Wohnhausbrand fordert drei Todesopfer

Was bereits am Montagmittag vermutet werden musste, ist jetzt traurige Gewissheit: Der Vollbrand eines Holzhauses in Steinerberg hat drei Todesopfer – darunter zwei Kinder – gefordert. Drei weitere Personen wurden verletzt.

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Die Feuerwehr kann das komplette Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: Kapo Schwyz)

Die Feuerwehr kann das komplette Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: Kapo Schwyz)

Bei den Toten dürfte es sich um ein 4- und um ein 9- jähriges Mädchen sowie eine 82-jährige Angehörige der Familie handeln. Sie galten seit dem Brand als vermisst. Laut Florian Grossmann von der Schwyzer Kantonspolizei wurden die Leichen am frühen Montagabend aus dem total zerstörten Wohnhaus geborgen. Sie  werden zur Identifizierung und Klärung der Todesursache ins Institut für Rechtsmedizin der Universität Zürich überführt. Bezüglich der Brandursache liegen keine neuen Erkenntnisse vor.

Weil das Haus einsturzgefährdet war, konnte die Brandruine lange nicht betreten werden. Mit einem Kran musste das zerstörte Haus erst abgebaut werden.

Rettung aus eigener Kraft

Die Feuerwehr kann das komplette Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: Kapo Schwyz)

Die Feuerwehr kann das komplette Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: Kapo Schwyz)

Der Vater (49), die Mutter (40) und der 10-jährige Sohn bemerkten gegen drei Uhr im Haus Feuer und starken Rauch und konnten sich in letzter Sekunde vor den Flammen in Sicherheit bringen. Sie erlitten Brandverletzungen und eine Rauchgasvergiftung und mussten hospitalisiert werden. Die drei Personen befinden sich ausser Lebensgefahr.

Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte in Rossbüel oberhalb des Dorfes Steinerberg stand das Holzhaus bereits in Vollbrand. Die Feuerwehr habe nicht mehr verhindern können, dass das Gebäude vollständig zerstört wurde, teilte die Schwyzer Kantonspolizei mit.

Gegen Morgen konnte das Feuer gelöscht werden. Insgesamt standen rund 100 Personen der Feuerwehr, Sanität und Kantonspolizei im Einsatz.

Beim niedergebrannten Haus handelt es sich laut Grossmann um ein freistehendes Gebäude auf einem Landwirtschaftsbetrieb. Weitere Gebäude wurden keine beschädigt. Die Brandursache ist unbekannt. Zur Klärung wurde das Forensische Institut Zürich beigezogen.

sda/zim/bep

Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
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Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Das Grundstück des niedergebrannten Wohnhauses in Steinerberg ist grossräumig abgesperrt. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Das Grundstück des niedergebrannten Wohnhauses in Steinerberg ist grossräumig abgesperrt. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)
Feuerwehrmänner inspizieren das Haus, welches in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)
Ein Feuerwehrmann steht vor dem Haus und hört den Funk ab. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)
Feuerwehrmänner inspizieren das Haus, welches in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)
Feuerwehrmänner inspizieren das Haus, welches in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. (Bild: Keystone/Steffen Schmidt)
Feuerwehrmänner inspizieren das Haus, welches in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. (Bild: Irene Infanger/Neue SZ)
Feuerwehrmänner inspizieren das Haus, welches in der vergangenen Nacht abgebrannt ist. (Bild: Irene Infanger/Neue SZ)
Bild: Irene Infanger/Neue SZ
Bild: Irene Infanger/Neue SZ
Bild: Irene Infanger/Neue SZ
Bild: Irene Infanger/Neue SZ
Bild: Irene Infanger/Neue SZ
Bild: Irene Infanger/Neue SZ
Die Feuerwehr kann das vollständige Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: newspictures.ch)
Die Feuerwehr kann das vollständige Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: Kapo Schwyz)
Beim Eintreffen der Feiuerwehr steht das Haus bereits in Vollbrand. (Bild: newspictures.ch)
Beim Eintreffen der Feiuerwehr steht das Haus bereits in Vollbrand. (Bild: newspictures.ch)
Beim Eintreffen der Feiuerwehr steht das Haus bereits in Vollbrand. (Bild: newspictures.ch)
Die Feuerwehr bei den Löscharbeiten. (Bild: newspictures.ch)
Die Feuerwehr kann das vollständige Niederbrennen des Wohnhauses nicht verhindern. (Bild: newspictures.ch)
Das komplett niedergebrannte Wohnhaus. (Bild: Kapo Schwyz)

