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ZENTRALSCHWEIZ: Auch im Flachland bitterkalt

Rekordträchtige minus 16,6 Grad wars gestern im luzernischen Mosen. Die Kälte weckt die Lust der Schneesportler. Aber für Schlittler liegt noch nicht überall genug Schnee.
Yasmin Kunz
Vorbildlich gegen Kälte geschützt: Ralph Born mit Sohn Leo (vorne) aus dem nordirischen Belfast auf der Schlittelpiste zwischen Fräkmüntegg und Krienseregg am Pilatus. (Bild Philipp Schmidli)

Vorbildlich gegen Kälte geschützt: Ralph Born mit Sohn Leo (vorne) aus dem nordirischen Belfast auf der Schlittelpiste zwischen Fräkmüntegg und Krienseregg am Pilatus. (Bild Philipp Schmidli)

Endlich: Die weisse Pracht legt sich über die Schweiz – und sie bleibt liegen. Denn die Temperaturen sind auch im Flachland vielerorts deutlich unter den Gefrierpunkt gesackt. Gemäss Ludwig Zgraggen von Meteo Schweiz werden die Temperaturen «bis zum Neujahr im Minusbereich bleiben.» Dass der Schnee also schon bald wieder wegschmilzt, ist laut Zgraggen unwahrscheinlich.

Während in der Stadt Luzern die tiefste gemessene Temperatur zwischen Sonntag und Montag minus 8,5 Grad betrug, mass Meteo Schweiz gestern Morgen um 9 Uhr in Mosen minus 16,6 Grad – der kälteste Ort im Kanton Luzern. Auch in Schüpfheim wars eisig: minus 14,7 Grad um 10 Uhr (siehe auch Tabelle). Noch kälter war es gemäss Meteo Schweiz in Hallau im Kanton Schaffhausen mit minus 21,1 Grad. Der national kälteste Ort befindet sich einmal mehr im neuenburgischen in La Brévine. Dort zeigte die Messstation gestern minus 29 Grad an.

Gemäss Meteorologe Zgraggen wird es allerdings bald wärmer. «Die Temperaturen dürften sich im Flachland aber immer noch im Minusbereich befinden.» In den Bergen könnte es allerdings wärmer werden. «Da kann es lokal sogar Temperaturen im positiven Bereich geben», so Ludwig Zgraggen.

Viele Schlittelpisten endlich offen

Eine Umfrage in Zentralschweizer Wintersportgebieten zeigt: Viele scheinen auf die Eiseskälte regelrecht gewartet zu ha­- ben. Gestern zog es haufenweise Schneesportler, insbesondere auch viele Schlitt-ler, in die Berge. Die Bahnbetreiber jubeln: «Der Schnee ist wie ein ver­spätetes Weihnachtsgeschenk», sagt Peter Reinle, Leiter der Titlis-Bergbahnen.«Derzeit liegen im Tal bereits 40 Zentimeter Schnee – das ist sensationell.» Engelberg-Titlis verzeichnete gestern einen sehr guten Tag bei frostigen Temperaturen.

Auch in den Wintersportgebieten Fräkmüntegg-Krienseregg, Rigi, Klewenalp, Sörenberg und Melchsee-Frutt sind seit gestern die Schlittelpisten offen.

«Obwohl das Thermometer minus 16 Grad anzeigt, durften wir einen grossen Schlittleransturm bewältigen», sagt Carolina Rüegg, Direktorin von Sörenberg-Flühli Tourismus. Alle Schlittelpisten im Gebiet sind nun geöffnet.

Auch Thomas Keiser von den Sportbahnen Melchsee-Frutt freut sich über den Kälteeinbruch. «Wir sind froh über den Schnee.» Seit gestern kann man bis zur Talstation Stöckalp schlitteln.

Bei minus 8 Grad zählte man im Gebiet Fräkmüntegg-Krienseregg gestern sehr viele Schlittler. «Alle haben sehnsüchtig auf den Schnee gewartet. Jetzt ist er da und bleibt wohl auch noch», sagt Beat Wälti, Leiter Marketing und Verkauf der Pilatus-Bahnen AG. Von der Fräkmüntegg kann am Pilatus bis zur Mittelstation Krienseregg geschlittelt werden. «Der letzte Streckenabschnitt zur Talstation Kriens bleibt diesen Winter ganz geschlossen, weil dort die Schlittelstrecke zum Teil über die Strasse führt und diese aufgrund der Bauarbeiten an der neuen Luftseilbahn stärker befahren wird», erklärt Wälti.

