem war der Betrieb der Luftseilbahn zwischen Krienseregg und Pilatus Kulm wegen Sturm eingestellt.

Lawinen: Gefahr für Wintersportler
Die Lawinengefahr stieg mit den heftigen Schneefällen in Teilen des Schweizer Alpengebiets auf die zweithöchste Stufe «gross». Dies galt für den Alpennordhang östlich des Thunersees, das nördliche Tavetsch und die nördliche Surselva sowie Nordbünden, wie das Institut für Schnee- und Lawinenforschung mitteilte. Es seien viele kleine und mittlere, teilweise aber grosse spontane Lawinen zu erwarten. «Für Wintersportler herrschen neben den Pisten sehr kritische Verhältnisse», warnte das Institut.

Laut MeteoSchweiz sollten die Schneefälle in der Nacht auf Mittwoch durch trockene Kälte abgelöst werden. Hinter dem Tief «Ture» drängt kalte Polarluft in die Schweiz, wie Meteorologe Bernd Konantz sagte. Die Temperaturen dürften im Flachland bis auf minus acht Grad sinken, so dass mit teils vereisten Strassen zu rechnen sei.

ap