WINTEREINBRUCH: Schnee, stürzende Bäume, Sommerpneus

Der Wintereinbruch hat auch auf Zentralschweizer Strassen zu teilweise chaotischen Zuständen geführt. Gestürzte Bäume blockierten Strassen. Es gab zahlreiche Unfälle mit Blechschaden und Stromausfälle.

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Der Winter hat die Zentralschweiz (hier Kinder in Andermatt) fest in der Hand. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Der Winter hat die Zentralschweiz (hier Kinder in Andermatt) fest in der Hand. (Bild Pius Amrein/Neue LZ)

Rekordverdächtige Neuschneemengen für den Monat Oktober meldete MeteoNews für die Nacht auf den Donnerstag. In Andermatt wurden bis um sechs Uhr 53 Zentimeter, in Einsiedeln 46 Zentimeter gemessen. Der schwere, nasse Schnee war für unzählige Bäume zuviel:
Äste und auch ganze Bäume stürzten nieder, blockierten Strassen und Wege.

Umgestürzte Bäume führten mit den teilweise stark schneebedeckten Strassen zu Behinderungen des Verkehrs. Allein im Kanton Luzern gingen rund 80 Meldungen über umgestürzte Bäume und Verkerhsbehidnerungen ein. Unter anderm wurden auch Busoberleitungen beschädigt. Zudem fielen auch Bäume auf Stromleitungen und es kam zu Stromunterbrüchen. Insgesamt waren im Luzernischen 21 Feuerwehren bei Räumungsarbeiten im Einsatz. Mehrere Verkehrsverbindungen mussten gesperrt werden, es kam vereinzelt zu Unfällen.

Gesperrte Strassen und Stromausfälle
Der Wintereinbruch bis in die Niederungen führte im Kanton Zug zu massiven Verkehrsbehinderungen. Die Strassenverbindung Luzern-Zürich war zeitweise unterbrochen. Der Verkehr staute sich auf der A4 zwischen Baar und Cham zeitweise auf eine Strecke von ungefähr zehn Kilometern.

Weil die Strassen durchs Sihltal und über den Hirzel im Kanton Zürich sowie die Strecke Baar-Sihlbrugg gesperrt wurden, lief auf der Autobahn im Kanton Zug gar nichts mehr. Der morgendliche Berufsverkehr blieb stecken. Zeitweise stauten sich die Fahrzeuge auf der A4 im Kanton Zug auf einer Länge von rund zehn Kilometern bis nach Cham. Im Verlaufe des Morgens konnte die Strasse durchs Sihltal wieder geöffnet werden. Der Verkehr kommt aber immer nur stockend voran.

Auf der Ägeristrasse in Baar kam kurz nach neun Uhr ein Linienbus bei einem Auweichsmanöver von der Strasse ab. Verletzt wurde niemand. Die Strasse blieb danach während rund einer Stunde gesperrt.

In Walchwil floss am Morgen während mehr als einer Stunde kein Strom. Auch in Rotkreuz sowie im gesamten Seegebiet von Risch fiel die Stromversorgung gleich mehrmals aus. Zu weiteren kleineren Ausfällen ist es zudem in Neuheim und Oberägeri gekommen.

«Phase Rot» für Lastwagen aufgehoben
Im KantonUri sind nun mit dem Gotthard alle fünf Passstrassen gesperrt. Ob der Gotthardpass in diesem Jahr noch einmal für den Verkehr freigegeben wird, war am Donnerstag noch nicht geklärt. Ausserdem sind die Kantonsstrassen Wassen-Meien, Hospental-Realp und die Göscheneralp gesperrt.

Der Schwerverkehr in Richtung Süd konnte am Donnerstagmorgen nicht wie gewohnt abgefertigt werden. Die Kantonspolizei Uri musste um 6.35 Uhr die «Phase Rot» ausrufen. Seit 9.30 Uhr kann der Lastwagenverkehr wieder dosiert Richtung Süd abgefertigt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich im Kanton Uri rund 120 Lastwagen in den Abstellräumen angestaut.

Rinder auf der Fahrbahn
Der Wintereinbruch führte in den vergangen zwölf Stunden auch im Kanton Schwyz zu schneebedeckten Strassen. Wie die Kantonspolizei Schwyz mitteilt, kam es aufgrund heftiger Niederschläge zu einem halben Dutzend Unfällen und kurzfristigen Verkehrsbehinderungen wegen umgestürzten Bäumen. Personen wurden nicht verletzt.

Nebst den Unterhaltsdiensten standen ebenfalls die Feuerwehren von Altendorf und Reichenburg im Einsatz. An mehreren Stellen befanden sich laut Kantonspolizei Rinder auf der Fahrbahn, die durch den Schnee aus ihren Gehegen entkamen. Sie konnten aber wieder in die Gehege zurückgeführt werden.

Kettenpflicht und geschlossene Bahnen
Im Kanton Obwalden hat für den Schwerverkehr nach Engelberg und über den Brünigpass Kettenpflicht verordnet. Auf den meisten Strassen ist der Personenwagenverkehr gewährleistet. Es ist jedoch mit Behinderungen durch Räumungsarbeiten zu rechnen.

Im Kanton Nidwalden kam es laut Kantonspolizei «trotz prekärsten Strassenverhältnissen» zu nur zwei Verkehrsunfällen. Mit ein Problem am Donnerstagmorgen war die Bereifung der Fahrzeuge. Es seien noch extrem viele Autos mit Sommerpneus unterwegs, sagte der Sprecher der Nidwaldner Polizei. Zudem sorgten umgestürzte Bäume und heruntergefallene Äste auf der Bürgenstockstrasse in Stansstad für Probleme.

Pilatus-Bahnen bleiben geschlossen
Aufgrund der Wetter- und Schneesituation bleibt der gesamte Betrieb der Pilatus-Bahnen (Bahnen, Hotel- und Gastronomie, Merchandising) am Donnerstag. 30. Oktober, sowie am Freitag, 31. Oktober, eingestellt.

sda/ana