Die Einsatzkräfte bei den Aufräumarbeiten, ein Tag nach dem schrecklichen Brand in Steinerberg. (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Brände mit mehreren Todesopfern sind eher selten

Feuersbrünste, die mehrere Todesopfer fordern, sind in der Schweiz eher selten. Hier die schwerwiegendsten Brände des letzten Vierteljahrhunderts:

15. Nov. 2008:Beim Brand in einem Nachtlokal in Augst BL werden drei Tänzerinnen getötet. Ein Mann wird wegen Brandstiftung verhaftet und 2011 zu einer lebenslangen Strafe verurteilt.
12. Dez. 2005: Beim Brand eines umgebauten Bauernhauses kommen in Kallnach BE eine Frau und zwei ihrer drei Kinder ums Leben. Ursache des Feuers könnte eine brennende Kerze gewesen sein.
30. März 2005: Bei einem Wohnungsbrand in Beinwil am See AG kommen ein Paar und ihr dreijähriges Kind ums Leben.
27. November 2004: In Gretzenbach SO sterben sieben Feuerwehrleute, als bei einem Brand das Dach einer Tiefgarage einstürzt. Die Bauherren werden 2011 in zweiter Instanz frei gesprochen.
24. Okt. 2001:Eine Brandkatastrophe im Gotthardtunnel fordert elf Opfer. Das Feuer war beim Zusammenstoss von zwei Camions ausgebrochen.
14. Mai 1997: Drei Tote fordert ein Brand eines Wohnhauses in Lausanne.
15. April 1997: Beim Brand eines Wohnhauses in Otten bei Lauerz SZ sterben eine Frau und ihre beiden Kinder. Der Vater erleidet schwere Verletzungen.
19. Juli 1996: Ein Grossbrand zerstört die Papierwarenfabrik Tela in Niederbipp BE. Drei Feuerwehrleute kommen beim Brand ums Leben.
19. Februar 1994: Beim Brand eines Wohnhauses in Gebenstorf AG kommt eine Familie aus dem ehemaligen Jugoslawien - ein Ehepaar mit einem Kind - ums Leben.
14. März 1992: Ein Grossbrand in St. Gallen fordert vier Todesopfer. Rund 20 Menschen werden obdachlos.
2. Juli 1989:Vier tamilische Asylsuchende, darunter zwei Kinder, kommen beim Brand einer Vier-Zimmer-Wohnung in Chur ums Leben. Zehn weitere Personen werden zum Teil schwer verletzt. Die Brandursache wird nie vollständig geklärt.
14. Februar 1988: Ein Grossbrand im Panorama-Grill-Restaurant des Hotels International in Zürich-Oerlikon fordert sechs Menschenopfer. Das Feuer entzündet sich wegen unsachgemässem Hantieren mit Brennsprit.
7. Juli 1986: Eine Brandkatastrophe in einem alten Engadinerhaus in Scuol im Unterengadin fordert sechs Tote.

Die Brände bei Sandoz in Schweizerhalle BL 1986, der Luzerner Kapellbrücke 1993, in der Altstadt von Thun und von Freiburg 1998, im Liechtensteinischen Balzers 2001, in Flims GR 2006 und in Herisau AR 2009 verursachten zwar grosse Sach- und Umweltschäden, forderten aber keine Menschenleben.

sda