ZENTRALSCHWEIZ: Die Ozonbelastung in der Zentralschweiz steigt

Der Tagesgrenzwert für Ozon wird seit einer Woche jeden Tag überschritten. Erlaubt wäre einmal pro Jahr.

Spo/Rem
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Zuviel Ozon liegt in der Luft. (Bild: Karikatur Jals)

Zuviel Ozon liegt in der Luft. (Bild: Karikatur Jals)

Sind Ihre Augenschleimhäute im Sommer oft gereizt? Oder fällt Ihnen das Atmen schwerer? Dies können nämlich Symptome bei einer erhöhten Ozonbelastung sein. Und das ist aktuell der Fall, wie dem gemeinsamen Messnetz In-Luft der Kantone Luzern, Nidwalden, Obwalden, Schwyz, Uri und Zug zu entnehmen ist.

Seit rund einer Woche wird der Stundengrenzwert von 120 Mikrogramm pro Kubikmeter täglich überschritten. Laut der Luftreinhalteverordnung des Bundes dürfte der Wert nur einmal pro Jahr überschritten werden.

Die Grafik zeigt die erhebliche bis hohe Luftbelastung durch Ozon am Dienstag um 18 Uhr. (Bild: In-luft.ch)

Die Grafik zeigt die erhebliche bis hohe Luftbelastung durch Ozon am Dienstag um 18 Uhr. (Bild: In-luft.ch)

Die Messwerte lagen am Dienstag um 18 Uhr in Schwyz bei rund 171 Mikrogramm pro Kubikmeter, in Ebikon auf dem Sedel wurden 155 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen. Auch an den anderen Zentralschweizer Messorten wurden die Grenzwerte deutlich überschritten: Auf der Rigi wurden 159 Mikrogramm pro Kubikmeter gemessen, in Lungern waren es 158, in Altdorf 156, in Zug 140 und bei der A2 im Kanton Uri 134 Mikrogramm pro Kubikmeter.

Gewitter entspannt Situation

Die Sonneneinstrahlung, der Verkehr oder die Nähe zu einer Industriezone haben einen Einfluss auf die Ozonkonzentration. Je grösser die Sonneneinstrahlung ist, umso stärker kann sich Ozon aus den Stickoxiden entwickeln. In der Nacht, wenn es weniger Verkehr hat, kann sich das Ozon wieder in Sauerstoff umwandeln, und der Wert geht zurück. Beim Schwyzer Umweltdepartement hat man noch nicht auf die hohen Werte reagieren müssen. «Wir sind am Beobachten. Es kommt nun darauf an, wie sich das Wetter entwickelt: Kommt am Abend ein Gewitter, nimmt die Gefahr wieder ab. Die Bevölkerung informieren wir, wenn die Ozonkonzentration über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter steigt», so Melinda Suter vom zuständigen Amt. Wenn zwei Orte für mindestens drei Stunden Werte über 240 Mikrogramm anzeigen, greifen die Behörden ein, beispielsweise mit Temporeduktionen auf Autobahnen. Vom Ozon besonders betroffen ist das Tessin (Tessiner leiden unter überhöhten Ozonwerten»).

Peter Kägi von der inNet Monotoring AG hält in der aktuellen Juni-Broschüre von «in-luft.ch» fest: Trotz der koordiniert in allen sechs Zentralschweizer Kantonen eingeleiteten Massnahmen ist die Luftbelastung noch immer zu hoch.

  Was tun gegen Ozon?

Laut den kantonalen Umweltdirektoren kann jeder einen Beitrag zu weniger Luftschadstoffen leisten.

  • Velofahren, zu Fuss gehen, öffentlichen Verkehr benutzen anstatt das Privatauto.
  • Körperliche Anstrengungen möglichst vormittags planen, wenn die Ozonwerte tief sind.
  • Fahrgemeinschaften bilden, statt allein in einem Auto zu fahren.
  • 2-Takt-Motoren, Fahrzeuge ohne Katalysator und Dieselfahrzeuge älter als 10 Jahre möglichst wenig benutzen.
  • Im Hobby- und Gartenbereich elektrische statt benzinbetriebene Geräte benutzen. Falls unumgänglich, sollte z.B. ein Rasenmäher mit Viertaktmotor und Gerätebenzin verwendet werden.
  • Lösemittelfreie oder –arme Produkte verwenden (Farben, Reinigungsmittel, Kleber, Spraydosen und Holzschutzmittel).

  

HINWEIS:
Die aktuellen Ozon-Werte in der Zentralschweiz sind im Internet abrufbar: www.in-luft.ch