ZENTRALSCHWEIZ: Endlich ist der Schnee da

Die Skigebiete atmen auf – der Schnee ist da und weg die Diskussion um Kurzarbeit. Viel versprechend sind auch die nächsten Tage.

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Rote Backen und perfekter Pulverschnee: Elias (1, vorne) und Olivia (4) Zemp beim Schlitteln in Hildisrieden. (Bild Boris Bürgisser)

Rote Backen und perfekter Pulverschnee: Elias (1, vorne) und Olivia (4) Zemp beim Schlitteln in Hildisrieden. (Bild Boris Bürgisser)

Yasmin KUnz

Mit ernstem Blick und festem Griff kommandiert Elias Zemp (1) seinen blau-gelben Schlitten einen kleinen Hügel in Hildisrieden runter. Seine Co-Pilotin und ältere Schwester Olivia (4) strahlt derweil mit der Sonne um die Wette.

Nicht nur Kids wie die beiden sind heilfroh, dass der Schnee nun endlich und wahrhaftig da ist, wie eine Umfrage bei den hiesigen Bergbahnen zeigt: «Die Schneeverhältnisse sind momentan fantastisch», sagt Peter Reinle, Leiter Marketing der Titlis-Bergbahnen.

Schnee auch in niedrigen Lagen

Er sei sehr froh, dass es in den vergangenen Tagen immer wieder geschneit habe, denn jetzt sei auch die Qualität des Schnees hervorragend. «Reiner Pulverschnee», kommentiert Reinle. Am Samstag verzeichneten die Titlis-Bergbahnen rund 3500 Besucher – eine gute Zahl für den Monat Januar, betont Reinle. Er hofft, dass der Schnee liegen bleibt. Bei den Temperaturen, die auf dem Titlis gemessen werden, muss er allerdings kaum Bedenken haben, dass der Schnee wegschmilzt. Gestern Morgen zeigte das Thermometer auf dem etwas über 3000 Meter hohen Titlis minus 20 Grad an. Weniger kalt, aber auch schneebedeckt ist das Entlebucher Skigebiet Marbach­egg. Noch Ende Dezember zeigte die Marbachegg vor allem eins: viel grüne Fläche (wir berichteten). Jetzt erstrahlt auch das 1500 Meter über Meer liegende Skigebiet in Weiss. Josef Bucher, Mitarbeiter der Sportbahnen Marbach­egg, ist glücklich, dass der Schnee da ist und damit auch die Gäste kommen. «Bei uns sind nun bis auf die Talabfahrt alle Bahnen geöffnet, und der Betrieb läuft auf Hochtouren.» Er hofft, dass demnächst auch die Talabfahrt, wo im unteren Teil noch zu wenig Schnee liegt, geöffnet werden könne. Gestern Nachmittag zeigte das Thermometer in der Talstation minus 2,5 Grad an. Bucher: «Die kalten Temperaturen sind optimal. So bleibt nämlich der Schnee liegen.» Mit dem Schnee ist jetzt auch die Diskussion um die Kurzarbeit begraben. Bucher: «Derzeit stehen alle Mitarbeiter im Einsatz.»

Auch im Skigebiet Sattel-Hochstuckli sind alle Mitarbeiter eingespannt. Bis zu 70 Zentimeter Schnee ist in den letzten drei Tagen in diesem Skigebiet auf 1600 Metern über Meer gefallen. Das freut nicht nur die Schneesportler, sondern auch Simon Zobrist, Geschäftsführer der Sattel-Hochstuckli AG. Waren Ende Dezember die Hälfte der Skilifte eingestellt, sind jetzt alle Anlagen in Betrieb – auch die Schlittelpiste bis in den Sattel ist präpariert und in Betrieb. Bald wird auch die Talabfahrt eröffnet werden können, ist Zobrist überzeugt. «Die Pistencrew ist mit Hochdruck am Arbeiten.» Dieses Wochenende zählte die Sattel-Hochstuckli AG rund 4500 Besucher. Gestern wurden auf dem Sattel-Hochstuckli minus 7 Grad gemessen, im Dorf zeigte das Thermometer minus 3 Grad an. «Die Verhältnisse sind jetzt perfekt. Viel Pulverschnee und kalte Temperaturen – aber nicht zu kalt, um Schneesport zu betreiben.»

Skilager standen vor Stornierung

Carolina Rüegg, Direktorin von Sörenberg-Flühli-Tourismus, ist erleichtert: «Wir sind so froh, hat es jetzt Schnee. Denn Ende nächste Woche werden bereits die ersten Skilager eintreffen.» Ohne Schnee wären diese Lager wohl storniert worden, so Rüegg.

In den letzten drei Tagen hat es rund 40 Zentimeter Neuschnee gegeben, der dank den kalten Temperaturen von etwa minus 5 Grad auch haften bleibt. Zu den genauen Besucherzahlen vom Wochenende kann Rüegg nichts sagen. Sie ist aber erstaunt, dass am Sonntag, obwohl die Sonne nie zum Vorschein kam, so viele Schneesportler kamen. «Das zeigt, dass das Verlangen nach Schneesport gross ist und die Leute ihre Ausrüstung noch nicht in den Keller gestellt haben.»

Klewenalp: «Es ist tiefer Winter»

Ein Blick auf die Klewenalp zeigt eine ebenso positive Wochenendbilanz. Sepp Odermatt, Geschäftsführer der Berg­bahnen Beckenried-Emmetten AG, sagt schlicht: «Es ist tiefer Winter bei uns.» Und im tiefen Winter kommen auch die Gäste. «Wir sind sehr zufrieden, dass trotz Schneetreiben und Nebel die Gäste zahlreich erschienen sind.» Wo Ende Dezember einige Saisonniers aufgrund der schlechten Schneeverhältnisse keine Arbeit hatten, haben nun sämtliche Mitarbeiter der Bergbahnen Emmetten AG alle Hände voll zu tun. Auf dem 1600 Meter über Meer liegenden Skigebiet sind alle Anlagen geöffnet – so auch die Schlittelpiste bis runter nach Emmetten.