ZENTRALSCHWEIZ: Bauarbeiter sollen die Umwelt besser schützen

Ein neu erarbeitetes Plakat soll die hiesigen Bauarbeiter daran erinnern, wie sie die Umwelt bei ihrer Arbeit schonen können. Ein Besuch auf der grössten Baustelle der Region zeigt: Vieles läuft bereits gut.

Martina Odermatt
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Der Natur wegen: Die obere Zollhausbrücke am Seetalplatz wird ohne Träger im Wasser gebaut. (Bild: Roger Grütter (Emmenbrücke, 5. Mai 2017))

Der Natur wegen: Die obere Zollhausbrücke am Seetalplatz wird ohne Träger im Wasser gebaut. (Bild: Roger Grütter (Emmenbrücke, 5. Mai 2017))

Bauarbeiter in der Zentralschweiz sollen für Umweltthemen mehr sensibilisiert werden. Dafür soll ein Plakat sorgen, dass die Zentralschweizer Umwelt­direktionen zusammen mit den Zentralschweizerischen Baumeisterverbänden erarbeitet haben. Darauf steht etwa, dass Bauarbeiter den Boden schützen sollen, indem sie die Fahrzeuge nur bei trockenem Wetter einsetzen, oder indem sie die anfallenden Abfälle trennen. Insgesamt sechs Massnahmen sind aufgelistet. Das Plakat wird nun allen Bauunternehmen der Zentralschweiz abgegeben. «Wir wollen die Mitarbeiter auf eine unbürokratische Art und Weise auf die Thematik aufmerksam machen», sagt etwa der Luzerner Regierungsrat Robert Küng, der aktuell ad interim die Zentralschweizer Umwelt­direktorenkonferenz präsidiert.

Der Standard auf den Baustellen sei bereits heute sehr gut. Die Mitarbeiter wüssten, wie möglichst umweltschonend gebaut wird. «Doch ab und zu muss man das trotzdem wieder in Erinnerung rufen», so der FDP-Regierungsrat. Dass bereits heute vieles gut laufe, sei auch der guten Zusammenarbeit der Ämter mit der Bauwirtschaft zu verdanken. Auf dem Campus in Sursee etwa wird den Lehrlingen des Bausektors mit einer Umwelthalle und einem Umweltparcours das schonende Bauen nähergebracht.

Besuch auf der Baustelle Seetalplatz in Emmenbrücke, der aktuell grössten Baustelle in der Zentralschweiz: Auch hier wird umweltschonend gebaut. Beat Hodel ist Umweltbaubegleiter. Zusammen mit dem Bauherrn und dem Bauleiter sucht er nach umweltschonenden Massnahmen und führt Kontrollen durch. So wurden zum Beispiel Sonden in die Kleine Emme gelegt, die jederzeit den PH-Wert des Wassers wiedergeben. «Ab einem PH-Wert von 9 wird es für die Fische unangenehm, dann müssen wir reagieren», erklärt Hodel. Ist dies der Fall, wird ein Alarm ausgelöst und die zuständige Person darüber informiert.

Baumeister: «Sind auf gutem Weg»

Da die Kleine Emme als unberechenbar gilt, musste auch beim Bau der oberen Zollhausbrücke auf die Natur Rücksicht genommen werden. Es konnten keine provisorischen Stützpfeiler installiert werden, da diese bei einem plötzlichen Hochwasser der Masse und dem Gewicht des Flusses nicht Stand gehalten hätten. So wurde ein Gerüst gebaut, das den Beton stützen soll, bis er ausgehärtet ist. Ähnlich wie am Seetalplatz sieht es auch auf anderen Zentralschweizer Baustellen aus, sagt Reto Birrer, Präsident des Luzerner Baumeisterverbands. «Das Zentralschweizer Umweltbauinspektorat hat festgestellt, dass die Bauunternehmen auf einem guten Weg sind in Sachen Umweltschutz.» Doch man solle sich nicht auf den Lorbeeren ausruhen. «Das Ziel muss sein, dass sich Firmen noch mehr verbessern können.» Ob dies den Bauunternehmen mit dem Plakat gelingt, gilt es zunächst abzuwarten.

 

Martina Odermatt

martina.odermatt@luzernerzeitung.ch