ZENTRALSCHWEIZ: LZ-Weihnachtsaktion: Wir helfen einander

Menschen in der Zentralschweiz helfen einander auch dieses Jahr. Beim Start­anlass vom Montag erhielt die Spendensammlung unserer Zeitung prominente Unterstützung.

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Die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion ist offiziell lanciert worden. Unsere Zeitung hofft auf Ihre grosszügigen Spenden, liebe Leserinnen und Leser, damit wir auch 2014 vielen Menschen aus unserer Region, die in Not geraten sind, helfen können. Darauf freuen sich auch Erwin Bachmann (rechts), Stiftungsratspräsident, und Urs W. Studer, Präsident des Beirates, der die Hilfsgesuche prüft. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Die diesjährige LZ-Weihnachtsaktion ist offiziell lanciert worden. Unsere Zeitung hofft auf Ihre grosszügigen Spenden, liebe Leserinnen und Leser, damit wir auch 2014 vielen Menschen aus unserer Region, die in Not geraten sind, helfen können. Darauf freuen sich auch Erwin Bachmann (rechts), Stiftungsratspräsident, und Urs W. Studer, Präsident des Beirates, der die Hilfsgesuche prüft. (Bild: Pius Amrein / Neue LZ)

Mit Nationalratspräsident Ruedi Lustenberger war sogar der höchste Schweizer zu Gast. Im Grusswort wies der Romooser darauf hin, dass Grosszügigkeit dem Spender selber gut tue. Und das Wissen, dass es auch dem Empfänger dann besser gehe, freue zusätzlich. Ein Spende könne aber auch handfeste Beweggründe haben, eine Steuererleichterung oder öffentliche Wertschätzung im Sinne von «Tue Gutes und rede darüber». Doch letztlich sei nicht das Motiv entscheidend, vielmehr die Wirkung der Solidarität, die nicht nur Einzelnen helfe, sondern zum Kitt in unserer Gesellschaft und Heimat beitrage.

Kleiner Beitrag, grosse Wirkung

Luzerns Sozialdirektor Martin Merki wies in seinem Referat darauf hin, dass die Sozialhilfe oft als «soziale Hängematte» gelte. Zu Unrecht, denn auch in unserem Sozialstaat seien die Kriterien für Leistungen streng. Als Sozialdirektor erlebe er aber immer wieder, wie mit einer Hilfe Menschen zu Selbsthilfe gebracht werden können. Das gelte gerade auch für junge Leute, die man so an die Selbstständigkeit heranführen könne. «Und oft kann schon mit kleinen Beiträgen ein grosser Effekt erzielt werden. Gerade solches gehört zu den grossen Verdiensten der LZ-Weihnachtsaktion.»

Neben vielen privaten Spenderinnen und Spendern unterstützen auch viele Unternehmen unserer Region die LZ-Weihnachtsaktion. Ein Beispiel ist etwa die Schmid-Gruppe, deren VR-Präsident Hans Schmid aus eigener Erfahrung weiss, was schwierige Lebenssituationen etwa in der Jugend bedeuten. Nicht zuletzt aus Dankbarkeit, wie sein Leben dann verlaufen sei, wolle er heute der Gesellschaft auch etwas zurückgeben.

Berührende Schicksale

Hans Lustenberger, vor seiner Pensionierung langjähriger Sozialvorsteher in Adligenswil, ist Mitglied des Beirates der LZ-Weihnachtsaktion. Er berichtete im Kurzinterview, dass ihn auch heute noch, nach vielen tausend gelesenen Hilfsgesuchen, Schicksale bewegen und frappieren. So erzählte er von einer Familie mit sieben Kindern, die aufgrund der schwerwiegenden Probleme der Eltern alle fremdplatziert werden mussten, jedes einzeln. Oder von einem schwer behinderten Kleinkind, dessen Eltern einfach untergetaucht sind und das nun von Pflegeeltern liebevoll betreut wird.

Auch Mirjam Würsch Käslin, die für das Hilfswerk der Kirchen Uri tätig ist, hat viel Erfahrung mit menschlicher Not. Typisch seien heute vor allem zwei Situationen: zum einen Familien, die trotz geregelter Verhältnisse so knapp budgetieren müssen, dass jede unvorhergesehene Ausgabe sofort alles aus dem Lot bringt. Zum anderen bringen Trennungen oft alle Parteien in Not. Stellvertretend für die Hilfsorganisationen meinte sie: «Die Zusammenarbeit mit der LZ-Weihnachtsaktion ist unkompliziert und basiert auf gegenseitigem Vertrauen. Und es ist schön, danach die Dankbarkeit der betroffenen Menschen zu erleben.»

