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Interview

LZ-Weihnachtsaktion:
«Wir helfen unbürokraktisch und schnell»

Der Hochdorfer Sozialexperte Daniel Rüttimann gehört zum Gremium, das ehrenamtlich die Gesuche an die LZ-Weihnachtsaktion prüft. Er erklärt, wie der Beirat arbeitet, wo die Not am grössten ist und was ihn persönlich motiviert.
Arno Renggli
Beirat der LZ-Weihnachtsaktion. Hinten von links: Renate Falk (zuständig für Kanton Zug), Beatrice Frey-Hässig (Luzern-Land), Ueli Kaltenrieder (Luzerner Zeitung), Anna Christen (Region Willisau), Hans Bucher (Region Sursee), Margrit Thalmann (Entlebuch), Ruth Ulrich (Obwalden). Vorne von links: Daniel Rüttimann (Region Hochdorf/Freiamt), Peter Dietschi (Luzern/Emmen), Urs W. Studer (Präsident), Ruth Garcia (Nidwalden), Markus Tresch (Uri), Heidi Ragonesi (Stadt Luzern), Elisabeth Portmann (Geschäftsleiterin). (Bild: Pius Amrein, 31. 10. 2018)

Beirat der LZ-Weihnachtsaktion. Hinten von links: Renate Falk (zuständig für Kanton Zug), Beatrice Frey-Hässig (Luzern-Land), Ueli Kaltenrieder (Luzerner Zeitung), Anna Christen (Region Willisau), Hans Bucher (Region Sursee), Margrit Thalmann (Entlebuch), Ruth Ulrich (Obwalden). Vorne von links: Daniel Rüttimann (Region Hochdorf/Freiamt), Peter Dietschi (Luzern/Emmen), Urs W. Studer (Präsident), Ruth Garcia (Nidwalden), Markus Tresch (Uri), Heidi Ragonesi (Stadt Luzern), Elisabeth Portmann (Geschäftsleiterin). (Bild: Pius Amrein, 31. 10. 2018)

Daniel Rüttimann, seit vier Jahren sind Sie für die LZ-Weihnachtsaktion im Einsatz. Als Mitglied des Beirates prüfen Sie Unterstützungsgesuche. Gibt es Fälle oder Situa­tionen, die Sie besonders berühren?

Wenn wir mit Geldbeiträgen bei Einzelpersonen oder Familien für die Überbrückung einer Notsituation sorgen können, ist das erfreulich. Bedrückend ist, wenn Menschen sich wegen eines Schicksalsschlags völlig neu orientieren müssen. Geld kann hier nur ein Teil der Hilfe sein.

Lässt sich aus den Gesuchen auch eine Art gesellschaftlicher Trend ablesen, wohin sich die Not entwickelt hat?

Viele Leute oder Familien müssen heute als «Working Poor» bezeichnet werden. Sie bemühen sich, arbeiten eifrig und engagieren sich für ihre Kinder. Aber finanziell bleibt ihnen kaum etwas übrig. Kommt mal eine ausserordentliche grosse Rechnung, ist das kaum zu stemmen.

Wer reicht eigentlich die Gesuche an die LZ-Weihnachtsaktion ein? Können dies Hilfsbedürftige selber tun?

Die Organisation der LZ-Weihnachtsaktion hat sich in 23 Jahren absolut bewährt. So erfolgt die Gesuchseingabe nur via akkreditierte Institutionen, rund 300 Stellen auf Gemeinde- und Kantonsebene, kirchliche Sozialdienste sowie soziale Institutionen. Dadurch ist eine kompetente Vorprüfung gesichert.

Wie arbeitet der Beirat genau? Wird zum Beispiel jedes Gesuch vom ganzen Beirat behandelt?

Die meisten Gesuche bewegen sich bezüglich Höhe innerhalb eines Rahmens, in welcher jeder einzelne Beirat aufgrund der Vergaberichtlinien entscheiden kann. Gesuche mit hohen Beträgen oder schwierigen Konstellationen hingegen werden im gesamten Beirat besprochen und entschieden.

Wie gross sind die Beiträge? Wofür wird das Geld eingesetzt?

Bei den meisten Gesuchen erfolgt mit relativ kleinen Beiträgen eine direkte und unkomplizierte Unterstützung. Damit können schwierige Alltagssituationen aufgefangen werden.

Warum braucht es in einem Land mit einer insgesamt guten sozialen Infrastruktur überhaupt so etwas wie die LZ-Weihnachtsaktion?

Wir haben in unserem Land vieles sehr gut geregelt – auch das Sozialwesen. Das kommt letztlich der Bevölkerung zugute. In jedem System gibt es aber auch Lücken. Daher sind oft pragmatische und unkomplizierte Lösungen sehr wertvoll. Genau dies können wir leisten.

Gibt es auch Fälle, wo Menschen oder Familien in eigentlich guten Umständen plötzlich in Not geraten, sodass Sie Hilfe benötigen?

Die gibt es. Und tatsächlich könnte es jeden treffen. Ich denke, dass genau dieses Bewusstsein viele zum Spenden motiviert. Nebst dem Vertrauen uns gegenüber, dass das Geld möglichst sinnvoll und in unserer Region eingesetzt wird.

Die LZ-Weihnachtsaktion arbeitet mit sehr tiefen Verwaltungskosten und kann somit praktisch alle ­Spendengelder an Menschen in Not weitergeben. Können Sie uns verraten, wie hoch diese Kosten liegen?

Die Verwaltungskosten belaufen sich dank den Leistungen der «Luzerner Zeitung» und ihren Regionalausgaben auf unter 5 Prozent, was sehr deutlich unter dem schweizerischen Durchschnitt liegt. Denn gemäss ZEWO werden im Durchschnitt 21 Prozent einer Spende für allgemeine Aufgaben und Spendensammeln (oder Fundraising) verwendet, und 79 Prozent gehen an Projekte. Die LZ-Weihnachtsaktion arbeitet also klar günstiger als dieser Durchschnitt.

Was motiviert Sie, als Beirat ehrenamtlich die Gesuche zu prüfen und dafür Freizeit zu opfern?

Durch meine Tätigkeit als Gemeinderat und in weiteren Funktionen kann ich die Gesuche passend einordnen und somit gewährleisten, dass die Gelder zielgerichtet und im Sinne der Spenderinnen und Spender verwendet werden. Der direkte Nutzen hier ist gut erkennbar, und so stelle ich gerne meine Zeit dafür zur Verfügung.

Daniel Rüttimann (51) ist seit 2012 Gemeinderat in Hochdorf (CVP) mit Ressort Soziales/Gesundheit/Sicherheit. Er ist ver­heiratet und hat zwei erwachsene Kinder.

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