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ZENTRALSCHWEIZ: Grosser Babysegen – auch 2015

2014 galt schon als Babyboomjahr. Jetzt melden die Geburtshäuser und Kliniken für 2015 erneut einen Rekord. Ein Grund: Paare wollen wieder mehr Kinder.
Niels Jost
Staunend blickt Gian-Marco auf seine Schwester Melina Lea, die am letzten Montag im Luzerner Kantonsspital das Licht der Welt erblickt hat. (Bild Philipp Schmidli)

Staunend blickt Gian-Marco auf seine Schwester Melina Lea, die am letzten Montag im Luzerner Kantonsspital das Licht der Welt erblickt hat. (Bild Philipp Schmidli)

Das Jahr ist noch nicht mal ganz zu Ende und schon jetzt ist klar: 2015 ist erneut ein geburtenstarker Jahrgang. Zumindest in der Zentralschweiz. So kamen in den meisten angefragten Spitälern und Geburtshäusern der Region mehr Kinder zur Welt als noch im Jahr zuvor (siehe Tabelle). Und da sprach man schon von einem Babyboomjahr. 6628 Kinder kamen 2014 in den von uns angefragten Kliniken und Geburtshäusern zur Welt. Dieses Jahr waren es schon 6695.

Leicht weniger Geburten verzeichnet im aktuellen Jahr allerdings das Luzerner Kantonsspital (Luks), die grösste Geburtenklinik der Region. Über alle drei Standorte – Luzern, Sursee und Wolhusen – gesehen, zählt das Luks 3110 Neugeborene – 43 weniger als noch im Jahr zuvor. «Diese Schwankung liegt im normalen Rahmen. Nach dem Rekordjahr 2014 liegt die Anzahl Geburten nach wie vor auf einem sehr erfreulichen Niveau», sagt Mediensprecherin Ramona Helfenberger. Der Standort Luzern legte um 18 Geburten zu, während die Standorte Wolhusen und Sursee einen Rückgang von 47 beziehungsweise 14 Babys verzeichneten.

Bis zum Jahresende geht noch was

Auch in der Frauenklinik am Kantonsspital Obwalden kamen im Vorjahresvergleich 11 Babys weniger zur Welt. Bis dato sind es 279, zwei weitere Neugeborene könnten aber noch bis Mitternacht dazukommen. «Nach einem fulminanten Start in der ersten Jahreshälfte war der Herbst etwas ruhiger, sodass bei uns insgesamt rund 3 Prozent weniger Babys auf die Welt kamen als im Jahr zuvor», sagt Brigitte Weber, Chefärztin Gynäkologie und Geburtshilfe. «Besonders erfreulich ist die nach wie vor niedrige Kaiserschnittrate von 23 Prozent.»

Dass bis zum Jahresende noch einiges gehen kann in den Gebärsälen, zeigt auch das Spital Schwyz. Dort kamen in diesem Jahr bereits 475 Babys zur Welt – Stand vom Montagvormittag. «Bis Ende Jahr werden es noch einige Geburten mehr sein – über zehn Frauen dürften in den nächsten Tagen noch ihr Kind zur Welt bringen», sagt Doris Item, Leiterin Geburtshilfe und Gynäkologie. Im Jahr zuvor zählte das Schwyzer Spital 21 Neugeborene weniger, insgesamt 454. Die Kaiserschnittrate in Schwyz konnte nach wie vor tief gehalten werden. «Die Schwyzer Mütter sind bodenständige Frauen. Sie ziehen, wenn immer möglich, eine natürliche Geburt vor.»

Immer öfter drei bis vier Kinder

Die Zunahme an Geburten erklärt Doris Item wie folgt: «Erfreulicherweise haben immer mehr Familien wieder drei bis vier Kinder. Zudem gebären bei uns auch viele ausländische Frauen.» Das bestätigt auch Carmen Zimmermann, Co-Präsidentin des Hebammenverbandes Sektion Zentralschweiz und selber schon seit Jahren Hebamme. Zimmermann fügt noch an: «Für die vielen Geburten in diesem Jahr sind Faktoren wie die Anzahl Kinder pro Familie, die Herkunft der Eltern und auch die geburtsstarken Jahrgänge entscheidend, die nun im geburtsfähigen Alter sind.»

Es sei aber schwierig, generalisierende Aussagen zu treffen, da dies zusammenhängende, gesellschaftliche Phänomene seien. Ein Blick in die Statistiken des Bundes zeigt, dass Frauen hierzulande tatsächlich wieder mehr Kinder zur Welt bringen. Im Jahr 2014 gebar eine Frau im Durchschnitt 1,54 Kinder, in der Zentralschweiz waren es sogar 1,58 Kinder. Das ist der höchste Wert seit 1993, mit Ausnahme des Jahres 2012 – damals lag die durchschnittliche Geburtenziffer einer Frau in der Zentralschweiz bei 1,62. Vom Jahr 2015 liegen noch keine Zahlen vor.

