LZ-Weihnachtsaktion: Wir können so vielen helfen wie nie zuvor

3884 Hilfegesuche hat die vergangene LZ-Weihnachtsaktion erhalten. Ein Höchstwert, der zeigt, wie wichtig die Spenden ist.

Arno Renggli
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Über 4,5 Millionen Franken haben unsere Leserinnen und Leser für die LZ-Weihnachtsaktion gespendet, welche gestern abgeschlossen worden ist. Einen Höchstwert gibt es bei den Hilfsgesuchen zu verzeichnen: 3884 haben wir für diese Sammlung erhalten. Dies zeigt, dass es auch bei uns weiterhin viele Notsituationen gibt, bei denen die LZ-Weihnachtsaktion einspringen, lindern und neuen Mut verleihen kann.

Von diesen Gesuchen hat unser Beirat, bestehend aus 13 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten, bereits 3319 geprüft. 3106 konnten positiv entschieden werden. Hochgerechnet bedeutet dies, dass wir am Ende in rund 3600 Fällen Einzelpersonen und Familien helfen können, auch das ist ein neuer Höchstwert. Die hohe Quote von positiven Bescheiden liegt nicht zuletzt daran, dass Gesuche nur von sozialen Institutionen oder Sozialbehörden eingereicht werden können, was schon eine seriöse Vorselektion garantiert.

Jüngere und ältere Menschen profitieren von unserer Hilfe

Unsere Zeitung hat die Sammlung begleitet mit Reportagen, um exemplarisch zu zeigen, in welchen Notsituationen Spendengelder eingesetzt werden. So haben wir zweimal über Familien berichtet, die von einer Krebskrankheit betroffen sind. In einem Fall ist es der Familienvater, dem besonders die Rückkehr des Krebses nach der ersten Therapie auch psychisch schwer zugesetzt hat. Vor allem dank seiner tapferen Frau und seinem kleinen Sohn, aber auch mithilfe der LZ-Weihnachtsaktion, hat er inzwischen aus dem Tief gefunden und schaut mit Zuversicht nach vorne. Im zweiten Fall ist ein zweijähriges Kind von Krebs betroffen. Die beiden Eltern sind extrem gefordert und tun alles, damit der Kleine überlebt und möglichst normal aufwachsen kann. Auch hier war die Hilfe der LZ-Weihnachtsaktion sehr willkommen.

Grosse Anteilnahme hat auch das Schicksal der Zwillinge einer Luzerner Bauernfamilie ausgelöst. Die beiden sind dieses Jahr als extreme Frühgeburten zur Welt gekommen, vor allem das Bübchen kämpfte danach wochenlang um sein Leben, was für das Bauernpaar eine schier unerträgliche Belastung war. Die LZ-Weihnachtsaktion konnte helfen und damit einen kleinen Beitrag dazu leisten, dass bei der Familie inzwischen endlich so etwas wie ein normaler Alltag und Zuversicht eingekehrt sind. Eine andere Bauernfamilie aus Uri, über die wir kürzlich berichtet haben, geriet wegen der schweren Erkrankung des Mannes in Not, die durch den unerwarteten Tod von dessen Vater noch verschlimmert wurde. Auch diese Familie hat, nicht zuletzt auch dank zwei gesunden Kindern, wieder Tritt gefasst.

Ganz besondere Schicksale – ganz besondere Hilfe

Schicksalsschläge wie schwere Unfälle, Krankheiten oder gar Todesfälle sind typische Ereignisse, wo die LZ-Weihnachtsaktion aktiv wird. Aber es gibt es auch sehr individuelle Situationen, etwa, wenn Kinder von seltenen Behinderungen betroffen sind. Und ihnen sowie ihren Familien auch etwas ganz Besonderes helfen kann. Wie bei dem neunjährigen zerebralgelähmten Mädchen, wo die LZ-Weihnachtsaktion bei der Finanzierung eines Spezialvelos mithelfen durfte. Dies ermöglicht der Familie, ihre Tochter an der grossen Leidenschaft aller, dem Velofahren, teilhaben zu lassen. Und für einen Knaben, der an Autismus leidet, ist eine Reittherapie besonders wertvoll. Nicht zuletzt, weil er im Kontakt mit dem Pferd, mit dem er sich gut versteht, kommunikative Fortschritte macht, die er in den Alltag mitnehmen kann.

Nicht nur jüngeren Menschen hilft die LZ-Weihnachtsaktion. Auch in der Schweiz können nicht alle Betagten nach einem oft arbeitsreichen Leben einen materiell sorgenfreien Lebensabend geniessen. So berichteten wir über eine Urner Seniorin, die sich nicht nur um ihre Kinder, sondern viele Jahre auch um ihren Ehemann gekümmert hat. Dieser war als sportlicher junger Mann in den Bergen schwer verunfallt und danach sein restliches Leben auf den Rollstuhl angewiesen.

Nur wenige Monate nach seinem Tod ereilte die tapfere Frau mit einer Krebsdiagnose ein weiterer Schicksalsschlag. Von der Begegnung mit ihr waren wir sehr beeindruckt. Obwohl ihre aufopfernde Liebe so schlecht belohnt worden ist, und sie nun starke Therapien über sich ergehen lassen muss, hat sie ihren Humor und die Lebensfreude nicht verloren. Ihr hat die LZ-Weihnachtsaktion genauso gerne geholfen wie vielen anderen Menschen auch.