ZENTRALSCHWEIZ: Das waren die April-Scherze in unserer Region

Ein Bildungsdirektor, der Gratisbilder verteilt, ein Radio, das Konkurs geht oder ein neuer Name für die SBB-Haltestelle «Root D4»: Medien und Verbände haben am 1. April wieder tief in die Scherzkiste gegriffen – auch in unserer Region.

Drucken
Teilen
«Mit gutem Beispiel voran: Porträt von Hans Ambühl über dem Schreibtisch des Zuger Bildungsdirektors Stephan Schleiss.» (Bild: PD)

«Mit gutem Beispiel voran: Porträt von Hans Ambühl über dem Schreibtisch des Zuger Bildungsdirektors Stephan Schleiss.» (Bild: PD)

CEO Markus Aeschbach im Gespräch mit Radio Pilatus Moderatorin Dara Masi. (Bild: PD / Peter Rüegger)

CEO Markus Aeschbach im Gespräch mit Radio Pilatus Moderatorin Dara Masi. (Bild: PD / Peter Rüegger)

Radio Pilatus: Die SBB-Haltestelle D4 in Root bekommt einen neuen Namen. Das dort ansässige Unternehmen Aeschbach Chocolatier hat sich die entsprechenden Namens­rechte gesichert. Aus der Haltestelle Root D4 wird so die SBB-Haltestelle ChocoDromo. Dass die Haltestelle noch vor dem Fahrplanwechsel einen neuen Namen erhält, sei zwar nicht üblich, aber unproblematisch, so die SBB. Ab sofort heisse die Haltestelle ChocoDromo / D4, mit dem neuen Fahrplan Mitte Dezember dann nur noch ChocoDromo.

Radio Central: Die Autobahnvignette wird nun doch teurer. Bundesrätin Doris Leuthard hebt den Preis der Vignette von heute 40 auf 80 Franken an. Dies obwohl das Stimmvolk im November gegen einen Vignettenpreis von 100 Franken gestimmt hat. Die Bundesrätin beruft sich auf die Verordnung über die Abgabe für die Benützung von Nationalstrassen. Der Preis von 80 Franken für die Vignette gilt ab sofort. Die teurere Vignette kann gegen einen Aufpreis von 40 Franken bei jeder Tankstelle bezogen werden. Die aktuelle Vignette gilt noch bis Ende Monat.

Radio Sunshine: Der Radio-Sender vermeldete am Dienstagmorgen, dass die Schweizer Auto-Nummern-Schilder an die Schilder der EU angepasst werden sollen. Noch unklar ist, was mit dem Schweizer und dem Kantonswappen passiert. Damit wäre das Thema der weissen «CH»-Kleber vom Tisch, weil dieses im Ausland Pflicht ist. Mit der neuen Anpassung gäbe es auch für den Schweizer Zoll weniger Arbeit. SVP-Nationalrat Felix Müri protestiert vehement, er überlege sich, einen Vorstoss zu machen, um zu bewirken, dass alle Schweizer Autofahrer wieder mit einem «CH»-Kleber herumfahren müssen.

Radio 3fach: Das Luzerner Jugendradio versuchte bereits am 31. März ihre Hörer zu veräppeln, indem das Radio Konkurs anmelden müsse. «Wir mussten einsehen, dass in der heutigen Zeit ein nicht kommerzielles Radio nicht rentiert», wird Marketingleiterin Angela Meier zitiert. Auf Anfrage dementierte Programmleiter Dani Glur am Montagmorgen hartnäckig, dass es sich um einen Aprilscherz handle. «Um Mitternacht hat Radio 3fach den Sendebetrieb eingestellt, das neue Radio gehe ab Mitternacht auf Sendung». Um glaubwürdig zu wirken, wurde eine entsprechende Meldung aufgeschalten, der Livestream als auch der Sendebetrieb abgeschaltet. Um 17 Uhr kam dann das Dementi: Mit dem vorgezogenen Aprilscherz habe man dafür sensibilisieren wollen, «dass die schweizerische Radiolandschaft ohne die nichtkommerziellen Stationen eine Wüste wäre», so Angela Meier.

«Bote»: Die Oberallmeindkorporation Schwyz (OAK) zeigt sich anlässlich ihres 900-Jahr-Jubiläums grosszügig: Rund 900 Christbäume werden der Bevölkerung gratis abgegeben. Wer Interesse an einem Tannenbäumchen hat, kann am Dienstagnachmittag einen Coupon abholen und diesen dann im Advent
an bestimmten Abholstellen in der Region einlösen. «Damit wollen wir der gesamten Bevölkerung Danke sagen und ihr ganz im Sinne von Weihnachten eine Freude bereiten», begründet OAK-Geschäftsführer Daniel von Euw die Jubiläumsaktion.

«March-Anzeiger» und «Höfner Volksblatt»: Im Kanton Schwyz winkt den Autofahrern die Wunschnummer. Die einmalige Gebühr von 1500 Franken soll der Sanierung der Kantonskasse dienen. Da die Homepage des Verkehrsamts noch nicht umgestellt ist, arbeiten die Behörden mit der Lokalpresse zusammen. Wer die Wunschnummer will, soll sich bei den beiden Blättern melden.

