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ZENTRALSCHWEIZ: Albeli und Seesaiblinge dominieren Fischfauna im Vierwaldstättersee

Forscher haben erstmals die Fischfauna des Vierwaldstättersees mit standardisierten Methoden quantitativ untersucht. Dabei kam heraus: Albeli und Seesaiblinge dominieren die Zentralschweizer Unterwasserwelt. Im Urnersee entdeckten sie zudem den Tiefseesaibling wieder.
Doch nicht ausgestorben: Der Tiefseesaibling. (Bild: Eawag)

Doch nicht ausgestorben: Der Tiefseesaibling. (Bild: Eawag)

Bisher basierte das Wissen über die verschiedenen Fischarten hauptsächlich auf den Fängen der Berufs- und Angelfischer. Diese wiederum konzentrierten sich auf bestimmte Fischarten und Grössenklassen. Ihre Fänge zeigten also nicht die tatsächliche Zusammensetzung der Fischgemeinschaft.

Deshalb rief die Eidgenössische Anstalt für Wasserversorgung, Abwasserreinigung und Gewässerschutz (Eawag) mit Partnern von Bund, Kanton und Forschung das schweizweite "Projet Lac" ins Leben. Dieses hat zum Ziel, die Fischfauna verschiedener Alpenseen mit standardisierten Methoden zu erheben und zu vergleichen, wie die Eawag am Donnerstag mitteilte.

Die Untersuchungen wurden mit Echolot, verschiedenen Netztypen von unterschiedlicher Maschenweite sowie gezielten Befischungen von Uferlebensräumen vorgenommen. Die gefangenen Fische wurden identifiziert, vermessen und fotografiert.

Innerhalb von sechs Tagen führten die Forscher 252 Befischungsaktionen durch. Dabei wurden 2479 Tiere von 21 verschiedenen Fischarten aus dem Wasser gezogen.

Albeli und Seesaiblinge in Überzahl

Da nicht alle Lebensräume gleich intensiv untersucht wurden, rechnete das Forschungsteam die ausgewerteten Daten auf die tatsächliche Grösse der vorhandenen Lebensräume hoch. Dabei zeigte sich: Die Fischfauna im Vierwaldstättersee wird von Albeli und Seesaiblingen dominiert.

Die Fänge der Berufsfischerei unterscheiden sich stark von den standardisierten Fängen. Während die Berufsfischerfänge zu mehr als drei Vierteln aus Albeli und anderen Felchenarten bestehen, machten diese im «Projet Lac» nur etwa die Hälfte aus, schreibt das Eawag. Dafür waren in den «Projet Lac»-Fängen insbesondere der Seesaibling und die verschiedenen Cyprinidenarten deutlich stärker vertreten.

Von allen im Rahmen des «Projet Lac» untersuchten Alpenrandseen weise der Vierwaldstättersee die grösste dichte an Seesaiblingen auf, hiesst es weiter. Mehr Saiblinge wurden nur in Bergseen wie dem Lagio di Poschiavo und dem Silsersee beobachtet. Mit den standardisierten Fängen liessen sich verschiedene Seen gut miteinander vergleichen.

Besonders erfreulich ist für die Forscher die Wiederentdeckung des historisch beschriebenen Tiefseesaibling im Urnersee. 1950 wurde im Vierwaldstättersee eine in tiefen Bereichen lebende Saiblingsform dokumentiert – ohne offiziellen Namen aber. Seither wurde diese Form nie mehr offiziell registriert.

Genetische Untersuchungen sollen nun klären, ob der in Tiefen unterhalb von 60 Metern vorkommende Fisch eine eigenständige Art ist oder eine ökologische Form des Seesaiblings. Generell fanden die Experten im Vierwaldstättersee eine «beeindruckende Vielfalt von Saiblingen».

Seeufer oft verbaut

Im «Projet Lac» wurde weiter auch der ökologische Zustand der Uferzonen beurteilt, da natürliche und gut strukturierte Uferlebensräume wichtig sind für die Fischfauna und deren Vielfalt.

Für den Vierwaldstättersee ergab dies, dass nur etwa 41 Prozent der Seeuferlinie einen naturnahem Zustand aufweisen. 59 Prozent seien mehr oder weniger stark verbaut. Betroffen sind insbesondere die Flachuferbereiche und die Zuflüsse. In diesen Bereichen sehen die Forscher besonders grossen Handlungsbedarf für ökologische Aufwertungen. (sda)

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