WINTERUNIVERSIADE 2021: Zentralschweiz hofft auf breiten Werbeeffekt

Das Bewerbungskomitee für die Austragung der Winteruniversiade 2021 in der Zentralschweiz hat am Freitag seine Kandidatur vorgestellt. Mit der Austragung des zweitgrössten Wintersport-Events weltweit hofft es auf einen Werbeeffekt im In- und Ausland für die Region.

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Regierungsrat und Präsident der Trägerschaft Guido Graf, links, und Urs Hunkeler, Leiter des Bewerbungskomitees. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Regierungsrat und Präsident der Trägerschaft Guido Graf, links, und Urs Hunkeler, Leiter des Bewerbungskomitees. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

An den alle zwei Jahre stattfindenden Studentensportspielen nehmen gegen 1600 Athleten zwischen 17 und 28 sowie fast eben so viele Betreuer und Offizielle aus 50 Nationen und 540 Bildungsstätten teil. Die Winteruniversiade mit über 1000 freiwilligen Helfern gilt nach den Olympischen Spielen als zweitgrösster Multi-Sportanlass im Winter.

Die Austragung in fünf Jahren in der Zentralschweiz gilt als so gut wie sicher. Weitere Kandidaturen gebe es keine, sagte Guido Graf, Luzerner Regierungsrat und Präsident des Trägervereins «Winteruniversiade Luzern-Zentralschweiz 2021», am Freitag an einer Medienkonferenz in Luzern. Offiziell über die Spielvergabe entscheidet der internationale Hochschulsportverband am 5. März in Brüssel.

Die Austragungsorte für 2015 lagen in der Slowakei und in Spanien, die nächsten finden 2017 in Kasachstan und 2019 in Russland statt. Ende Januar/Anfang Februar 2021 wäre die Zentralschweiz an der Reihe.

Motto: «Willkommen zuhause»

Die Innerschweizer Kandidatur steht unter dem Motto «Welcome home». Die Zentralschweiz sei die Wiege der Eidgenossenschaft und zugleich eine Geburtsstätte des Wintersports, sagte Trägervereins-Präsident Guido Graf weiter. Man freue sich daher auf die Rolle als Gastgeber.

Für die Kandidatur konnte sich das Komitee auf die Vorarbeiten rund um eine frühere Bewerbung stützen. 2013 hatte sich die Zentralschweiz mit Ambitionen auf die Olympischen Jugendspiele 2020 die Finger verbannt. Swiss Olympic schickte schliesslich erfolgreich Lausanne ins Rennen.

Hinter der Universiade-Kandidatur stehen alle sechs Zentralschweizer Kantone sowie die Stadt Luzern als Host-City. Wettkämpfe finden überall ausser in Nidwalden statt. Dafür soll der Halbkanton für Rahmenveranstaltungen auf dem Bürgenstock berücksichtigt werden.

Insgesamt stehen elf Sportarten auf dem vorläufigen Wettkampfprogramm. Als Austragungsorte sind vorgesehen: Andermatt/Realp UR (Biathlon), Einsiedeln (Skilanglauf), Engelberg (Curling, Freestyle Skiing, Snowboard), Luzern (Eiskunstlaufen, Short Track Speed Skating), Stoos (Ski Alpin), Sursee (Eishockey Frauen), Zug (Eishockey Männer und Frauen).

Die Eröffnungs- und Schlusszeremonien sollen in Luzern stattfinden. Die ansässigen Hochschulen planen einen wissenschaftlichen Kongress zu Sporthemen.

Kosten von 33,5 Millionen Franken

Die Kosten für die Durchführung sind auf total rund 33,5 Millionen Franken geschätzt. Je rund die Hälfte davon sollen vom Bund und den Kantonen finanziert werden. Hinzu kommen Gelder von Teilnehmern, Sponsoren und Spendern.

Die Spiele könnten günstig und nachhaltig durchgeführt werden, da kein bis nur wenig Geld in neue Infrastruktur oder Unterkünfte gesteckt werden müsse, sagte Urs Hunkeler, Leiter des Bewerbungskomitees.

Die Athlethen und Gäste sollen in Luzerner Hotels sowie in Ausnahmefällen auch im Urserental untergebracht werden. Für die Sportstätten und den Transport würden weitgehend bestehende Infrastrukturen genutzt, sagte Hunkeler. Investitionen sind unter anderem in Realp für zusätzliche Biathlonscheiben geplant.

Von der Austragung des Anlasses, über den bis zu 300 Journalisten in alle Welt berichten, erhoffen sich die Zentralschweizer Kantone und die Stadt Luzern einen breiten Werbeeffekt. Erwartet würden Impulse für das lokale Gewerbe, die Tourismusregionen sowie den Kultur- und den noch jungen Hochschulstandort Zentralschweiz.

Eine Studie der Hochschule Luzern geht davon aus, dass der 33,5-Millionen-Franken-Anlass eine rund doppelt so grosse Brutto-Wertschöpfung generiert, also gegen 70 Millionen Franken.

Letztlich könnte auch die Politik profitieren, sagte der Obwaldner Regierungsrat Niklaus Bleiker, Vizepräsident des Trägervereins. Die Winteruniversiade wäre seit Längerem wieder ein gemeinsames Grossprojekt aller Zentralschweizer Kantone. Dieses könnte der Anstoss sein für weitere Zusammenarbeitsfelder, sagte er. (sda)

Stadträtin und Vorstandsmitglied des Trägervereins Ursula Stämmer. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)

Stadträtin und Vorstandsmitglied des Trägervereins Ursula Stämmer. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)