Helikopterlandeplatz beim Vögeligärtli: Die Firma Fuga-Getreide, welche seit über 80 Jahren im Handel mit Rohstoffen tätig ist, hat beim Stadtrat ein Baugesuch für einen Helikopterlandeplatz auf dem Dach des Geschäftshauses eingereicht. Damit sollen die Arbeitswege für die Kadermitarbeiter verkürzt werden. Das Baugesuch sei beim Stadtrat in einer ersten Stellungnahme positiv aufgenommen worden. Vor allem der Grüne Adrian Borgula möchte sich für eine rasche Umsetzung einsetzen. Nach Borgula sei der grosse Vorteil, dass damit die Strassen entlastet werden können und es wieder mehr Platz für die Velofahrer gibt. Zudem erwartet Borgula weniger Opposition gegen die geplante Reduzierung der Parkplätze rund ums Vögeligärtli. Die definitive Baubewilligung wird im Mai erwartet.

«Mit gutem Beispiel voran: Porträt von Hans Ambühl über dem Schreibtisch des Zuger Bildungsdirektors Stephan Schleiss.» (Bild: PD)

«Mit gutem Beispiel voran: Porträt von Hans Ambühl über dem Schreibtisch des Zuger Bildungsdirektors Stephan Schleiss.» (Bild: PD)

Die Zuger Bildungsdirektion setzt Zeichen. Sie verschenkt für die Idee eines gemeinsamen Schweizer Bildungsraums Bilder oder lässt sie in jedem Schulzimmer aufhängen.

Mit der Annahme des sogenannten Bildungsartikels sollte ein überblickbares Gesamtsystem entstehen. Um diese Idee auch in die Köpfe zu bringen, geht Bildungsdirektor Regierungsrat Stephan Schleiss neue, um nicht zu sagen eigene Wege. Er hat 2000 Porträts des Generalsekretärs der Erziehungsdirektorenkonferenz, Hans Ambühl, bestellt und rahmen lassen. Die Bilder werden heute in jedem Zuger Schulzimmer aufgehängt. Durch die Verwendung von Holzrahmen chinesischer Herkunft (Guangdong-Fichte) sowie die Grösse der Bestellung konnte der Preis für die Aktion knapp unter 60 000 Franken gedrückt werden. «Die Kosten», so der SVP-Politiker, «sind vor dem Hintergrund der absehbaren Wirkung gerechtfertigt.» Nun ist Stephan Schleiss aber ein peinlicher Fehler unterlaufen. Es gibt keine 2000 Schulzimmer. Aus diesem Grund gibt die Direktion die restlichen Bilder (es hat, solange es hat) gratis an die Zuger am Empfang des Berufsinformationszentrums ab.

Der Gepard geniesst ganz offensichtlich den warmen Frühlingstag. (Bild: Thomas Müller)

Der Gepard geniesst ganz offensichtlich den warmen Frühlingstag. (Bild: Thomas Müller)

Gepard in Hünenberg: Der Hünenberger Fotograf Thomas Müller benutzte am Wochenende das schöne Frühlingswetter für einen ausgedehnten Spazierung im Drälikerboden. «Alle paar Meter blieb ich stehen. Die Motive waren so verschiedenen.» Und dann stockte Thomas Müller der Atem. Er sah im Zollischlag, im Wald am Nordrand des Drälikerbodens, einen Gepard auf einem Ast liegen. «Ich drückte kurz auf den Auslöser und rannte weg.» Die Zuger Polizei hat keine weiteren Hinweise erhalten, rät zur Vorsicht, obwohl die Raubkatze äusserst scheu sei. Bauern sollten allerdings die Stalltüren gut verschliessen.

Ägerisee soll partiell zufrieren: Zum zweiten Mal konnten 2013 die Ägerer im Unterägerer Birkenwäldi auf dem Eis Pirouetten drehen. Dies dank dem Projekt Ägeri on Ice, das ab dem 30. November in rund fünf Wochen fast 25 000 Schlittschuhläufer zu begeistern vermochte. In diesem Jahr wollen die Organisatoren einen spektakulären Schritt wagen: «Wir frieren den unteren Teil des Ägerisees von Mittenägeri, genauer vom Büelhof, hinüber zum Rotteliloch zu», verrät Projektinitiant Martin Lohr. Ob das Vorhaben tatsächlich klappt, steht noch in den Sternen. Denn es gibt einen grossen Knackpunkt, wie Lohr erklärt: «Wir haben in Ägeri sämtliche notwendigen Bewilligungen erhalten und warten auf das OK aus Zug.» Genauer gehe es um grünes Licht aus der Baudirektion. «Die Ägerer müssen uns beweisen, dass die künstliche ‹Seegfrörni› einem grossen Wunsch der Bevölkerung entspricht», betont Heinz Tännler. «Wir brauchen bis spätestens Mitte April 500 Unterschriften von Leuten, die sich verpflichten, den gefrorenen See auch tatsächlich zu befahren.»

