WOLLERAU: Was Christoph Blocher sozial findet

Was ist sozial? Dieses Frage versuchte alt Bundesrat Christoph Blocher gestern in der Wollerauer Kirche zu beantworten.

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Alt Bundesrat Christoph Blocher auf der Kanzel der Wollerauer Kirche. (Bild Ilona Raymann/Neue SZ)

Alt Bundesrat Christoph Blocher auf der Kanzel der Wollerauer Kirche. (Bild Ilona Raymann/Neue SZ)

Die Wollerauer Kirche erlebte gestern einen Grossaufmarsch. Jung und Alt wollte wissen, was alt Bundesrat Christoph Blocher zum Thema «Was ist sozial?» zu sagen hatte. In Wollerau ist es Tradition, dass in der evangelisch-reformierten Kirche am Eidgenössischen Dank-, Buss- und Bettag ein Gastreferent aus der Politik eingeladen wird.

«Was ist sozial? Diese Frage betrifft uns alle», eröffnete Blocher seine Rede. «Sozial sein gehört zum guten Tun, das man sich gerne an den Hut steckt», kritisierte er zu Beginn. Sozial bezeichne ein Verhalten, eine Gesinnung, welche zwingend zum Menschen gehöre.  Dabei stellte er fest: «Leider hat bei diesem Wort eine geradezu babylonische Verwirrung stattgefunden.» Grund für diese Verwirrung sei die gängige gesellschaftliche und politische Auffassung, es gebe zwei menschliche Verhaltensweisen, sagte Blocher.

«Sich der Wirklichkeit entsprechend verhalten»
Einerseits das moralisch Hochstehende; zum Beispiel das soziale Verhalten, das erreicht werden kann und zu dem man sich ebenso selbstverständlich selber bekennt. Anderseits gebe es das unsoziale, das unmoralische Verhalten, das angeblich immer noch von der Mehrzahl der unverantwortlichen Zeitgenosssen ausgeübt werde und zu denen man sich aber ebenso selbstverständlich nicht dazuzähle. «Ist richtiges Wirken nicht besser, als ?nur? Gutes, Selbstloses zu tun?» Man könne zwar offiziell Gutes tun, aber gerade dadurch Schlechtes bewirken.

Dazu brachte Blocher die Entwicklungshilfe für Afrika zur Sprache. Seit 50 Jahren versuche man das Bruttosozialprodukt von zwei Prozent zu steigern. Die Infragestellung dieser Art von Hilfe werde plötzlich zur Existenzfrage für die Helfenden. «Der Niedergang Afrikas wird weitergehen. Doch Hauptsache ist: die westlichen Politiker sind ?sozial?», kritisierte Blocher. Wirklich sozial sein heisse eben, sich der Wirklichkeit entsprechend so zu verhalten, dass es funktioniere im Leben.

Ilona Raymann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag in der Neuen Schwyzer Zeitung.