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Kommentar

Zentralbahn: Die Pendler sind die Leidtragenden

Der wirtschaftliche Erfolg der Zentralbahn bringt auch Spannungen mit sich.
Jonas von Flüe

Die Zentralbahn-Strecke Luzern–Interlaken Ost ist beliebt. Zwischen 2008 und 2018 sind die Passagierzahlen um 37 Prozent gestiegen. Besonders stark zugenommen hat die Anzahl internationaler Touristen. Auf diese Entwicklung ist man bei der Zentralbahn logischerweise stolz.

Doch der wirtschaftliche Erfolg bringt auch Spannungen mit sich: Denn die Interregio-Züge Richtung Sarnen sind oft überfüllt. Vor allem in der touristischen Hochsaison akzentuiert sich das Problem: Asiatische Reisegruppen vermischen sich zu Spitzenzeiten mit Pendlern, die von ihrem Arbeitsort Luzern zurück zu ihrem Wohnort im Kanton Obwalden fahren. Während sich die Touristen auf ihren reservierten Plätzen breitmachen, bleibt den Pendlern oft nur ein Stehplatz. Denn rund ein Drittel der Wagen ist jeweils für Gruppen reserviert. Klar, fühlen sich Pendler verdrängt.

Diese Entwicklung ist gefährlich: Pendler bezahlen viel Geld für ihr GA oder Streckenabo und dürfen deshalb ein adäquates Angebot verlangen. Die langsameren S-Bahnen sind ein schlechter Ersatz. Immerhin: Für das Jahr 2022/23 hat die Zentralbahn neues Rollmaterial angekündigt, um Engpässe zu Spitzenzeiten zu beheben. Bis das Rollmaterial da ist, sollte die Zentralbahn allerdings auf Reservationen zu Stosszeiten verzichten. Denn der wirtschaftliche Erfolg darf nicht auf Kosten der einheimischen Bevölkerung erfolgen.

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