ZENTRALSCHWEIZ: Betriebe kastrieren Ferkel nicht fachmännisch

Der Amtstierarzt der Kantone Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden hat 2012 erstmals Landwirte überprüft, die Ferkel kastrieren. In zwei von 22 kontrollierten Betrieben wurden schwerwiegende Mängel festgestellt.

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Nicht alle der kontrollierten Betriebe in Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden kastrieren die Ferkel fachgerecht. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Nicht alle der kontrollierten Betriebe in Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden kastrieren die Ferkel fachgerecht. (Archivbild) (Bild: Keystone)

Dies geht aus dem Jahresbericht 2012 des Laboratoriums der Urkantone hervor. Diesem sind die Kantonschemiker und -tierärzte von Uri, Schwyz, Ob- und Nidwalden angeschlossen.

Die erstmalige Überprüfung der Gasnarkose bei der Ferkelkastration habe gezeigt, dass solche Kontrollen nötig seien, schreibt der Kantonstierarzt. Er fügt zudem an, dass diese Kontrollen bei den Landwirten häufig auf Ablehnung gestossen seien.

In 15 Betrieben war die Desinfektion der Tiere oder der Arbeitsinstrumente mangelhaft. 3 Tierhalter verabreichten die Schmerzmittel den Ferkeln zu knapp vor der Operation. Je 7 Mal war die Wartung des Narkoseapparates oder die Buchführung ungenügend. In 2 Betrieben waren die Mängel schwerwiegend.

Die Kastration von Ferkeln, Kälbern und Lämmern, aber auch die Enthornung von Kälbern und Zicklein, dürfen nur nach vorangehender Schmerzausschaltung durchgeführt werden. Grundsätzlich sind solche Eingriffe Tierärzten vorbehalten.

Tierhalter mit einer entsprechenden Ausbildung können Kastrationen und Enthornungen selbst durchführen. Der Kantonstierarzt überprüfte 48 Betriebe, die kastrieren und 30 die enthornen dürfen. 5 Tierhalter wurden wegen Verstosses gegen die Schmerzausschaltungspflicht angezeigt.

Keine verdächtigen Eier

Der Kantonschemiker der Urkantone untersuchte 2012 verschiedene Lebensmittel, darunter auch Eier. Auf 67 Proben, die auf Salmonellen untersucht wurden, konnte kein einziger Verdachtsfall registriert werden. Wer salmonellenverseuchte Eier roh isst, etwa in einem Tiramisù, kann an Durchfall, Erbrechen, Bauchschmerzen, Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost erkranken.

Einem Störkoch aus Indien, der mit einer mobilen Küche indische Touristen begleitete, musste das Kochen verboten werden. Der Koch hatte in seiner Küche keine Gelegenheit, die Hände hygienisch zu waschen und lagerte Lebensmittel ohne Kühlung. Zudem verfügte er nicht über die notwendige Arbeitsbewilligung.

Dem Kantonschemiker ging zudem ein mogelnder Fischhändler ins Netz. Dieser pries seine Ware mit dem Zusatz "aus dem Zürichsee" an. Auf ihn aufmerksam gemacht wurden die Kontrolleure, weil damals am Zürichsee eine Fangflaute herrschte. Die Analyse ergab, dass es keine Zürichseefische waren. Der Fischhändler wurde angezeigt. (sda)