Andermatt: Zu wenig Schnee

In Andermatt-Sedrun sind die Schlittelpisten aktuell geschlossen. Rolf Bissig, Leiter der Administration Andermatt-Sedrun Sport AG, sagt dazu: «Wir haben nur 15 Zentimeter Neuschnee bekommen. Gepresst gibt es eine Schneedecke von 7 bis 8 Zentimeter, was zu wenig ist.» Noch 20 Zentimeter Neuschnee braucht es nun, damit die Schlittelrouten präpariert und geöffnet werden können.

Auf der Rigi sind seit gestern zwei von drei Schlittelrouten geöffnet. Roger Joss, Leiter Verkauf und Marketing der Rigi-Bahnen AG, erklärt: «Die Strecke Kulm–Schwändi–Klösterli ist aufgrund von Verwehungen momentan nicht befahrbar.» Aber auch diese wolle man so schnell wie möglich bereitstellen.

Trotz kalten minus 12 Grad schlittelten gestern Gross und Klein die Rigi-Pisten runter. Bei Temperaturen von minus 10 Grad öffnete gestern auch die Klewenalp drei von vier Schlittelstrecken. «Eine Piste lassen wir zu, weil wir aufgrund des vielen Schnees noch nicht alles präparieren konnten», erklärt Nicole Odermatt, Marketingverantwortliche der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG. In Marbach indes hofft man auf mehr Schnee: «Gewisse Teilstrecken konnten wir schon präparieren, andere brauchen noch mehr Schnee, um präpariert zu werden», erklärt Franz Lötscher, stellvertretender Technischer Leiter der Marbachegg-Sportbahnen. «Der Schlittelhang liegt im Tal und hat daher weniger Schnee als die Marbachegg.»

Yasmin Kunz

Hinweis

Mehr zum Thema Wintereinbruch lesen Sie auf Seite 25.

So schützen Sie sich vor Kälte

Tipps saw. Frieren ist unangenehm. Und doch ist es eine Reaktion, die dazu dient, den Körper zu schützen. Denn Kälte kann Gewebe und Haut nachhaltig schädigen. Der Körper benötigt eine permanente Kerntemperatur von rund 37 Grad – und wer sich und insbesondere Kinder bei Minusgraden und beim Wintersport nicht richtig schützt, kann sich leicht eine Unterkühlung zuziehen. Das kann sogar lebensgefährlich werden. Der Leiter der Sportmedizin am Luzerner Kantonsspital, Urs W. Müller, gibt Tipps, wie man sich richtig verhält.

  • Mehrere Schichten guter Kleidung tragen, die Luft in den Zwischenräumen wirkt isolierend. Funktionskleidung beispielsweise leitet zudem den Schweiss nach aussen und verhindert, dass der Körper auskühlt.
  • Aufwärmübungen nach einer Liftfahrt und bevor man auf die Ski steigt, beugen eine Unterkühlung vor. Die Bewegungen fördern die Durchblutung und wärmen den Körper auf.
  • Körperzeichen wahrnehmen und wenn nötig handeln. Beim Freerider oder Tourenskifahrer beispielsweise, der lange Zeit der Kälte ausgesetzt ist, kann es dazu kommen, dass Hände, Füsse, Nase und Ohren massiv auskühlen. Wenn es kribbelt, soll man Extremitäten selber aktiv durchpressen und bewegen, um sich aufzuwärmen.
  • Angehörige informieren. Wer allein Wintersport treibt, sollte das Umfeld über Ziel und Dauer des Ausflugs informieren. Wenn nötig, so können diese Retter alarmieren. Im Idealfall sollte man in Gruppen unterwegs sein und ein Handy dabei haben.
  • Nikotin vermeiden. Nikotin verengt die Blutgefässe, die Durchblutung in Händen und Füssen nimmt ab, und es kommt schneller zu einer Unterkühlung.
  • Alkohol meiden. Alkohol fördert die Unterkühlung, indem er die Körperwärme nach aussen leitet.
  • Bei Kindern gilt grundsätzlich dasselbe wie bei Erwachsenen. Doch verlieren die Kleinen am meisten Körperwärme über den Kopf. Dieser muss immer geschützt sein: Mit einer Mütze oder beim Skifahren mit einem wärmeisolierenden Helm.
  • Mit Säuglingen und Kleinkindern sollte man sich bei Schnee und Wind nicht länger als eine Stunde im Freien aufhalten. Ältere Kinder soll man immer fragen, ob sie frieren, und regelmässig drinnen aufwärmen lassen.

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