Wappen von Walchwil wird ergänzt: Bisher hatte die Gemeinde Walchwil kein Einsehen. Die sechs Tannzapfen im Wappen stehen nur für die Geschlechter Röllin, Müller, Hürlimann, Roth, Rust und Enzler. Gesuche anderer Bürger, und waren sie noch so begründet, wurden jedes Jahr abgeschmettert. Jetzt springt Gemeindepräsident Tobis Hürlimann überraschend über seinen Schatten und beauftragt die Kulturkommission, eine Lösung zu präsentieren. Personen, die das Walchwiler Bürgerrecht besitzen, bekommen die Möglichkeit, sich für die Aufnahme ihres Familiennamens in das Wappen zu bewerben.

Weitere April-Scherze

«NZZ»: Zum wiederholten Male schaffte es auch der Zoo Zürich in die Aprilscherz-Sparte: Was «wie ein Aprilscherz klingt, ist in Wirklichkeit seriös aufgegleist»: Im neuen Elefantenhaus soll eine Sportarena entstehen.

«Tages-Anzeiger» Um die Artenvielfalt bei den Singvögeln zu schützen, soll in Zürich eine Katzensteuer eingeführt werden. 50 Franken pro Jahr und Tier werde diese betragen. Die Katzen könnten via die Zeitung bereits online beim Kantonalen Veterinäramt Zürich vorregistriert werden - es genügt, zwei Fotos «von der Seite und stehend» und «sitzend von vorne» an die Redaktion zu schicken.

«Basler Zeitung»: Die Schweiz will als erster Staat nach Russland die Krim als eigenständigen Staat anerkennen. Damit würde die Eidgenossenschaft einen «weiteren Sonderweg gehen» und sich längerfristig den Zugang zu Eisenerz und hochwertigen Heizdecken sichern.

«Aargauer Zeitung»: Wer noch nie vom Eigenesswert (EEW) gehört hat, dem hilft die AZ auf die Sprünge. Demnach müssen im ganzen Kanton ab dem 1. April im eigenen Garten geerntete Lebensmittel versteuert werden. «Der Einheitssatz pro Quadratmeter Garten beträgt Fr. 1.12.»

«La Liberté»: Die Westschweizer Tageszeitung präsentiert eine neue CD der drei Westschweizer Bischöfe - inklusive Videoclip.

«Le Matin» kündigt an, dass Schweden aufgrund sinkender Kriminalitätsraten der Schweiz leerstehende Gefängniszellen angeboten habe. Der Handel sei allerdings an den Gripen-Kauf geknüpft.

VCS: Mit einem neuen Verkehrsschild wollen der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) und Pro Velo die Zahl der Velounfälle senken, wie sie in einer Mitteilung schreiben: Ein Auge soll das bekannte dreieckige Signal «Kein Vortritt» künftig ergänzen, ganz nach dem Motto: «Vorsicht beim Vortritt! Du weisst nie, was kommt.»

SRF 1: Statt von Morgenmoderator Sven Epiney wurden die Hörerinnen und Hörer von Sportkommentator Matthias Hüppi begrüsst, der sich nach eigenen Angaben - als Morgengast eingeladen - im leeren Studio wiederfand.

«Walliser Bote»: Die Oberwalliser stellen mit dem «Sheep-Wolfs-Watcher» das revolutionäre Gerätchen für den elektronischen Herdenschutz vor. Solargespeist funktioniert dieses Ei des Kolumbus wie die bekannten Geräte zum Fernhalten von Katzen oder Jugendlichen, also mit Hochfrequenztönen, welche für Menschen respektive Erwachsene unhörbar sind. Und billig ist die Sache noch dazu: 19 Franken pro handygrossem Apparat im Fachhandel in Domodossola (I). Aber es gibt einen Pferdefuss: Das Bundesamt für Umwelt hat scheint's aus Tierschutzgründen Einsprache gegen die Einfuhr in die Schweiz erhoben. Die Wölfe nämlich kriegen Kopfweh.

«Thurgauer Zeitung»: Am Bodensee sorgte bisher das «Swinger-Schiff» mit eher frivoler Ausrichtung für Aufsehen. Nun soll es dort aber eidgenössisch-bodenständig mit einem Schwinger-Schiff weitergehen. In einem Sägemehlring auf einem Schiff sollen rund 60 «Böse» zusammengreifen.

«St. Galler Tagblatt»: Im Stadtteil wurde von einem Sensationsfund auf der Baustelle für das neue Naturmuseum im Osten der Stadt berichtet. So wurden Skelettreste eines Wollhaarnashorns aus der Eiszeit gefunden.

Zusammenstellung rem/sda

«Ein kleiner Nagel für den Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss, ein grosser Schritt für den gemeinsamen Bildungsraum.» So der Aprilscherz der Zuger Bildungsdirektion. (Bild: PD)

«Ein kleiner Nagel für den Zuger Bildungsdirektor Stephan Schleiss, ein grosser Schritt für den gemeinsamen Bildungsraum.» So der Aprilscherz der Zuger Bildungsdirektion. (Bild: PD)