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ZENTRALSCHWEIZ: 20 Millionen Franken für Sanierungen – Regierungen wollen weiter Energie sparen

Die Zentralschweizer Kantone zahlen den Hauseigentümern heuer gut 20 Millionen Franken für die Sanierung ihrer Fassaden aus. Mitunter werden aber die einzelnen Beiträge pro Besitzer gekürzt.
An der Grabenstrasse in Zug werden im Zuge der Lärmsanierung die Fenster ersetzt. (Bild: Zuger Zeitung/ Archiv)

An der Grabenstrasse in Zug werden im Zuge der Lärmsanierung die Fenster ersetzt. (Bild: Zuger Zeitung/ Archiv)

Die Rechnung ist einfach: undichte Fenster plus schlechte Isolation gleich höhere Heizkosten. Die Formel leuchtet zwar schnell ein. Dafür dauert es länger, etwas gegen den Wärmeverlust in den eigenen vier Wänden zu unternehmen. Kommt hinzu: Sanierungen kosten Geld. Das wissen Hauseigentümer, das wissen aber auch die Behörden. Deshalb stellen die Zentralschweizer Kantone im Jahr 2018 gut 20 Millionen Franken bereit, die sie an Hausbesitzer auszahlen, welche die Energiebilanz ihrer Liegenschaften verbessern wollen. Dabei handelt es sich um Bundesgelder, die über die CO2-Abgaben für fossile Brennstoffe generiert werden. Der diesjährige Gesamtbetrag entspricht in etwa jener Summe, welche die Hauseigentümer 2017 bezogen.

Damals zeigte sich: Die Nachfrage ist gross. In den sechs Zentralschweizer Kantonen wurden zusammen 1100 Fördergesuche bewilligt – 450 mehr als im Durchschnitt der Vorjahre, wie die Luzerner Staatskanzlei mitteilte.

Luzern und Schwyz zahlen tiefere Beiträge aus

«Dieser Erfolg bestätigt die Wirksamkeit des Förderprogramms», sagt dazu der Zuger Baudirektor Urs Hürlimann (FDP). Hinzu komme ein weiterer Effekt: Das Gewerbe profitiert. «Das stimmt», bestätigt Gaudenz Zemp. Der Direktor des Luzerner Gewerbeverbands erklärt: «Einerseits profitieren die Unternehmer selber von den Beiträgen für ihre eigenen Gebäude.» Andererseits, und fast wichtiger, «löst die Unterstützung natürlich auch Aufträge aus», so Zemp, der für die FDP im Luzerner Kantonsrat politisiert. Das zeigen auch die Zahlen: Laut der Staatskanzlei hat das Förderprogramm Aufträge in der Gesamthöhe von 100 Millionen Franken ausgelöst.

Gute Nachrichten also. Doch eine Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Die Kantone Luzern und Schwyz beispielsweise haben ihre einzelnen Beiträge an die Hausbesitzer gekürzt. Im Falle Luzerns unter anderem aufgrund der hohen Nachfrage. Schwyz und Luzern zahlten im letzten Jahr 60 Franken pro Quadratmeter wärmegedämmter Fläche aus. Dieses Jahr werden es nur deren 40 sein. Robert Küng (FDP), Baudirektor des Kantons Luzern, sagt zur Kürzung: «Wir wollen auch 2018 wieder möglichst viele Sanierungsprojekte unterstützen, nachdem unsere Fördermittel letztes Jahr bereits im November ausgeschöpft waren.» Hinzu komme, dass die Förderbeiträge an den Kanton Luzern heuer einen Drittel tiefer sind als noch 2017. Für dieses Jahr erhält Luzern gut 9 Millionen Franken aus Bern für die Energieförderung. Auf Nachfrage erklärt das Luzerner Umweltdepartement die Gründe für die Kürzung der Bundesgelder: Einerseits sei der Verteilmechanismus auf dieses Jahr geändert worden, andererseits seien die Sockelbeiträge im Jahr 2017 überdurchschnittlich hoch gewesen.

Das Förderprogramm Energie sorgte im Kanton Luzern Ende letzten Jahres für Diskussionen im Parlament. So beantragte SP-Kantonsrat Hasan Candan (Luzern), auf eine Reduktion der Förderbeiträge zu verzichten. Noch weiter ging Grünen-Kantonsrat Andreas Hofer (Sursee) mit seinem Antrag, das Budget für Energieförderprogramme jedes Jahr um mindestens 50 000 Franken zu erhöhen. Beide Anträge wurden in der Debatte um den Aufgaben- und Finanzplan 2018–2021 deponiert – und vom Parlament deutlich abgelehnt.

Kilian Küttel

kilian.kuettel@luzernerzeitung.ch

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