Zeichen der Solidarität

Die Zentralschweiz lebt die Solidarität. So spüren es die Politiker, und unsere Leser beweisen es bei der LZ-Weihnachtsaktion. Doch nicht immer misst sich Solidarität am Geldbetrag.

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Auch sie zeigen Herz für Not leidende Menschen in unserer Region (von links): Erwin Bachmann (Stiftungsratspräsident der LZ-Weihnachtsaktion), Joachim Eder (Zuger Ständerat), Urs W. Studer (neuer Beiratspräsident der LZ-Weihnachtsaktion) und Guido Graf (Sozialdirektor Kanton Luzern). (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Auch sie zeigen Herz für Not leidende Menschen in unserer Region (von links): Erwin Bachmann (Stiftungsratspräsident der LZ-Weihnachtsaktion), Joachim Eder (Zuger Ständerat), Urs W. Studer (neuer Beiratspräsident der LZ-Weihnachtsaktion) und Guido Graf (Sozialdirektor Kanton Luzern). (Bild: Pius Amrein/Neue LZ)

Die Schweiz ist reich, die Zentralschweiz privilegiert. Trotzdem gibt es auch in unserer Region Not, und etliche Personen fallen durch die Maschen des Sozialnetzes. Die LZ-Weihnachtsaktion hilft genau solchen Menschen. Am MIttwoch fand der Startanlass zur 17. Sammlung statt, musikalisch untermalt vom Herrenchor der Luzerner Sängerknaben unter der Leitung von Eberhard Rex.

Soziales Engagement

Der Zuger Ständerat Joachim Eder nutzte die Chance, um in seinem Referat darauf hinzuweisen, dass «niemand nur eine Nummer im Getriebe der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft sein darf. Die Stärke eines Volkes misst sich immer am Wohl der Schwächsten.» So stehe es auch in der Präambel der Bundesverfassung. Die LZ-Weihnachtsaktion habe genau dieses soziale, wohltätige und gemeinnützige Engagement zum Ziele, so Eder weiter, nämlich «den Einsatz für jene Mitglieder unserer Gesellschaft, welche dringend Unterstützung brauchen».

Die Solidarität in der Zentralschweiz ist gross. Die Urner Regierungsrätin Barbara Bär sagt: «In unserem Bergkanton haben wir einige tragische Notsituationen. Wir spüren dabei die Solidarität über die Kantonsgrenzen hinaus. Ich hoffe, dass wir dies in einer anderen Form zurückgeben können.» Ihr Luzerner Regierungskollege Guido Graf hat momentan alle Hände voll zu tun, um für Asylsuchende genügend Unterkünfte bereitzustellen. «4100 Flüchtlinge brauchen im Kanton Luzern ein Bett. Wir schaffen das. Aber nur, weil die Leute solidarisch sind. Zu dieser Solidarität müssen wir Sorge tragen.»

Viele Unternehmungen der Zentralschweiz unterstützen auch in diesem Jahr wieder die LZ-Weihnachtsaktion. Dass gelebte Solidarität von Firmen und deren Chefs nicht nur übers Portemonnaie geht, zeigt Bernard Kobler, CEO der Luzerner Kantonalbank. Er hat jüngst bei Bergbauern selbst Hand angelegt und auf dem Hof mitgeholfen.

Regionale Verantwortung

Für die Kantonalbank sei die LZ-Weihnachtsaktion eine Möglichkeit, ihrer regionalen Verantwortung nachzukommen, so Kobler. Wenn eine Firma erfolgreich sei, sei es umso schöner, sich solidarisch zu zeigen. Eine Geste, die auch Hans und Markus Schmid von der Ebikoner Schmid-Gruppe einmal mehr grosszügig zeigen. Sie haben der LZ-Weihnachtsaktion für dieses Jahr einen Betrag von 200 000 Franken gespendet.

Überrascht, wie viele sogenannte «Working poor» es trotz Sozialwerken gebe, war der Zuger Nationalrat Thomas Aeschi. Trotzdem warnte er, dass stets der Staat für diese in die Bresche springen sollte. «Früher waren Kirchen und Private für solche Menschen da. Ich hoffe deshalb, dass auch dieses Jahr wieder viele Privatpersonen spenden.»

Mit Empathie und Gesprächen

Und wie kann die Solidarität in der Zentralschweiz trotz staatlichen Sparpaketen hochgehalten werden? Trix Dettling Schwarz, die Luzerner Kantonsratspräsidentin, setzt auf Empathie und Gespräche: «Wir müssen aufeinander eingehen, uns in die anderen einfühlen. Aus der Distanz ist es schwierig, solidarisch zu sein.»

Einfühlen – das war das Markenzeichen von Klaus Fellmann. Er übergab nach zwölf Jahren im Beirat der Weihnachtsaktion das Präsidium an Urs W. Studer und erhielt dafür von Stiftungsratspräsident Erwin Bachmann die Auszeichnung «Herz der Weihnachtsaktion».

Christian Bertschi

Eine Spendenaktion für die Zentralschweiz

Zentralschweizer spenden für Menschen in Not in unserer Region: Das ist seit 1996 der Grundgedanke der LZ-Weihnachtsaktion, die seit 2006 als Stiftung organisiert ist. Die Leserinnen und Leser der «Neuen Luzerner Zeitung» und ihrer Regionalausgaben lassen ihr Herz sprechen und spenden Geld, damit Familien und Einzelpersonen geholfen werden kann. Auch zahlreiche kleine und grosse Firmen gehören zu den treuen Spendern.

Not und Armut hat viele Gesichter: Wir stellen von November bis Anfang Januar in unserer Zeitung Situationen von Menschen vor, die Hilfe nötig haben.

Am Samstag dieser Woche liegt unserer Zeitung ein Flyer mit Informationen und Einzahlungsschein bei. Spenden können Sie ab sofort: Postkonto 60-33377-5oder online: .

Der Startanlass der LZ-Weihnachtsaktion 2012 vom Mittwoch wurde musikalisch umrahmt vom Herrenchor der Luzerner Sängerknaben. Den Apéro spendierte die Neue Luzerner Zeitung AG.

Seit dem Start im Jahr 1996 wurden mehr als 24 Millionen Franken an die LZ-Weihnachtsaktion gespendet. Letztes Jahr betrug das Spendenergebnis 3,2 Millionen Franken, und es wurden 2210 Hilfsgesuche eingereicht.

rs