Konzept für mehr Kapazitäten

Einen erneuten Rekord an Geburten kann 2015 auch das Nidwaldner Kantonsspital in Stans verzeichnen. 560 Babys kamen hier zur Welt – letztes Jahr waren es 38 weniger, im Jahr 2011 sogar über 140 weniger. «An Spitzentagen war unser Haus voll», sagt Spitaldirektor Urs Baumberger. «Dann hatten wir 12 Babys gleichzeitig im Haus. Deshalb erarbeiten wir derzeit ein Konzept, wie wir künftig noch mehr Gebärende betreuen können.»

In Stans gebären immer öfter auch Mütter aus den umliegenden Kantonen, insbesondere aus Luzern. Rund 250 – also fast die Hälfte – waren es in diesem Jahr. Dass auch Ausserkantonale extra nach Nidwalden kommen, ist laut Baumberger auf eine Umfrage aus dem Jahr 2011 zurückzuführen. Damals wollte das Nidwaldner Kantonsspital von den frischgebackenen Eltern wissen, was ihnen bei der Geburt am Spital wichtig sei. Die verschiedensten Wünsche wurden geäussert – und ein Massnahmenpaket verabschiedet. «Wir renovierten etwa den etwas steril wirkenden Gebärsaal, sodass er jetzt in warmen Farben erstrahlt und sich die Eltern darin wohlfühlen», so Baumberger.

Hoher Zuwachs in Zug

Im Kantonsspital Zug kamen in diesem Jahr bereits 890 Kinder zur Welt, 47 mehr als noch vor einem Jahr. Damit nicht genug: Bis Ende Jahr werden wohl noch eine Hand voll Frauen gebären. Auch im Kantonsspital Uri werden in den nächsten Tagen noch einige Geburten erfolgen. Bis anhin wurden in Altdorf 284 Babys geboren, gleich viele wie im letzten Jahr. In der Hirslanden-Klinik St. Anna in Luzern kamen dieses Jahr bereits 820 Kinder zur Welt, das sind 26 mehr als im Jahr 2014.

Niels Jost

Geburtshäuser liegen im Trend

Gebärenjon. In der Zentralschweiz gibt es zwei Geburtshäuser, eines in Stans und eines in Oberkirch. Für Letzteres war 2015 ein spezielles Jahr: Seit dem zehnjährigen Bestehen gebären dort immer mehr Frauen. Mit den bestehenden räumlichen Kapazitäten stösst man zunehmend an Grenzen. Deshalb begann in diesem Sommer der Ausbau des Geburtshauses Terra Alta: Zu den bestehenden vier Familienzimmern werden drei zusätzliche hinzukommen. Auch ein weiteres Geburtszimmer ist geplant. Zudem werden die Infrastruktur erneuert und die Aufenthaltsräume vergrössert.

Während der noch laufenden Bauzeit befindet sich das Geburtshaus in einem Provisorium. «Trotzdem konnten wir die Geburtenzahlen vom letzten Jahr halten, was uns sehr freut», sagt Geschäftsleiterin Renate Ruckstuhl. Bis anhin seien 215 Babys geboren worden – letztes Jahr 220. «Im Dezember sind noch mehrere Frauen angemeldet. Die Chancen stehen gut, dass diese Frauen bis zum Jahresende noch ihr Kind zur Welt bringen werden.»

Persönliche Betreuung gewünscht

Die Bauarbeiten werden Mitte April beendet sein. Die neuen und dringend benötigten Räumlichkeiten können dann bezogen werden. «Wir rechnen auch in Zukunft mit zunehmenden Geburtenzahlen», so Ruckstuhl. Denn immer mehr Familien wollen nicht mehr nur zwei, sondern eher drei Kinder. Immer öfter stellen sich werdende Eltern zudem die Frage, ob sie für die Geburt überhaupt ins Spital oder eben in ein Geburtshaus gehen sollen. «Viele wünschen sich für die Geburt ihres Kindes eine natürliche Atmosphäre mit persönlicher Betreuung und keine Spital-Atmosphäre.»

Das andere Zentralschweizer Geburtshaus, jenes in Stans, führt neben den Geburten in den eigenen Räumlichkeiten auch Hausgeburten durch. Im noch laufenden Jahr verzeichnete es total 62 Geburten, ähnlich viele wie in den letzten Jahren.

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