ZENTRALSCHWEIZ: Kürzer krank dank neuem Arztzeugnis

Kranke und verunfallte Mitarbeiter kosten die Firmen jedes Jahr Milliarden. Mit neuartigen Arztzeugnissen fordern die Arbeitgeber mehr Transparenz. Die Gewerkschaft befürchtet ein neues Druckmittel.

Rahel Schnüriger
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Den Arbeitgebern «zu unklar»: Aldo Kramis, Facharzt für Allgemeinmedizin, stellt in seiner Praxis in Emmenbrücke ein gängiges Arztzeugnis aus. (Bild Pius Amrein)

Den Arbeitgebern «zu unklar»: Aldo Kramis, Facharzt für Allgemeinmedizin, stellt in seiner Praxis in Emmenbrücke ein gängiges Arztzeugnis aus. (Bild Pius Amrein)

Den Zentralschweizer Firmen sind die Arztzeugnisse schon länger ein Dorn im Auge. Sie haben sich deshalb bereits vor rund zwei Jahren an die Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz (IHZ) gewendet. Deren Direktor Felix Howald erklärt: «Die Arztzeugnisse waren häufig zu wenig aussagekräftig, nicht der Sache dienend und konnten zu Misstrauen zwischen Arbeitgeber und Mitarbeiter führen.»

Ärzte beurteilen Belastbarkeit

Die IHZ lanciert nun zusammen mit den Zentralschweizer Ärztegesellschaften ein einheitliches Arztzeugnis, das mehr Informationen zur Belastbarkeit eines Mitarbeiters liefert. Darin muss ein Arzt beispielsweise ausfüllen, ob ein Mitarbeiter trotz Krankheit oder Unfall noch teilweise arbeitsfähig ist und bis wann er nicht arbeiten kann. Ebenfalls möglich ist ein detailliertes Zeugnis gegen ein Entgelt, zu dem der Mitarbeiter aber sein Einverständnis geben muss. Der Luzerner Gewerkschaftsbund befürchtet darin ein neues Druckmittel gegen die Arbeitnehmer.