Sammlung gestartet: So können Sie mithelfen

Am nächsten  Freitag, 21. November, wird der Einzahlungsschein zur diesjährigen LZ-Weihnachtsaktion beiliegen. Bereits zum 19. Mal sammelt unsere Zeitung mit ihren Regionalausgaben für Menschen in unserer Region, die in Not geraten sind.

Postkonto, online oder neu SMS

Spenden kann man ab sofort via Postkonto 60-33377-5 und online auf www.luzernerzeitung.ch/weihnachtsaktion. Neu sind auch SMS-Spenden möglich: Wählen Sie die Nummer 488 und schreiben Sie LZWA plus den Frankenbetrag (nur Zahl). Wir danken herzlich für jeden Beitrag! Die LZ-Weihnachtsaktion ist in unserer Region fest verankert. Letztes Jahr wurde mit 3,4 Millionen Franken der Spendenrekord egalisiert.

Bereits rund 1000 Anfragen

Die Zahl der Spenderinnen und Spender wuchs auf 13 615: ebenfalls ein Rekord. Seit der Gründung sammelten wir über 31,5 Millionen Franken. Wie willkommen diese Hilfe ist, zeigt die Zahl der Hilfsgesuche, die sich letztes Jahr auf über 2700 belief. Dieses Jahr, schon vor dem Start der Aktion, haben wir bereits wieder rund 1000 Anfragen für Menschen in Not erhalten. Gesuche können nur von Gemeinden oder sozialen Institutionen eingereicht werden. Jedes Hilfsgesuch wird vom Beirat einzeln sorgfältig geprüft. Dieser besteht aus 12 ehrenamtlich tätigen Sozialfachleuten aus der ganzen Zentralschweiz. Beiratspräsident ist Urs W. Studer, alt Stadtpräsident von Luzern.

Geschäftsstelle der LZ-Weihnachtsaktion: Elisabeth Portmann, Geschäftsleiterin. Kontakt: lzweihnachtsaktion@lzmedien.ch, 041 429 54 04.

Mit Herz und Verstand

Kommentar zur LZ-Weihnachtsaktion

Wieso braucht es in unserem Sozialstaat die LZ-Weihnachtsaktion? Erhalten nicht alle Notleidenden auch ohne Spendensammlung die Hilfe, die sie benötigen?

So einfach ist es nicht. Auch bei uns gibt es immer wieder Härtefälle, weil staatliche Leistungen zwangsläufig mit strengen Kriterien verbunden sein müssen, welche konsequent einzuhalten sind. Solche Härtefälle entstehen dann, wenn diese Kriterien eine Hilfe verunmöglichen, obwohl sie eigentlich sinnvoll wäre.

In solchen Fällen springt die Weihnachtsaktion ein. Unsere Beiräte, alles Sozialexperten aus der ganzen Zentralschweiz, die ehrenamtlich arbeiten, prüfen jedes Gesuch gründlich. Sie garantieren, dass Spenden sinnvoll eingesetzt werden, mit Herz und Verstand. Oft geht es um kleine Beträge, mit denen eine schwierige Situation über- brückt oder ein drückendes Problem gelöst werden kann.

Den Empfängern dieser Hilfe, darunter Einzelpersonen und sehr viele Familien, wird eine schwere Last abgenommen. Sie können mit neuem Mut ihr Geschick in die Hand nehmen. Genau dieser Effekt bestätigt sich auch in den vielen Dankesschreiben, welche wir jeweils erhalten. Es geht nicht nur um die konkrete Hilfe, sondern auch um das Zeichen der Solidarität, das den Betroffenen neue Kraft gibt.

13 615 Spenderinnen und Spender halfen letztes Jahr mit eine Rekordzahl. Dank ihnen konnte die LZ-Weihnachtsaktion in rund 2500 Fällen helfen. Dass so etwas möglich ist, zeigt, wie stark der Zusammenhalt in unserer Region ist. Das ist ein Grund, warum wir gerne hier leben. Wir sind sicher, dass auch die diesjährige Aktion ein voller Erfolg wird.

Arno Renggli