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ZENTRALSCHWEIZ: Autobahnbaustellen: Dank Warnschwellen zu mehr Sicherheit

Bald rüttelt es vor Baustellen auf den Autobahnen. Denn ab dem Jahr 2018 sind neue Massnahmen zur Signalisation vorgeschrieben. Diese sind teils auch spürbar.
Ein Lastwagen mit Anpralldämpfer platziert die Warnschwellen. (Bild: Nadia Schärli)

Ein Lastwagen mit Anpralldämpfer platziert die Warnschwellen. (Bild: Nadia Schärli)

Evelyne Fischer

evelyne.fischer@luzernerzeitung.ch

Es ist ein Horrorunfall, der sich am Abend des 28. Juni 2007 auf der Autobahn A2 bei Emmen ereignet: Ein Mann fährt mit seinem Auto in den abgesperrten Baustellenbereich. Vier Bauarbeiter sterben, fünf weitere werden teils schwer verletzt. Der Lenker ist zum Unfallzeitpunkt angetrunken: Der Bluttest ergibt einen Alkoholwert von 1,76 Promille.

Auf den 170 Autobahnkilometern in den Kantonen Luzern, Zug, Ob- und Nidwalden ereignen sich bei Baustellen jährlich rund sechs Kollisionen. Diese Abschnitte der Nationalstrassen werden von der Zentras unterhalten, eine Abteilung der kantonalen Dienststelle Verkehr und Infrastruktur mit Sitz in Emmenbrücke. Die Zahl der Unfälle könnte künftig sinken: Ab 2018 sind auf Autobahnen neue Signalisationen Pflicht, die den Schutz von Bauarbeitern – und auch von Fahrzeuglenkern – erhöhen sollen. Die Massnahmen basieren auf einer geänderten Norm des Schweizerischen Verbands der Strassen- und Verkehrsfachleute.

Im Baustellenbereich gilt künftig maximal Tempo 80. Unmittelbar davor wird der sogenannte «Nullmeter» platziert, ein Lastwagen mit Anpralldämpfer. Kam dieser bisher nur bei Spursperrungen zum Einsatz, warnt er künftig auch vor Arbeiten auf dem Pannenstreifen. «Wer mit 80 Stundenkilometern in den Anpralldämpfer hineinfährt, sollte die Kollision trotz Fahrzeugschaden unverletzt überstehen», sagte Willi Krummenacher, Bereichsleiter Betrieb Nationalstrassen, gestern beim Medienanlass.

Die grösste Veränderung gegenüber der heutigen Signalisation ist sicht- und spürbar: 150 Meter vor Baustellenbeginn werden neu im Abstand von fünf Metern drei gelbe Warnschwellen ausgelegt. Wer trotz der mobilen Warnanzeigen bei 750 und 500 Metern vor der Baustelle die Spur noch nicht gewechselt hat, wird spätestens jetzt wachgerüttelt und auf das Hindernis aufmerksam gemacht. «Im Kanton Zürich wird die neue Signalisation bereits eingesetzt. Die Zahl der Auffahrkollisionen ging markant zurück», sagte Krummenacher.

Auf der Autobahn A2 in Rothenburg wurden die neuen Gerätschaften am gestrigen Mittwoch vorgeführt: Kaum waren die beiden mobilen Warnanzeigen auf der Überholspur platziert, bildete sich auf der verbleibenden Fahrbahn Kolonnenverkehr. Kurz darauf tauchte der Nullmeter-LKW auf, setzte die Schwellen per Magnetbalken ab und stationierte sich 150 Meter weiter vorne bei der imaginären Baustelle. Aber: Trotz der deutlichen Signalisation fuhren einzelne Autolenker unbeirrt auf der Überholspur weiter und wechselten erst, nachdem sie durchgeschüttelt wurden.

1,5 Millionen Franken in Fuhrpark investiert

Um die neue Norm zu erfüllen, brauche es «bedeutend mehr Signalisation», sagte Krummenacher. Daher hat die Zentras zu den vier bisherigen Nullmeter-Lastwagen drei weitere angeschafft. Neu hinzu kamen auch drei Lieferwagen mit Signalisationsaufbauten und vier Signalanhänger. Die bisherigen Wischmaschinen wurden ferner ebenfalls mit Anpralldämpfern versehen. Ab Herbst 2017 verfügt die Abteilung zudem über ein Leitkegelsetzfahrzeug zur Absperrung von Fahrspuren. So können die Kegel neu maschinell statt wie bisher manuell platziert werden. Der Zentras-Fuhrpark ist neu auch mit reflektierenden Signalfarben versehen, um insbesondere nachts besser sichtbar zu sein. Kostenpunkt insgesamt: rund 1,5 Millionen Franken. Für die Investitionen kommt Astra, das Bundesamt für Strassen, auf.

Ein Lastwagen mit Signalisation nach neuer Norm. (Bild: PD)

Ein Lastwagen mit Signalisation nach neuer Norm. (Bild: PD)

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